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Vor dem „Kriegsgericht“

Das Museum zeigt im Rahmen ihrer aktuellen Ausstellung einen beachtenswerten Film.

Dass er sich im Fronturlaub gleich zweimal den Arm brechen ließ, um nicht zurück auf die Schlachtfelder zu müssen, wurde einem 21-jährigen Wehrmachtssoldaten zum Verhängnis. Er wurde vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und erschossen. Sein Fall ist nur einer von vielen, die derzeit in der Ausstellung „Was damals Recht war ...“ über die NS-Militärjustiz im Stadtmuseum zu sehen ist. „Das Interesse an der Ausstellung ist groß“, freut sich Leiterin Maritta Prätzel.

Donnerstag, 5. Februar, dann gibt es ein weiteres Highlight im Rahmen der Ausstellung. Museum und die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain zeigen den Film „Kriegsgericht“ aus dem Jahr 1959. Er gilt als „achtbarer Versuch eines westdeutschen Antikriegsfilm“ und stammt von dem österreichischen Regisseur Kurt Meisel.

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Und darum geht’s: Das fiktive deutsche Kriegsschiff „Pommern“ wird 1942 von den Engländern versenkt. Die historische Vorlage dazu lieferte die Versenkung des deutschen Schlachtschiffs Bismarck im Nordatlantik durch die Royal Navy 1941. Im Zentrum stehen dabei keine Seeschlachten, sondern die Hauptprotagonisten des Spielfilms, die in die Mühlen der sich im Verlauf des Zweiten Weltkrieges immer weiter radikalisierenden Militärjustiz der Wehrmacht geraten. Die einzigen drei Überlebenden werden in Deutschland nach ihrer glücklichen Rettung zunächst wegen Tapferkeit ausgezeichnet, geraten aber dann in den Fokus eines als Ankläger fungierenden Kriegsgerichtsrats. Wegen versuchter Fahnenflucht und Feigheit werden sie angeklagt und zum Tode verurteilt.

Eyke Isensse von der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig wird eine Einführung in die Handlung des Films geben. Trotz der weit verbreiteten Verdrängung und des Ausbleibens einer juristischen Aufarbeitung der Verbrechen der Wehrmachtsjustiz ist der Film „Kriegsgericht“ ein sehr frühes Beispiel für den Versuch des bundesdeutschen Nachkriegsfilms, sich damit auseinanderzusetzen.

Beginn 18:00 Uhr, Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

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