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Voran – mit oder ohne Hokuspokus

Zum siebten Mal lädt der Förderverein „Schloss Schönfeld 1996“ e.V. am ersten Advent zur Schlossweihnacht ein. Bunt geschmückte Buden und allerlei kulturelle Zutaten erwarten am Sonntagnachmittag die Besucher.

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Von Luise Zschörnig

Zum siebten Mal lädt der Förderverein „Schloss Schönfeld 1996“ e.V. am ersten Advent zur Schlossweihnacht ein. Bunt geschmückte Buden und allerlei kulturelle Zutaten erwarten am Sonntagnachmittag die Besucher.

Dieser traditionelle Weihnachtsauftakt ist eine der zahlreichen Aktivitäten, mit denen der Verein alljährlich dem alten Gemäuer Leben einhaucht. Bilanz darüber zog der erste Vorsitzende Hans-Jürgen Gläser in der Mitgliederversammlung am Montagabend. Insgesamt 18 kulturelle Veranstaltungen, vom Konzert über Kabarett, Lesung bis zum Operettenabend, wurden angeboten. „Bis auf eine haben sich alle selbst getragen“, so Gläser. Ausstellungen fanden statt und Schlossführungen. Außerdem 24 Familien- und Betriebsveranstaltungen. Mit den Einnahmen aus der Saalmiete deckt die Gemeinde als Eigentümer die Betriebskosten mit ab.

Mitglieder übernehmen Zuschuss für SAM

Zielstrebig verfolgt der Verein das Projekt, das Anwesen als Zauberschloss zu etablieren. Der Magische Zirkel Dresden will hier sein Domizil finden. Mit Unterstützung des „Westlausitzer Heidebogens e.V.“ soll über das Leader+Förderprogramm der EU jetzt eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. Der Schlossförderverein ist Mitglied in dieser Gemeinschaft. „Unabhängig von den Zauberschloss-Vorhaben wollen wir unsere bisherigen Veranstaltungreihen aufrecht erhalten und erweitern“, unterstrich Gläser. Und das in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Magischen Zirkel, dem Großenhainer Schützenhaus, das die Gastronomie im Schloss betreibt, und der Interessentin für das Kleine Schloss. Die Unternehmerin Ingeburg Chrysanth-Piltz aus Königswinter bei Bonn will darin Ferienwohnungen ausbauen. Sie engagiert sich bereits aktiv im Verein.

Baulich hat sich wieder einiges getan. So wurde zum Beispiel das Pfeifenzimmer fertig gestellt. Gläser unterstrich, dass ohne Sponsoren vieles nicht machbar wäre. Kronospan, die Microtech Suss GmbH und die Kreissparkasse sind die größten Stützen, auch Handwerksbetriebe aus dem Ort und der Umgebung bringen sich für das Schloss mit ein. Und sei es denn, dass der Druck neuer Werbeflyer übernommen wird, wie spontan in der Mitgliederversammlung zugesagt.

Der Verein will das Schloss weiter als kulturelles Zentrum ausbauen. Dazu bekannte sich auch Bürgermeister Hans-Joachim Weigel, trotz des äußerst angespannten Gemeindehaushaltes. „Wir müssen mit den wenigen zur Verfügung stehenden Kräften auskommen“, sagte er und sicherte Hilfe bei der Gestaltung und Pflege des Parks und des Umfeldes zu. Für nächstes Jahr sind der Einbau von Fenstern an der Vorderseite des Hauptgebäudes und die Schwammsanierung im Porzellanzimmer geplant. Die Gemeinde hat Fördermittel beantragt. Mit den 2 092 Euro auf dem Spendenkonto des Vereins soll der Eigenanteil finanziert werden. „Wir können nur versuchen, auf eigene Initiative in kleinen Schritten gemeinsam weiter voran zu kommen“, sagte Weigel.

Es fehlt in nächsten

Jahr an Geld

Die Arbeitsfähigkeit muss allerdings gegeben sein. Der Verein hat zurzeit 27 Mitglieder und beschäftigt sechs Mitarbeiterinnen über ABM und SAM (Strukturanpassungsmaßnahme). Ab nächstem Jahr muss der Arbeitgeberanteil für ABM selbst getragen werden. „Was unsere Kräfte übersteigt“, erklärte Gläser. Völlig weg fallen SAM, sofern sie nicht noch dieses Jahr beantragt werden. Die Mitgliederversammlung musste sich also schnell entscheiden. Um den Eigenzuschuss zu sichern, erklärten sich acht Mitglieder spontan bereit, über vier Jahre jeweils einen Monatsbeitrag zu übernehmen bzw. in ihren Betrieben diese Unterstützung zu erbitten. Der fehlende Geldbatzen muss nun über Einnahmen aus Veranstaltungen und weitere Einsparungen kommen.