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Sachsen

Vorfahrt mit Fragezeichen

Die Ankündigung neuer Schnellradwege ist löblich, wird in der Praxis aber auf viele Widerstände stoßen, meint Kommentator Gunnar Saft.  

Gesonderte Radwege gibt es in Sachsen noch zu wenige.
Gesonderte Radwege gibt es in Sachsen noch zu wenige. © SZ/Steffen Unger

Die Idee klingt gut: Statt ins eigene Auto setzen sich künftig viele Menschen auf den Sattel eines Fahrrads, um damit zur Arbeit zu fahren. Auf ausschließlich für Radfahrer vorgesehenen Schnellwegen, die einen – mitten in sächsischen Ballungszentren – auf breiten Fahrbahnen und ohne gefährliche Kreuzungen sicher und wesentlich schneller zum Ziel bringen.

Es ist eine geplante Vorfahrt, die für einige Fragezeichen sorgt. Damit meine ich nicht die absehbaren Diskussionen, inwieweit allein Radfahrern im stressigen Tagesverkehr ein solcher Vorrang eingeräumt werden sollte. Für Skepsis sorgen eher die vielen Hürden, die sich vor einem solchen Projekt türmen. Praktisch muss künftig für jeden Meter der geplanten Schnelltrassen um mehr Platz gegenüber den anderen Verkehrsmitteln gerungen werden, um Durchfahrtsrechte für Grundstücke, für die private oder kommunale Eigentümer ganz andere Pläne haben, und um Umweltauflagen, die nötig werden, weil seltene Fledermäuse und bunte Frühjahrsblüher den Weg versperren. Dass es bisher kaum Radschnellwege in Deutschland gibt, hat Gründe.

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Man muss Sachsens Verkehrsminister daher neben viel Glück noch viel mehr Geschick und Ausdauer wünschen, damit die Schnelltrassen keine bloße Ankündigung in einem wichtigen Wahljahr bleiben. Dass die Trassen möglich sind, haben andere Länder in Europa längst bewiesen. Offenbar war dort aber neben der Politik auch der Bürgerwille stark genug.