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Von Tag zu Tag attraktiver

Kulturpalast. Festsaal und Foyer sollen 2008 saniert werden – wenn die Fördermittel von Bund und Land kommen.

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Von Siiri Klose

Die größte Befürchtung der Bürgerinitiative „Kulturpalast erhalten“ ist schon lange vom Tisch: Architektonisch verändert, gar mit einem Hotel umbaut werden, soll die Fassade des Kulturpalastes nicht mehr. Die Stadt hat sich für eine Sanierung des Gebäudes entschieden. Doch wie das Konzept im Einzelnen aussieht, interessiert die Bürgerinitiative nach wie vor.

Zusammen mit Kristina Hermann von „Das Kulturforum“ organisierte Initiative-Mitglied Thomas Löser für den Donnerstagabend eine Diskussionsrunde zum Thema: „Der Kulturpalast im Aufbruch? Auf der Suche nach einem Gesamtkonzept“. Im Podium saßen der amtierende Oberbürgermeister Lutz Vogel, der Intendant der Philharmonie Anselm Rose; Karin Busch, die Geschäftsführerin des Kulturpalastes und Christine Filius-Jähne, Stadträtin bei den Grünen.

„Das Gebäude ist lange Zeit schlecht geredet worden“, sagt Vogel. „Das war wirtschaftlich nicht gerade förderlich.“ Schließlich weise das Haus unbestreitbare Vorteile auf: „Es verfügt über eine konkurrenzlos gute Lage, eine optimale Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und wird mit dem Aufbau des Neumarktes von Tag zu Tag attraktiver.“ Seine Vision für den Kulturpalast: „Ein offenes, transparentes Haus, das auch tagsüber Besucher anzieht.“

Nun käme es darauf an, dass sich beide Parteien, die Dresdner Philharmonie und die Konzert- und Kongressgesellschaft (KKG), einander annähern. Voraussetzung dafür ist die Überführung der Philharmonie in eine Stiftung. Das ist für den 1. Januar 2007 geplant: „Die Vorlage kommt wahrscheinlich nach der Sommerpause in den Stadtrat“, sagt Vogel. Die KKG und die Verwaltung der Philharmonie sollen dann fusionieren, die Stiftung wird Gesellschafter der KKG.

Restaurant ins Erdgeschoss

Zudem existiert seit 2005 eine Machbarkeitsstudie, in der die einzelnen Sanierungsschritte festgelegt sind. „Das ist ein Gesamtplan für die Fassade und die Raumstrukturen“, sagt Busch. Das Frauenkirchenzentrum im Erdgeschoss, das gerade fertig wird, ist beispielhaft für die Öffnung nach außen: Statt poliertem roten Granit gewährt eine Glasfassade Einblick ins Haus. Als nächster Bauabschnitt ist für August 2008 die Sanierung und Optimierung des Festsaals und des Foyers geplant. Dafür wird das Haus über ein Jahr geschlossen: „Es wird natürlich eine Herausforderung, für diese Zeit ein Ausweichquartier zu finden und dabei unsere Konzertbesucher zu halten“, sagt Anselm Rose von der Philharmonie. Auch für Kongresse muss ein solches Quartier erst noch gefunden werden.

16 Millionen Euro wird die Sanierung kosten, fünf Millionen hat der Dresdner Haushalt dafür bereitgestellt. Der Rest soll aus dem Städtebau-Fördermitteltopf von Bund und Land für das Sanierungsgebiet Neumarkt kommen. „Das einzige Risiko, das ich sehe, wäre, wenn diese Fördermittel wegfallen“, sagt Vogel. Er sei aber in dieser Hinsicht vom Stadtplanungsamt beruhigt worden.

Mit der Modernisierung des Foyers wird auch das Restaurant ins Erdgeschoss ziehen, stellte Karin Busch in Aussicht. Damit sei dann ein wesentlicher Punkt – den Kulturpalast auch tagsüber zu einem Anziehungspunkt für Besucher zu gestalten – erfüllt. „Jetzt wissen ja nur Eingeweihte, dass es in diesem Haus eine Gastronomie gibt. Und wer sich dahin verirrt, findet sich im Ambiente einer HO-Gaststätte wieder“, hatte Thomas Löser von der Bürgerinitiative zu bedenken gegeben.