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Von wegen Jecken – Schauspieler!

Seit dero elf Jahren ziehen sie von Burg zu Burg, von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, immer die Landstraßen entlang und spielen für Groß und Klein ihre Geschichten … Die Rede ist von der Komödiantentruppe...

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Von Sebastian Schöbel

Seit dero elf Jahren ziehen sie von Burg zu Burg, von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, immer die Landstraßen entlang und spielen für Groß und Klein ihre Geschichten … Die Rede ist von der Komödiantentruppe „Dippolds Erben“. Jeder hat sie schon mal gesehen oder zumindest von ihnen gehört: Johanna und Mechthilde, die tratschenden Mägde, waren schon bei fast allen großen Veranstaltungen im Weißeritzkreis.

Doch wer jetzt denkt, dass es sich bei den beiden um ein paar verrückte Jecken irgendeines Elferrats handelt, liegt falsch. Johanna und Mechthilde sind in Wirklichkeit Jana Baier und Thomas Schwalbe (Ja, die Frau ist ein Mann!). Beide sind ausgebildete Schauspieler und Pantomimekünstler. Unter dem Namen „Dippolds Erben“ verbirgt sich ihre schon seit elf Jahren bestehende, freischaffende Theatergruppe. Baier und Schwalbe treten in Schulen, Kindergärten, und auf Volks- und Dorffesten auf. Zuletzt konnte man sie am Sonnabend auf der Somsdorfer Kirmes mit einem riesigen Wagen voller Kürbisse sehen. Johanna und Mechthilde sind nicht die einzigen Figuren, die die Schauspieler intus haben. Schwalbe, der aus Dippoldiswalde kommt, jetzt aber in Dresden wohnt, sagt: „Johanna und Mechthilde zu spielen macht uns Riesenspaß, aber wir haben auch andere Figuren, wie den unselbstständigen Herrn Püschel, einen alten DDR-Muffel, der noch bei seiner Mama wohnt.“ Baier wirft ein: „Ja, und wir spielen auch Grimm-Märchen. Da brauchen wir allerdings Verstärkung und beziehen das Publikum gleich mit ein. Uns macht es Spaß, die Leute zum Mitmachen zu animieren.“ Die Schauspielerei ist aber nicht alles im Leben der beiden.

Jana Baier betreibt in Dippoldiswalde einen professionellen Kräuteranbau und -verkauf. Thomas Schwalbe studiert an der TU-Dresden Sozialpädagogik im 7. Semester. „Das klingt beides ziemlich weit von einander entfernt, aber ich habe mal ein Praktikum mit geistig Behinderten im meinem Studium gemacht. Und mit den Leuten haben wir dann Theater gespielt. Das war spitze. Ich will die Schauspielerei mal später unbedingt in meinen Beruf mit einbringen.“ Wer die „Dippolds Erben“ wieder einmal in Somsdorf sehen will, muss noch einen Monat warten. Am 10. Dezember führen die beiden Schauspieler im Vereinshaus Eibe das Märchen Frau Holle auf.