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Vorerst kein neuer Chef für den Bäderbetrieb

Eigentlich sollten sich zur nächsten Stadtratssitzung die drei in die engere Wahl gekommenen Bewerber für den Geschäftsführerposten der Weißeritztal-Erlebnis GmbH (WTE) vorstellen. Doch dieser Punkt ist für den 16. Dezember gestrichen.

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Von Regine Schlesinger

Eigentlich sollten sich zur nächsten Stadtratssitzung die drei in die engere Wahl gekommenen Bewerber für den Geschäftsführerposten der Weißeritztal-Erlebnis GmbH (WTE) vorstellen. Doch dieser Punkt ist für den 16. Dezember gestrichen. Oberbürgermeister Ralf Kerndt (Unabhängige Bürger) trat auf die Notbremse. „Eine Neueinstellung zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine wacklige Sache“, sagt er.

Grund dafür ist die prekäre finanzielle Situation des Bäder- und Sportstättenbetriebes. Nach dem Weggang des ersten WTE-Geschäftsführers Gerhard Schulze im August wurde ein Neuanfang gemacht – dazu gehörte das Sichten der Bücher der Gesellschaft.

Zuschuss reicht nicht

Dabei stellte sich heraus, dass es um die hundertprozentige Tochter der Stadt offenbar schlechter bestellt, ist als bisher angenommen. „Wir können zwar derzeit noch nicht die gesamte wirtschaftliche Situation überblicken, müssen aber feststellen, dass mehr Mittel verbraucht worden sind als geplant“, erklärt der OB. Damit zeichnet sich ab, dass die GmbH mit dem jährlichen Zuschuss der Stadt von 280000 Euro für den Bäderbereich und den Sportpark nicht auskommt. Das sei aus den Zahlen, die der Stadt bis zum Sommer vorlagen, so nicht ersichtlich gewesen.

Wie das passieren konnte, ist noch nicht bis ins Letzte geklärt. „Auf jeden Fall können wir mit einem neuen Geschäftsführer nicht ohne Weiteres zur Tagesordnung übergehen, sondern müssen überlegen, wie wir weitermachen“, sagt Kerndt. Ziel sei zwar, das derzeitige Angebot der WTE zu erhalten, doch ob das zu schaffen ist, steht momentan in den Sternen.

Erschwerend wirkt sich aus, dass in den Vorjahren aufgrund fehlender Mittel dringend nötige Sanierungen und Modernisierungen im Bäderbereich immer wieder liegen bleiben mussten. Jetzt drängen sie umso mehr. „Doch wie wir das mit Blick auf die sinkenden Einnahmen der Stadt hinbekommen sollen, ist mir heute noch nicht klar“, sagt der OB. Derzeit sondieren der WTE-Aufsichtsrat und die Stadt, welche Einsparmöglichkeiten es gibt.

Auf den Prüfstand kommen auch die Öffnungszeiten und die Betriebsweise der Einrichtungen. Denkbar sei zum Beispiel, das Hallenbad im Sommer zu schließen, sagt Kerndt. „Es sind verschiedene Ansätze in der Debatte. Wenn wir allerdings alles erhalten wollen, wie es jetzt ist, können wir nicht so tun, als gebe es keine Mehrkosten.“

Neubesetzung erst 2010

Was die Neubesetzung der Geschäftsführerstelle betrifft, geht Kerndt davon aus, dass im Zeitraum Februar-März 2010 eine Entscheidung fällt. Dazu will die Stadt auch wieder auf die drei Bewerber zurückkommen, deren Auswahl, mit Hilfe eines Personalberaters, sie sich immerhin rund 4000 Euro kosten ließ. „Uns drängt die Zeit nicht so sehr, da der jetzige Übergangs-chef gute Arbeit leistet. Darüber sind wir uns mit dem Aufsichtsrat der WTE einig“, erklärt Ralf Kerndt.

Er will die Bewerber jetzt schriftlich über die neue Situation informieren. Einer von ihnen ist Peter Antoniewski, bis vor Kurzem noch Erster Bürgermeister von Freital. Er weiß allerdings schon, dass er nicht am 16. Dezember im Dippser Rathaus antreten muss. Das sei jetzt natürlich keine sehr schöne Situation für ihn, sagt er. Seine Bewerbung will Antoniewski aber trotzdem aufrecht erhalten.