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Von Neuheiten und Altertümern

In der Vorweihnachtszeit ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ab Dezember 2015 sollen zwischen Meißen und Nossen keine Züge mehr fahren. Über die Zukunft des Abschnitts Nossen-Döbeln wird im März entschieden.

Von Siggi Grohmann

In der Vorweihnachtszeit ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ab Dezember 2015 sollen zwischen Meißen und Nossen keine Züge mehr fahren. Über die Zukunft des Abschnitts Nossen-Döbeln wird im März entschieden. Landrat Volker Uhlig will sich für den Erhalt der Bahn einsetzen. Als Argument dafür wurde auch angeführt, dass einige Bahnübergänge an der Strecke repariert wurden. Das wäre früher ein gutes Zeichen gewesen, aber seit Schulen erst für viel Geld saniert und dann doch geschlossen wurden, kann man sich darauf nicht mehr verlassen.

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Das Landratsamt in Freiberg selbst soll Weltkulturerbe werden. Haupthaus und nebenliegende Villa seien historische Zeugen, hieß es. Es geht allerdings nur um die Häuser selbst, nicht um die dort tätigen Leute. Sonst wäre eher das Freiberger Rathaus ein Kandidat gewesen, denn der Stadtrat der mittelsächsischen Kreisstadt hat ein Durchschnittsalter von 61 Jahren und wird gelegentlich schon mal als Altertumsverein bezeichnet. Aber der mit 80 Jahren älteste Stadtrat meinte nur: „Ich habe ein Alter, in dem ich mich nicht mehr über alles aufzuregen brauche.“

Aufregung herrschte gleich neben Freiberg in Halsbrücke. Dort wurde das neue Rathaus eingeweiht. Das Gebäude ist technisch auf dem neuesten Stand. So gibt es keine Schlüssel mehr, sondern Chips zum Türen öffnen. Das Haus wird mit Erdwärme beheizt, gesteuert wird das alles aus dem Vorzimmer des Bürgermeisterbüros. Aber das Rathaus von Halsbrücke soll ja nicht die einzige Institution sein, die von der Sekretärin des Chefs gemanagt wird.

Manchmal hat der Bürgermeister auch etwas Anderes zu tun, so wie neulich in Eppendorf. Dort wird zwar keineswegs jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben, aber neulich ist ein Schwein auf dem Weg zum Schlachter aus dem Transportanhänger geflohen. Kurz entschlossen fing der Bürgermeister zusammen mit dem Fleischer das Tier wieder ein. Ein Glücksschwein war das Tier also nicht. Aber vielleicht können wenigstens die Nutzer der Bahnstrecke zwischen Döbeln und Nossen künftig sagen: „Schwein gehabt!“ Aber das wird sich erst im neuen Jahr entscheiden.