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Hoyerswerda

Vors Klinikum kommt eine Ampel

Über aktuelle Entwicklungen auf Hoyerswerdas Straßen informierte die Verkehrsunfallkommission.

Die Grollmußstraße wird in den nächsten Tagen mit einer Ampel versehen – genau an der Fußgängerfurt in Verlängerung des Weges vom Ärztehaus.
Die Grollmußstraße wird in den nächsten Tagen mit einer Ampel versehen – genau an der Fußgängerfurt in Verlängerung des Weges vom Ärztehaus. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda.  Mehr als 1 700 Menschen waren im vergangenen Jahr in Hoyerswerda in irgend einer Art an Verkehrsunfällen beteiligt. Diese Zahl wurde in dieser Woche bei der Veröffentlichung aktueller Schwerpunkte in der Arbeit der Verkehrsunfallkommission mit Vertretern der Stadt und der Polizei genannt.

Auf dem Gebiet von Hoyerswerda ereigneten sich demnach 948 Unfälle, lediglich 150 davon in den Ortsteilen. Es gab im März ein Todesopfer. Ein 77-jähriger Radfahrer wurde an der Kreuzung am Lausitzbad von einem abbiegenden Auto angefahren. Insgesamt mussten 42 Menschen nach Unfällen ins Krankenhaus gebracht werden. 

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Polizeihauptkommissar Kai Siebenäuger vom Revier an der Frentzelstraße sagt, dass darunter sehr viele Radfahrer gewesen seien. Den Sachschaden, der im vorigen Jahr auf Hoyerswerdas Straßen entstand, beziffert er auf rund 2,5 Millionen Euro. Wie jedes Jahr hat sich die Unfallkommission besonders neuralgischer Punkte angenommen. Insgesamt stehen aktuell zwölf Stellen unter verschärfter Beobachtung. Das TAGEBLATT fasst hier einige wesentliche Dinge zusammen:

Maria-Grollmuß-Straße

Vorm Klinikum häufen sich zwar die Unfälle nicht, aber Götz Gleiche vom Verkehrsamt sagt: „Wenn die Verkehrsbelastung hoch ist, hat der Fußgänger es schwer, dort über die Straße zu kommen.“ Da hilft auch die 2014 eingerichtete Tempo-30-Zone nichts. Sie wird in Bälde wieder aufgehoben – und zwar im Zusammenhang mit der Errichtung einer Ampel. Baubeginn dafür soll in den nächsten Tagen sein. Spätestens im September soll sie den Weg zwischen dem Ärztehaus am Klinikum und dem Parkplatz vorm Treff-8-Center erleichtern. Im Rathaus geht man nicht nur davon aus, dass die 20 000 Euro-Investition besonders älteren Fußgängern helfen dürfte. Der zusätzliche Stopp für Fahrzeuge auf der Grollmußstraße sollte auch dazu beitragen, dass Autofahrer nicht mehr so lange warten müssen, wenn sie vom Lipezker Platz fahren oder aus der Ratzener Straße abbiegen wollen. Freilich ist Götz Gleiche auch klar, dass viele Autofahrern die neue Ampel wohl nicht unbedingt freudig begrüßen.

Klinikums-Kreuzung

Wo sich Stauffenberg-, Weinert-, Niederkirchner- und Grollmußstraße treffen, krachte es zuletzt besonders häufig. Binnen der letzten drei Jahre gab es zwölf Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Die Polizei sagt, normalerweise dürfte das gar nicht sein. „Eine Ampelkreuzung ist eigentlich sehr sicher“, so Polizeihauptkommissar Sylvio Last. Die Analyse zeigt jedoch: Die Querung der Stauffenbergstraße vom Neustädter Eck zum Treff 8 nehmen besonders Radfahrer gern in die verkehrte Richtung oder gar bei Rot. Die Unfallkommission sagt: Da helfen eigentlich nur verstärkte Kontrollen. Solche sind nun vereinbart. Und weil weithin sichtbare Polizeipräsens aus Verkehrssündern im Handumdrehen ganz vorbildliche Verkehrsteilnehmer macht, sollen bei den Kontrollen auch Polizisten in Zivil zum Einsatz kommen.

Kreuzung Bautzener Brücke

Sieben Unfälle mit Verletzten gab es von 2016 bis 2018 an der Kreuzung der Elster-, der Einstein- und der Alten Berliner Straße. Hier ist es wohl so, dass besonders oft Linksabbieger von der Einsteinstraße nicht damit rechnen, dass auf dem Radweg aus Richtung Jugendfarm kommende Radler nach rechts abbiegen wollen. Es gibt aber auch die Vermutung, dass die Lichtverhältnisse eine Rolle spielen könnten. Man wolle sich daher im Herbst, wenn es wieder etwas trüber wird, die Situation genauer ansehen, sagt Götz Gleiche: „Im Zweifel müssen wir noch eine Laterne aufstellen.“

„Karstadt“-Kreuzung

So schlimm, wie die Situation während des Umleitungsverkehrs wegen des Neubaus der Görlitzer Brücke und der Sanierung der Einsteinstraße einmal war, ist sie längst nicht mehr. Hatte es 2016 allein im Bereich Bautzener Allee / Einsteinstraße 17 Unfälle gegeben, war es im vorigen Jahr dort nur ein einziger. Dennoch hat die Verwaltung sich vorgenommen, den gesamten Bereich zwischen Niederkirchner- und Einsteinstraße mit neuen Straßenmarkierungen zu versehen. Im Wesentlichen geht es darum, Geradeaus- und Abbiegespuren zu entflechten. „So verringern wir Konfliktflächen“, sagt Götz Gleiche. Ein Beispiel dafür: Die Linksabbiegerspur in der Einsteinstraße zum Parkplatz an der großen Robotron-Uhr soll verkürzt werden.

Elsterbogen / Alte Berliner Straße

Erst im April gab es hier drei Verletzte, als ein Pkw gegen die Wand des dort stehenden Dreigeschossers rauschte. In den letzten drei Jahren gab dort es acht Unfälle mit Verletzten. Die Unfallkommission hat darüber nachgedacht, die Vorfahrtsregeln zu ändern, also die abbiegende Hauptstraße zu beseitigen. Doch so, wie sie jetzt geführt ist, bewegt sich auch der Hauptteil des Verkehrs. Zunächst wurde also in den letzten Tagen eine Straßenmarkierung aufgebracht, sodass man sowohl die Haltelinie als auch die Hauptstraßenführung besser erkennt. Zudem soll noch die Beschilderung höher angebracht werden.