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Von Posta aus geht’s jetzt zum Malerweg

Die Stadt hat einen alten Pfad neu erschlossen. Das Schönste ist aber noch versteckt.

Von Alexander Müller

Momentan muss man vieles noch selbst wissen, wenn man am Mockethaler Rundling seine Wanderung beginnt. Mann muss wissen, dass der Weg entlang eines ausgefahrenen Pfades und durch einen landwirtschaftlichen Betrieb hindurch zu einer Plattform führt, die seit Neuestem bestens ausgebaut und ausgestattet ist. Und man muss wissen, dass man von dort über einen ebenfalls neu ausgebauten Wanderweg zum weit über unsere Region bekannten Malerweg gelangt.

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Damit das bald viele Menschen erfahren, hat Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke im Beisein von Planern, Baufirmen und regionalen Unterstützern den frisch sanierten Wanderweg von der Grundstraße durch den Siedlungsbereich Niederposta hinauf zum Mockethaler Rundling übergeben. Damit ist nun der wichtigste überregionale Wanderweg – also der Malerweg – direkt von Pirna aus zugänglich. Das freut auch Tino Richter, den Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz. „Die Qualitätsoffensive ist eine Bereicherung für uns.“ Er lobt auch, dass die Stadt hier dreisprachig informiert, in Deutsch, Englisch und Tschechisch. „Englisch ist inzwischen Standard, doch gerade unsere tschechischen Gäste werden anderenorts noch zu wenig berücksichtigt, obwohl deren Besucherzahlen stetig steigen.“

1753 wirkte hier Canaletto

Seit Oktober des vergangenen Jahres wurden wegbegleitende hölzerne Geländer erneuert und die zugehörigen Sandsteinsäulen absturzsicher restauriert. In einigen Teilbereichen musste der Wegebelag aus Sandsteinplatten ausgebessert werden. Auch die Postaer Treppen bedurften einer fachgerechten Erneuerung.

Auf dem Plateau im oberen Bauabschnitt ist ein komplett neu gebauter Weg entstanden. Schließlich können sich alle Wanderfreunde auf einen neu eingerichteten Aussichtspunkt „Zum Canalettoblick“ freuen, der Sitzgelegenheit für eine Rast bietet. Zwei Hinweistafeln informieren unter anderem über das Wirken des Malers in und um Pirna. In diesem Bereich hat er 1753 das berühmte Gemälde mit dem Blick auf die Altstadt und das Schloss Sonnenstein angefertigt.

Die Gesamtkosten der Instandsetzung belaufen sich auf etwa 72 000 Euro und wurden zu 75 Prozent vom Freistaat im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum gefördert.

Wer hier nun auf Canalettos Spuren wandeln bzw. eher wandern will, der muss allerdings noch etwas wissen. Der Punkt, wo der Maler tatsächlich zeichnete und auf Pirna schaute, liegt nicht direkt an dem neu ausgebauten Plateau. Es gibt auch keine Markierung und keinen Pfad dorthin. Wer hinwill, muss sich entlang der Felskante am Rand eines Feldes in östliche Richtung bewegen. Vielleicht hundert Meter sind es, die sich aber wahrlich lohnen. Ist diese Stelle einmal entdeckt, bietet sich ein atemberaubender Blick. Canaletto wusste schon, was er wollte, das wird spätestens jetzt klar.

Und das will nun auch die Stadt. Der Weg zu diesem Aussichtspunkt soll zwar weiter unbefestigt bleiben, jedoch vom neu errichteten Plateau wird künftig ein entsprechender Hinweis auf diesen einzigartigen Blick verweisen. Auch direkt an der Aussicht soll es weiterführende Informationen geben. Das Wichtigste und auch Teuerste wird aber die Besuchersicherheit sein. Noch schützt weder ein Geländer noch sonst eine Konstruktion vor einem jähen Absturz von der Felskante. Das will das Rathaus auf jeden Fall ändern.