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Vorerst keine Finanzspritze für Blankensteiner Orgel

Die Kirchgemeinde sammelt fleißig für die Restaurierung des Instruments, muss sich aber noch gedulden.

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Von Annett Heyse

Nein, eine bessere Nachricht habe er leider nicht, sagt Stephan Vödisch. „Dieses Jahr gibt es definitiv keine Fördermittel“, sagt der Pfarrer aus Mohorn, der auch für die kleine Blankensteiner Kirchgemeinde zuständig ist. Und damit ein Projekt auf dem Tisch hat, welches teuer werden dürfte. Denn die Orgel im Blankensteiner Gotteshaus leidet unter Altersschwäche.

Sie muss möglichst bald komplett überholt und restauriert werden. Vödisch: „Die Orgel klappert und die Kantonisten beschweren sich darüber.“ Selbst Menschen mit wenig Musikerfahrung könnten das inzwischen hören. Zudem beklagen Kirchenmusiker, dass manche der insgesamt 20 Register entsetzlich klingen, mit Sicherheit seien auch viele Pfeifen verschmutzt. Ebenso reagiert das Instrument mittlerweile sehr sensibel auf Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit. Das gesamte Spielwerk mit seinen zwei Manualen ist ein Fall für den Orgelbauer. Bereits vor zwei Jahren nahm deshalb ein Sachverständiger die Orgel unter die Lupe. Sein Urteil: Eine Aufarbeitung des 135 Jahre alten Kolosses kostet rund 46 000 Euro.

Die Kirchgemeinde hat gemeinsam mit den Heimatfreunden Blankenstein sofort angefangen, Geld für die Reparatur zu sammeln. Benefizkonzerte wurden schon veranstaltet, beim Dorffest mit der Spardose herum gegangen, es gibt einen Spendenaufruf im Internet-Auftritt der Heimatfreunde. Einiges habe man schon zusammen, sagt der Pfarrer. „Und wir sammeln fleißig weiter.“ Denn selbst wenn die Landeskirche und die Denkmalpflege das Projekt bezuschussen, bleibt immer noch ein Eigenanteil von bis zu 26 000 Euro. Für die kleine Kirchgemeinde ist das viel Geld. Nun hat sie mindestens ein Jahr länger Zeit, die Summe zusammenzubekommen. Zwar werde man dem Denkmalschutzamt und der Landeskirche noch in diesem Jahr wieder einen Fördermittelantrag einreichen, sagt der Pfarrer. Die Zuwendung könne aber dann frühestens im kommenden Jahr fließen.

Doch der Kirchenmann und auch die Blankensteiner wissen sich zu gedulden. Stephan Vödisch selbst hat das mit der Herzogswalder Orgel erlebt, die ebenfalls altersschwach war und 2009 restauriert wurde. Damals hatte es vom Entschluss, das Instrument überarbeiten zu lassen bis zur Wiedereinweihung zehn Jahre gedauert. Auch die Gemeindemitglieder haben in jüngerer Vergangenheit bereits gelernt, was es bedeutet, die Kirche und ihr Interieur zu erhalten. 2009 wurde hier intensiv gebaut, als der schiefe Kirchturm stabilisiert und erneuert wurde.

Nun also die Orgel. Sie wurde 1879 von der Firma Nagel aus Großenhain im klassizistischen Stil erbaut. Vermutlich mehrmals wurde seitdem in das Instrument eingegriffen. Zuletzt wohl in den 50er-Jahren, als verschiedene Umbauten stattfanden, um den Klang mehr dem Zeitgeist entsprechen zu lassen. Auch die Prospektpfeifen sind längst nicht mehr aus Zinn, sondern aus Zink. Weitestgehend in den Urzustand soll daher die Blankensteiner Orgel zurückversetzt werden. Auch das Holzgehäuse wird aufgearbeitet. Dafür hat die Kirchgemeinde bereits eine Werkstatt gefunden. Die Firma Lindner aus Radebeul wird sich des Instruments annehmen. Aber erst, wenn die 46 000 Euro zusammen sind.

Bankverbindung für Spender: Kirchgemeinde e.V. KBDD-Nord, Kassenverwaltung, Konto-Nr. 106720940, BLZ 850 951 64 oder

Heimatfreunde Blankenstein Konto-Nr. 3445821003, BLZ 850 900 00, jeweils das Stichwort „Orgel“ nicht vergessen