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Sprengverdichtung bis zum Überleiterbau

Der Bergbausanierer LMBV hat es auf dem Territorium der Elsterheide mit Baustellen der unterschiedlichsten Art zu tun.

Die Gemeinde Elsterheide ist nach wie vor ein Schwerpunkt der Bergbausanierung. Es gibt zahlreiche Bereiche, in denen etwas zu tun ist. Dazu gehören zum Beispiel der Überleiter-Bau zwischen dem Blunoer Südsee und dem Sabrodter See.
Die Gemeinde Elsterheide ist nach wie vor ein Schwerpunkt der Bergbausanierung. Es gibt zahlreiche Bereiche, in denen etwas zu tun ist. Dazu gehören zum Beispiel der Überleiter-Bau zwischen dem Blunoer Südsee und dem Sabrodter See. © Foto: Uwe Schulz

Elsterheide. Mit einer Präsentation zum Stand und Fortgang der Sanierungsarbeiten auf dem Territorium der Gemeinde Elsterheide war Karsten Handro, Leiter Projektmanagement der LMBV, in der Mai-Sitzung des Elsterheider Gemeinderates zu Gast. Nachfolgend eine Zusammenfassung:

Geringere Anzahl von Buhnen an der Südböschung des Geierswalder Sees

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Vorgesehen ist unter anderem die Sicherung der Südböschung zwischen den schwimmenden Häusern und dem Schiffsanleger. Da hätten die Arbeiten eigentlich schon erledigt sein sollen. Aber im Herbst gab es noch mal eine Begehung vor Ort. Da wurde entschieden, dass die ursprünglich vorgesehenen drei Buhnen, die Segmentablagerungen verhindern sollen, an dieser Stelle nicht funktionieren, insbesondere wegen der dort ansässigen Surfschule. Nunmehr ist nur noch eine Buhne aus Holz im Randbereich vorgesehen. Negativer Effekt wird sein, so Karsten Handro, dass die zu erwartenden Sedimentablagerungen alle fünf Jahre beseitigt werden müssen.

Der Schiffsanleger ist bereit für die „AquaPhönix“

Die Umrüstung des Schiffsanlegers am Geierswalder See war im April erledigt. Die Abnahme ist Mitte Mai erfolgt. Damit kann das „AquaPhönix“-Fahrgastsschiff anlegen. Derzeit in Planung ist der Bau eines Bootsanliegers. Der soll vom Ufer aus gesehen rechter Hand des Schiffsanlegers entstehen und zehn Booten sowie einem Rettungsboot Platz bieten. Es gibt allerdings noch keinen Termin für die Realisierung.

Uferbefestigung am Leuchtturm und Bau der Bootseinlassstelle

Die Verstärkung der Uferbefestigung mit Wasserbausteinen im Bereich des Leuchtturm-Komplexes am Geierswalder See bis zum Hafen ist erfolgt. Direkt neben dem Hafen wurden auch schon die Spundwände für das Becken der künftigen Bootseinlassstelle mit Krananlage eingebracht (TAGEBLATT berichtete).

Weitere Bekalkung des Partwitzer Sees wird nach Bedarf durchgeführt

Am Partwitzer See ist viel für die Verbesserung der Wasserqualität getan worden. So wurden schon mehr als 40.000 Tonnen Neutralisationsmittel eingebracht, allein im vergangenen Jahr waren es 2.200 Tonnen Kalksteinmehl. Die Bekalkung wird weiter nach Bedarf durchgeführt, vorzugsweise außerhalb der Saison.

Baubeginn an der Mole im Hafen des Partwitzer Sees erst nächstes Jahr

Der im Partwitzer See vorgesehene Anlieger für das Fahrgastschiff soll als massive Mole errichtet werden, um die Unterhaltungskosten gering zu halten. Die Einfahrt zum eigentlichen Hafen wird relativ klein sein und damit den Wellen eine geringere Angriffsfläche bieten. Im März wurde die Genehmigung bei der Landesdirektion Sachsen beantragt. Karsten Handro sprach von einer „Realisierung möglichst ab Oktober 2021 bis Ende 2022“. Das überraschte Bürgermeister Dietmar Koark, denn: „Das war ursprünglich anders geplant, nämlich ein Baubeginn im Herbst dieses Jahres.“

Tieflagen im Bereich der Spreetaler Innenkippe wurden aufgefüllt

Beginnend im März 2018 bis Januar 2019 erfolgten Geländeauffüllungen im Bereich des ehemaligen Modellflugplatzes und des ehemaligen Standortes von Terra Nova. Hier wurden knapp 100.000 Kubikmeter Erdmassen bewegt, um auf einer Fläche von elf Hektar Tieflagen zu beseitigen.

Für Sprengverdichtungen mussten750 Löcher gebohrt werden

Eine Fläche von 188 Hektar auf der Spreetaler Innenkippe sollen mittels schonenden Sprengverdichtungen gesichert werden. Diese Maßnahme läuft seit März 2019 und soll im Dezember 2020 abgeschlossen sein. Die letzten Sprengungen erfolgten bereits im März. Für sämtliche Sprengungen mussten 750 Löcher im Abstand von 40 bis 60 Meter und in eine Tiefe von 30 bis 40 Metern gebohrt werden. Die einzelnen Sprengladungen bewegten sich im unteren zweistelligen Kilogramm-Bereich, die von den Sprengungen verursachten Bodenabsenkungen zwischen fünf und acht Meter.

Bundesstraße 97 wird für den Einbau weiterer Drainageelemente gesperrt

Am Spreetaler See wird die im 30-km/h-Bereich der B 97 bestehende Anlage aus Vertikaldrainagen in diesem Jahr mit weiteren Drainageelementen ausgestattet. Beidseitig der B 97 sollen rund 1.800 Stück Vertikaldrainagen mit einer Gesamtlänge von etwa 27.300 Meter eingebaut werden. Dazu muss die Straße im Sommer ein paar Wochen gesperrt werden. Im April war aus dem Hause der LMBV von drei Wochen halbseitiger Sperrung und von weiteren fünf Wochen Vollsperrung die Rede.

Der Spreetaler See braucht Wasser, darf aber nicht geflutet werden

Eine Zwischennutzung des Spreetaler Sees, die schon mal für das vergangene Jahr angestrebt war, ist laut Gutachtern ab einem Wasserstand von 106,4 Metern möglich. Anfang April lag er bei 106,15 Meter. Den Mindestwasserstand zu erreichen, wird dadurch erschwert, dass er – im Gegensatz zu anderen Seen – nicht geflutet werden darf. Daher ist die LMBV auf Niederschläge angewiesen. Karsten Handro schätzt, dass es drei Wochen am Stück regnen müsste, um die Zwischennutzung angehen zu können.

Naturschutzgebiet könnte gegen einen schiffbaren Kanal sprechen

Bis der Überleiter 5 zwischen dem Neuwieser und dem Bergener See errichtet wird, wird es noch eine ganze Weile dauern. Und ob er jemals schiffbar gemacht wird, wird auch noch zu diskutieren sein, sagt Karsten Handro, weil der Neuwieser See in diesem Bereich ein Naturschutzgebiet ist. „Dort eine touristische Nutzung darzustellen, dazu braucht es noch Überzeugungsarbeit bei den Behörden.“ Es war mal angedacht, muskelbetriebene Boote durchfahren zu lassen, das aber auch nur in einem gewissen Zeitraum außerhalb der Brutzeit.

Der Barbara-Kanal ist breit genug für das Fahrgastschiff

Am 1. Oktober 2019 wurde der Barbara-Kanal, der den Geierswalder und den Partwitzer See verbindet, für den Schiffsverkehr freigegeben. Er kann auch vom Fahrgastschiff „AquaPhönix“ befahren werden. Da ein Pressebericht für Irritation gesorgt hatte, stellte Karsten Handro klar, dass der Kanal nicht zu schmal für dieses Schiff ist.

Der Wasserstand wird sich in den nächsten Monaten angleichen

Der Überleiter 3 ist ein knapp 60 Meter langen Kanal zwischen dem Blunoer Südsee und dem Sabrodter See. Der Bau hat im Februar 2019 begonnen und soll bis August 2020 abgeschlossen sein. Die 77 Meter lange Brücke ist hergestellt. Im Moment beträgt die Differenz beim Wasserstand in beiden Seen noch 44 Zentimeter. Er wird sich in den nächsten Monaten angleichen. Wenn der Endwasserstand erreicht ist, können dann auch die Überhöhen in beiden Seen beseitigt werden. „Hier könnten wir aktiv über den Einlauf des Oberen Landgrabens in den Sabrodter See fluten. Wenn genügend Wasser da ist, werden wir das bestimmt auch tun“, kündigte Karsten Handro an, fügte aber hinzu: „Der Sedlitzer See hat allerdings Vorrang.“

Der Baustellenverkehr zum Überleiter rollt durch Klein Partwitz

Der ebenfalls im Bau befindliche Überleiter 3 a ist ein 40 Meter langer Kanal zwischen dem Blunoer Südsee und dem Neuwieser See unweit von Klein Partwitz, der von einer rund 27 Meter messenden Brücke überspannt wird. Hier sorgt der mit der Baumaßnahme einhergehende Lkw-Verkehr für Ärger in der Bürgerschaft (TAGEBLATT berichtete), denn die Zuwegung erfolgt direkt durch das Dorf. Die Fertigstellung ist bis Dezember 2020 vorgesehen.

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