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Vorarbeit für neuen Discounter

Seit fast 20 Jahren kämpft man in Großharthau für einen Verbrauchermarkt. Jetzt geht es endlich los.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

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Großharthau. Manch einer in Großharthau hatte den Glauben in den vergangenen Jahren schon verloren. Aber seit dieser Woche ist es unübersehbar: Norma wird bauen!

Allerdings sind es noch nicht die Tiefbauer, die seit Mittwoch mitten im Ort graben. Ehe die Bauleute anrücken können, müssen erst einmal die Archäologen ran. Sie führen Bodenuntersuchungen durch, stöbern, ob es irgendwelche Reste aus vergangenen Jahrhunderten gibt, die bewahrenswert sind oder zumindest dokumentiert werden sollten. Die Notwendigkeit dieser Grabungen ergibt sich aus der Nähe zum ehemaligen Rittergut, weiß Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße (SPD). Das Rittergut und das nicht mehr existierende Schloss waren einst das Zentrum des Dorfes. Gut möglich, dass die Archäologen nur wenige Hundert Meter davon entfernt noch Spuren des früheren Lebens finden.

800 Quadratmeter großer Markt

Die Betreibergesellschaft des Discounters Norma plant, in Großharthau nahe des Feuerwehrhauses an der B 6 einen 800 Quadratmeter großen Verbrauchermarkt zu errichten. Im Vorkassenbereich sollen Stände für Bäcker und Fleischer untergebracht werden. Nach SZ-Informationen hat das Unternehmen kürzlich die dafür vorgesehene Wiese von einem Privatmann gekauft. Das Landratsamt erteilte bereits im vergangenen Jahr die Baugenehmigung, allerdings mit Auflagen. Sie betreffen nach SZ-Informationen die Ableitung des Regenwassers, da durch den Bau des Marktes sowie der dazugehörenden Pkw-Stellflächen und der Ein- und Ausfahrt eine große Fläche versiegelt wird. Zum Zeitplan bis zur vorgesehenen Eröffnung äußert sich Norma momentan nicht. Es seien noch nicht alle Fragen abschließend geklärt, heißt es. In der Gemeindeverwaltung hofft man auf einen Baustart im Frühjahr.

Mit dem Bau des Marktes findet ein fast zwei jahrzehntelanger Kampf ein gutes Ende. Seit dem Jahr 2001 – Jens Krauße kandidierte damals zum ersten Mal für das Bürgermeisteramt – kämpft er mit dem Gemeinderat für einen Verbrauchermarkt im Ort. Mehrere Handelsketten waren im Gespräch, alle betonten, verständlicherweise, die Wirtschaftlichkeit. Norma sagte letztendlich zu, wohl wissend, dass der künftige Markt direkt an der Bundesstraße nicht nur von den Großharthauern, sondern auch von Durchfahrenden leben wird.