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Vorsicht, Wechselkurs-Trick!

Die Tschechische Krone wertet stetig auf. Mehr denn je sollte man beim Geldtausch aufpassen.

© Steffen Neumann

Von St. Neumann und P. Laurinova

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Prag. Der Weg in die Seitenstraße lohnt sich. Während die Wechselstuben am Prager Wenzelsplatz auf einen Euro nur weniger als 25 Kronen ausgeben und dafür teils sogar noch Provision berechnen, zahlt die Wechselstube in der Jindrisska-Straße immerhin 25,21 Kronen für einen Euro. Kein Wunder, dass hier Kunden sogar Schlange stehen. Die Tschechische Krone ist in Bewegung geraten und der Vergleich beim Tauschen lohnt sich. Die Bewegung der Landeswährung zeigt aber derzeit nur in eine Richtung – nach oben. Seit die tschechische Notenbank CNB im April vergangenen Jahres den starren Wechselkurs von 27 Kronen je Euro aufgab, hat die Währung um 6,5 Prozent zugelegt. Deutsche Touristen bekommen also weniger Kronen für den Euro.

Abzocke: Für einen Euro werden im Foyer der Metrostation „Muzeum“ nur 17,75 Kronen gezahlt. Oben steht der umgekehrte Tauschkurs, von Krone in Euro: 25,55 Kronen.
Abzocke: Für einen Euro werden im Foyer der Metrostation „Muzeum“ nur 17,75 Kronen gezahlt. Oben steht der umgekehrte Tauschkurs, von Krone in Euro: 25,55 Kronen. © Steffen Neumann
Auch am Geldautomaten wird zugelangt, wenn man falsch drückt. Es empfiehlt sich der Button links unten.
Auch am Geldautomaten wird zugelangt, wenn man falsch drückt. Es empfiehlt sich der Button links unten. © Steffen Neumann

„Seit August hat die Notenbank die Leitzinsen schon dreimal erhöht. Das ist in Mitteleuropa einmalig, sodass viele Anleger in die Krone drängen. Zudem boomt der Export. Einkäufer aus dem Ausland versorgen sich mit Kronen, um tschechische Erzeugnisse zu kaufen“, erklärt Gerit Schulze, Leiter des Außenwirtschaftsbüros Germany Trade & Invest (GTAI) in Prag, was den Wert der Krone treibt. Mit den höheren Zinsen will die Notenbank die wachsende Inflation und die Immobilienblase vor allem in Prag in den Griff bekommen, so Schulze weiter. Denn auch die Hypothekenzinsen steigen. „Das soll es schwerer machen, eine Wohnung zu kaufen“, sagt Schulze.

Der wachsende Krone-Wert verteuert Touristen aber den Aufenthalt in Tschechien. Noch hält sie das offenbar nicht davon ab, nach Tschechien zu reisen. „Wir sind komplett ausgebucht und auch das Skigebiet ist gut besucht. Die Leute kommen eher wegen des Schnees, als dass sie über den Kurs nachdenken“, meint Josef Dlouhý vom Skigebiet Klíny (Göhren) im böhmischen Erzgebirge. Auch in der Liberecer Region und im Riesengebirge gibt es keinen Rückgang bei den Gästezahlen. Gerade erst meldete das tschechische Fremdenverkehrsamt Zuwachs bei den Gästezahlen für das Jahr 2017.

Die steigende Krone ist für Josef Dlouhý jedenfalls bislang kein Thema, was auch daran liegt, dass er beim Bezahlen mit Euro seit Jahren unverändert den Kurs 1: 25 zugrunde legt. Auch Gabriela Schönbauerova vom Braurestaurant Monopol in Teplice (Teplitz) spürt kein verändertes Verhalten. Allerdings berechnet sie im Restaurant beim Zahlen einen Kurs von 1:24. „Da haben wir noch Luft.“ Ihr Kollege Jan Zelenka von der Pension Mikulas in Mikulov (Niklasberg) im Erzgebirge hat dagegen vor, seine Euro-Preise anzupassen. „Das passiert aber erst im Frühling. Für die Wintergäste gelten die Preise bei Buchung.

Im Riesengebirge seien die Hotels zu 90 Prozent ausgebucht in der Wintersaison. Dank der guten wirtschaftlichen Lage kommen viele Einheimische, aber auch Polen, Deutsche und Niederländer. In der Region gab es teilweise Preissteigerungen. Im Hotel Orea Resort Sklár mit eigenem Wellness-Zentrum in Harrachov (Harrachsdorf) kostet der Platz im Zweibettzimmer pro Person 2 200 Kronen, im Vergleich zu 2017 seien der Preis um fünf Prozent gestiegen. Insgesamt bietet das Hotel, das fünf Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt ist, 400 Plätze. Die Preise hängen dort auch ab von der Belegung und Nachfrage. Im Nichtraucherhotel Špindlerova bouda samt Sportzentrum in Špindleruv Mlýn (Spindlermühle) sind 1200 Kronen pro Person im Zweibettzimmer zu zahlen. Der Preis sei im komplett sanierten Haus unverändert gegenüber dem Vorjahr. Eine Erhöhung sei nicht geplant.

Josef Dlouhý glaubt nicht, dass sich das Verhalten der ausländischen Gäste in absehbarer Zeit ändert. „Dafür ist es hier immer noch deutlich günstiger als in Deutschland. Da müsste die Krone deutlicher aufwerten, auf unter 24 Kronen vielleicht“, sagt Dlouhý. So weit wird es aber nicht kommen, meint Gerit Schulze: „Die Notenbank hat angekündigt, einzugreifen, wenn die Krone zu stark aufwertet.“ Das ginge nämlich gegen die eigenen Exportfirmen.

Um unabhängig von den Wechselkursen zu sein, die in Hotels oder Restaurants gelten, empfiehlt Ivo Ulrich von Czech-tourist.de, Geld selbst zu tauschen. „Am besten in der Bank oder am Geldautomaten. In der Wechselstube drohen Überraschungen. Schon gar nicht sollte man auf der Straße tauschen“, warnt Ulrich. Aber auch am Geldautomaten lauert eine Falle. Dort sollte man sich nicht auf den angebotenen Umrechnungskurs einlassen. Der greift in der Regel, wenn der Button rechts unten gewählt wird. Wie auf dem Foto oben zu sehen, berechnet eine Bank aktuell für einen Euro nur 22,623 Kronen. Ohne vorher festgelegten Kurs fährt man in der Regel deutlich besser. Eine gute Alternative ist zudem die Zahlung mit Karte. „Verlangen Sie eine Berechnung in Kronen, damit fahren Sie günstiger“, rät Ulrich. Dass der Umtausch irgendwann wegfällt, ist laut Schulze von GTAI nicht zu erwarten. „Tschechien könnte den Euro sofort einführen, die Bedingungen werden erfüllt. Was fehlt, ist der politische Wille.“