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Kommen neue Asylbewerber?

Die letzten Zuweisungen für den Landkreis Mittelsachsen gab es im Februar. In der Gemeinschaftsunterkunft in Döbeln gibt es einen Quarantänebereich.

In den Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber, wie hier an der Döbelner Friedrichstraße, wird mit mehrsprachigen Aushängen auf die aktuell geltenden Bestimmungen hingewiesen. Die Einhaltung kontrolliert das Personal vor Ort.
In den Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber, wie hier an der Döbelner Friedrichstraße, wird mit mehrsprachigen Aushängen auf die aktuell geltenden Bestimmungen hingewiesen. Die Einhaltung kontrolliert das Personal vor Ort. © Dietmar Thomas

Döbeln. Rund 1.400 Asylbewerber leben zurzeit in Mittelsachsen. Für diese gibt es derzeit wegen der Corona-Pandemie entsprechende Schutzmaßnahmen. Unterdessen teilt der Landkreis mit, ob in den kommenden Wochen neue Asylbewerber kommen werden.

Noch bis Ende April wird sich die Zahl nicht weiter erhöhen. Die Zuweisung wurde vorübergehend gestoppt. Grund ist die Corona-Krise. Vor dem Virus müssen sich auch die hier lebenden Flüchtlinge schützen. Dafür wurden auch in den Gemeinschaftsunterkünften entsprechende Vorkehrungen getroffen.

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Sowohl persönlich als auch mittels mehrsprachigen Aushängen seien die Bewohner über die Einhaltung der Hygienevorschriften belehrt worden, informiert Cornelia Kluge, Pressereferentin am Landratsamt. Zudem seien die Flüchtlinge aufgefordert worden, keine Besucher zu empfangen. Und das werde auch von einem Wachdienst überprüft und gesteuert.

„Die Mitarbeiter von Human-Care (der Betreiber der Döbelner Gemeinschaftsunterkunft und des Wohnprojektes, Anm. d. Red.) weisen die Bewohner regelmäßig auf die pandemiebedingten Verhaltensregeln hin“, so die Pressereferentin. Besondere Regelungen gebe es für die Flüchtlinge während der Corona-Krise aber nicht. In den Einrichtungen wurden zudem in den Eingangsbereichen Spender mit Handdesinfektionsmittel installiert.

In der Gemeinschaftsunterkunft in der Friedrichstraße ist vorsorglich ein Quarantänebereich eingerichtet worden. „In diesem abgeschlossenen Bereich gibt es zwei Vierbettzimmer sowie separate Sanitärräume und eine eigene Küche“, schildert Kluge. Genutzt werden musste der Bereich bisher noch nicht. Einen Corona-Fall in den Unterkünften für Asylbewerber habe es bisher nicht gegeben, so Kreissprecher An-dré Kaiser.

Bewohner reagieren besonnen

Nach Angaben von Cornelia Kluge gehen die Bewohner sehr besonnen mit der besonderen Situation um. Eine Umverteilung der Flüchtlinge, um für mehr Platz in den Einrichtungen zu sorgen, sei nicht nötig gewesen, meint sie. „In den einzelnen Unterbringungsformen sind noch ausreichend Plätze vorhanden.“ In der Gemeinschaftsunterkunft in Döbeln sind derzeit 135 von 205 Plätzen belegt, für 70 Personen wäre bei Einhaltung der sozialen Bedingungen demnach noch Platz in dem Haus. Im Wohnprojekt an der Friedrichstraße sind aktuell alle 39 Plätze belegt.

Auch die Mitglieder des Vereins Treibhaus, die sich für die Flüchtlinge in der Region Döbeln engagieren, hatten versucht, unter diesen die relevanten Informationen zu streuen, so Vereinsvorsitzende Judith Sophie Schilling. „Unsere Projekte gehen weiter, wenn auch ohne direkten, persönlichen Kontakt.“ Es würden verschiedene andere Kanäle genutzt.

Auch das Beratungsangebot für die Migranten ist aufrechterhalten worden. Normalerweise suchen dort zwölf bis 15 Personen vor Ort Kontakt, sagt Hartmut Fuchs vom Bündnis „Willkommen in Döbeln“. Die persönliche Beratung wurde jetzt durch eine telefonische ersetzt. Nachfragen bezüglich des Virus kämen allerdings kaum vor. Vielmehr stünden nach wie vor bürokratische Fragen im Vordergrund. Vor einigen Wochen hat das Bündnis zudem damit begonnen, Schutzmasken zu gestalten. Intensiv genutzt werde zudem der Hotspot am Haus der Demokratie, mit dem die Asylbewerber und Migranten Zugang zum Internet bekommen.

Bisher 26 Asylbewerber im Kreis

Der Zustrom an Flüchtlingen in Mittelsachsen hat sich in diesem Jahr drastisch reduziert. Bis Ende Februar sind nach Angaben des Landratsamtes 26 Asylbewerber dem Landkreis zugewiesen worden. Bis Ende April ist die weitere Zuweisung von Flüchtlingen durch die Zentrale Ausländerbehörde Sachsen ausgesetzt worden.

„Die letzte Aufnahme erfolgte am 19. Februar mit drei Personen“, sagt Cornelia Kluge. Im Vergleich dazu betrug die Zahl der Zuweisungen zwischen Januar und März vergangenen Jahres 129 Personen, rund 100 Flüchtlinge mehr. Insgesamt gab es Ende 2019 nach Angaben des Landkreises 385 Zuweisungen. Damit war die Zahl 2019 im Vergleich zu den Vorjahren erneut gesunken. 2016 suchten noch 1.230 Frauen, Männer und Familien in Mittelsachsen Asyl, 2017 waren es 433, 2018 gab es einen leichten Anstieg auf 465.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Aufgrund der sinkenden und momentan auch ausgesetzten Zuweisung ist in den Unterkünften für die Flüchtlinge im Landkreis zurzeit einiges an Platz gewonnen. Aktuell gibt es 390 freie Plätze. Das entspricht nach Angaben von Cornelia Kluge einem Anteil von 19 Prozent. Für die Unterbringung der Flüchtlinge unterhält der Kreis fünf Gemeinschaftseinrichtungen. Zwei davon befinden sich in Freiberg, eine in Döbeln sowie weitere in Mobendorf und Lunzenau. Hinzu kommen fünf Wohnprojekte in Döbeln, Waldheim und Hainichen, zwei in Frankenberg sowie 173 durch die Freiberger Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung (GSQ) angemietete Wohnungen.

Fast 69 Prozent der Plätze belegt

„Die Gesamtkapazität beträgt 2.011 Plätze. Davon waren Ende Februar 2020 insgesamt 1.384 Plätze belegt“, informiert die Pressereferentin. Das entspricht einem Anteil von knapp 69 Prozent. Um ein soziales Miteinander in den Einrichtungen zu gewähren, werden 237 Plätze in den Unterkünften freigehalten. Die meisten Asylbewerber in Mittelsachsen kommen aus dem Irak, Afghanistan oder Indien. Aber auch Flüchtlinge aus Pakistan, Russland, dem Libanon, Syrien, Venezuela, dem Iran oder Georgien sind derzeit im Landkreis untergebracht.

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