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Von Musik begeistert

Susanne Röder ist seit einem Jahr die Kantorin der Marienkirche. Sie ist rundum zufrieden. Aber für die Konzerte würde sie sich noch mehr Besucher wünschen.

Von Cathrin Reichelt

Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Susanne Röder ist eine moderne Frau. Aber manchmal ist sie mit einem ziemlich alten Koffer unterwegs. Der scheint irgendwie zum Amt der Kantorin zu gehören, das sie vor einem Jahr in der Roßweiner Marienkirche übernommen hat. „Es war der Instrumentenkoffer meiner Vorvorvorgängerin Elenor Martin. Sie hat Generationen von Kantoren geprägt“, erzählt Susanne Röder. Statt eines Instruments befinden sich heute aber Papiere in dem Koffer. „Ich nutze ihn als tragbares Büro für alles Wichtige, das ich zwischen meinem Waldheimer- und Roßweiner Arbeitszimmer hin- und hertragen muss“, so die 37-Jährige. Denn nach einer gewissen Eingewöhnungsphase hat sie einen Rhythmus gefunden, der es ihr ermöglicht, sowohl in der Kirchgemeinde Roßwein, als auch Zuhause in Waldheim zu arbeiten. Ihr Beruf lasse ihr diese Freiheit, meint sie.

Jedes Kind will Flöte lernen

Wenn sie auf ihr erstes Jahr als Roßweiner Kantorin zurückblickt, ist sie rundherum zufrieden. „Es ist eine sehr aktive, offene und musikalische Gemeinde. Man fühlt sich richtig wohl“, sagt sie. „Ich habe das Glück, nicht nur einen musikalischen Pfarrer in meinem Wirkungsgebiet zu haben, sondern gleich drei: Neben Heiko Jadatz in Roßwein ist das auch das Marbacher Pfarrerehepaar Annegret und Björn Fischer.“ Dazu kommen zahlreiche Musikbegeisterte, die sich ehrenamtlich engagieren. Das sind zum Beispiel Ruben Grimme, der den Roßweiner Posaunenchor leitet, Frieder Lomtscher, Chef des Posaunenchores in Marbach, und der Marbacher Chorleiter Reinhard Schaffrin. Zusätzlich gibt es noch fünf Organisten, die regelmäßig in dieser Region spielen.

Ihre Begeisterung für Musik hat Susanne Röder auch auf die Kinder übertragen. Die Kurrende ist von acht auf zehn Mitglieder gewachsen, die Vorkurrende sogar von sieben auf zwölf. Irgendwann, so hofft die Kantorin, könnte sie einen Jugendchor gründen. Auch das Interesse, ein Instrument zu lernen, ist bei den Jüngsten gestiegen. Fast jeder möchte Flöte spielen. „Aber damit fange ich erst ab dem fünften Lebensjahr an. Vorher sind die Konzentration und das Durchhaltevermögen der Kinder noch nicht groß genug“, sagt die Kantorin. Außerdem ist sie bereits an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Noch mehr Flötenkinder kann sie derzeit kaum unterrichten. Denn auch der Klavierunterricht hat zugenommen. Aus anfangs zwei, sind inzwischen sechs Schüler geworden. Schön findet sie es, dass eine Jugendliche aus der Kurrende in der Band der Kirchgemeinde mitspielen möchte. Die unterstützt Susanne Röder derzeit selbst, weil der bisherige Klavierspieler jetzt Kirchenmusik studiert.

Zum Üben steht nun im Jugendraum ein Klavier zur Verfügung. Das haben die Roßweiner von der Tragnitzer Gemeinde bekommen. Allerdings muss das Instrument überholt werden. Aber so ganz reicht das Geld, das der Kirchgemeinde dafür zur Verfügung steht, nicht aus. Deshalb hofft sie auf Sponsoren. Auch der Flügel, der bisher im Gemeindehaus stand, wurde in die Winterkirche umgesetzt.

Die Kantorin hofft, dass die Kirchgemeinden Roßwein-Niederstriegis und Marbach-Greifendorf Schritt für Schritt zusammenwachsen. Sie könnte sich vorstellen, dass die Kantoreien zu Himmelfahrt zusammen singen oder die Posaunenchöre gemeinsam spielen. Mit der Kirchgemeinde Waldheim, in der ihr Mann René Michael Röder Kantor ist, gibt es schon Kontakte. So wurde das Bahnhofskonzert in Waldheim zusammen gestaltet. Nun sei ein gemeinsamer Auftritt der Chöre beider Kirchgemeinden mit dem Vokal Consort am Karfreitag in Vorbereitung. Außerdem haben die Roßweiner die Waldheimer Mitglieder der Capella Vokale gefragt, ob sie ihre Nachbarn beim Abschlusskonzert zum Schul- und Heimatfest unterstützen wollen. Dort erklingen die Bachkantaten.

Bei aller Zufriedenheit hat Susanne Röder aber doch einen Wunsch: Ein paar Besucher mehr könnten es bei den Konzerten schon sein.

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