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Leben und Stil

Schnäppchenjäger aufgepasst: Betrug mit Gratisproben

Verbraucherschützer warnen vor dem Webportal Probenheld.de und sagen, wie man sich wehren kann.

© imago images / photothek (Symbolbild)

Das Angebot auf dem Webportal Probenheld.de klingt verlockend: „Man bekommt fast jede Woche ein Paket mit einem interessanten Produkt und kann es meistens behalten“, zitieren die Betreiber einen Kunden. Das Foto zeigt ein Smartphone, einen Laptop und Diätmittel. Das Versprechen: Wer sich registrieren lässt, erhält aus allen möglichen Produktkategorien Gratisproben. Das lockt viele an.

Doch Vorsicht ist geboten. Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Kehl häufen sich Beschwerden über das Portal. „Statt der Produktproben tappen Kunden in teure Abofallen“, warnt das EVZ. „Sie erhalten hohe Rechnungen für unbestellte Lieferungen, zum Beispiel von einer Kreditkartenfirma oder einem Unternehmen namens Seitensprung.tv.“ Fast 1 000 Euro wollte Letzteres bei Nutzern eintreiben. Zudem flatterten den Opfern aggressive Mahnschreiben von Inkassofirmen ins Haus. „Die Rechnungen von Platinum Card und Seitensprung.tv stehen in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Eingabe persönlicher Daten auf Probenheld.de“, stellt das EVZ fest.

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Der Betreiber gibt im Impressum eine Geschäftsadresse in der Karibik an. Unter der auf dem Portal angegebenen Rufnummer meldet eine Bandansage, dass es keine Verbindung mehr gibt, und eine Mailanfrage der Sächsischen Zeitung wurde als unzustellbar zurückgesandt.

Der Trick der Betreiber ist simpel. Wer Gratisproben haben möchte, muss sich zunächst mit seinen Daten registrieren. Mit derlei Informationen können Böswillige auf Abzocktour gehen. „Wir raten bei kostenlosen Angeboten im Internet grundsätzlich zur Vorsicht“, sagt EVZ-Juristin Sabihat Kreß. Auch auf den Datenschutz sollten die Verbraucher achten. 

Ein Blick auf die Geschäftsbedingungen bei Probenheld.de hilft allerdings bestenfalls Experten weiter. Die Formulierungen sind für viele Verbraucher unverständlich. Bestehen Zweifel an der Seriosität eines Anbieters, sollten Kunden bei einer Verbraucherzentrale oder dem EVZ nachfragen.

„Wir raten Betroffenen, den Forderungen per E-Mail zu widersprechen und die sofortige Löschung der persönlichen Daten zu verlangen“, sagt die Juristin. Die Rechnungen sollten auf keinen Fall bezahlt werden, ohne dass zuvor rechtlicher Rat eingeholt wurde. Nach Auffassung der EVZ verstößt das Portal gegen zahlreiche gesetzliche Vorschriften. Für Betroffene hat das Zentrum Musterbriefe verfasst, mit denen sie sich zur Wehr setzen können.

Die Musterbriefe finden Sie hier.

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