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Görlitz

Von Trauer keine Spur bei der AfD

Die Partei setzt nach der verlorenen OB-Wahl in Görlitz nun auf die Landtagswahl - und kritisiert den CDU-Kandidaten für sein Engagement bei einer Demo.

Sebastian Wippel nahm seine Niederlage gefasst auf.
Sebastian Wippel nahm seine Niederlage gefasst auf. © Foto: Sean Gallup

Ein Bier geht immer. Drei Euro das Pilsner, ein guter Preis. Man kann es sich als Gast im Zeltgarten an der Zittauer Straße selbst an der Theke im Freien abholen oder auch bringen lassen. Sebastian Wippel holt selbst. 

Noch ist es Zeit bis zur ersten Auswertung der Oberbürgermeisterwahl, und der AfD-Kandidat ist entsprechend gelassen. So wie generell die Stimmung im Zeltgarten. Wahlkampfhelfer sind da, AfD-Sympathisanten sowieso und vor allem die Medien. Gefühlt übersteigt die Zahl der internationalen Presseleute locker die der anderen Gäste.

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Zu Letzteren gehört unter anderem Tino Chrupalla. Der AfD-Bundestagsabgeordnete aus Gablenz ist zur moralischen Unterstützung von Sebastian Wippel angereist. Nicht das der das irgendwie nötig hätte, so bekommt man den Eindruck. Sebastian Wippel bleibt während der Auswertung der Wahlergebnisse die Ruhe in Person, egal wie viele Mikrofone und Kameras gerade auf ihn gerichtet sind.

Mal liegt er ein paar Prozentpunkte vorn, mal sein Konkurrent Octavian Ursu, und irgendwann steht es sogar 50 zu 50. Am Ende gewinnt der CDU-Kandidat. „Es war eine Wahl gegen mich, gegen den AfD-Kandidaten“, resümiert Sebastian Wippel. 

Und er sieht die Strategie des Mitbewerbers Octavian Ursu kritisch. „Er hat sich am Ende mit Linksextremisten verbündet, um einen AfD-Oberbürgermeister zu verhindern“, sagt Sebastian Wippel mit Blick auf die Demonstration am Freitagabend in Görlitz. Er schaue jetzt vor allem auf die künftige Arbeit der Partei im Stadtrat. „Wir sind bereit, mit jeder Fraktion zusammenzuarbeiten“, betont Sebastian Wippel. Er hoffe auf gute Gespräche und bringt noch einmal sein Hauptaugenmerk für Görlitz ins Spiel: Wirtschaft, Sicherheit.

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Von Enttäuschung wegen der verlorenen Oberbürgermeisterwahl ist nichts zu spüren im Zeltgarten. Stattdessen gibt es herzliche Umarmungen, einen Blumenstrauß und die Erwartung, dass es bei der Landtagswahl am 1. September besser laufen sollte. „Die Wähler wollen den Wechsel“, ist sich Tino Chrupalla sicher. Und: „Die CDU ist am Ende. Wir werden den Wahlkampf zur Landtagswahl gewinnen.“

Dafür gibt es viel Beifall und „Wippel, Wippel“-Rufe der Anhänger. Dieser sieht die Situation eher pragmatisch. „Die AfD“, ist er sich sicher, „hat das zukunftsorientierte Programm für die Stadt und den Landkreis.“

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