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Vorsichtige Annäherung

Kooperation. Vertreter von Vattenfall Europe besuchten gestern auf Einladung der Domowina sorbische Institutionen.

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Von Carmen Schumann

Das Verhältnis zwischen der Domowina und dem Energiekonzern Vattenfall Europe umschrieb der Domowina-Vorsitzende Jan Nuck gestern mit dem Sprichwort: „Wenn du deine Feinde nicht bezwingen kannst, musst du mit ihnen Freundschaft schließen.“ Da die Sorben anerkennen, dass sie keine Chance haben, die Abbaggerung ihrer Dörfer zu verhindern, bemühen sie sich, mit dem Energiekonzern gut auszukommen. Und die Bereitschaft dazu ist auch auf der Gegenseite groß: Im Ergebnis eines ersten Gespräches von Vattenfall-Vertretern mit dem Domowina-Vorstand vor wenigen Wochen besuchten gestern Hartmuth Zeiß und Detlev Dähnert die sorbische Grundschule Ralbitz, das Sorbische National-Ensemble, das Sorbische Institut und die Smoler‘sche Verlagsbuchhandlung. Die Vattenfall-Vertreter zeigten sich im Anschluss sehr angetan von der engagierten Arbeit, die in den sorbischen Institutionen geleistet wird. „Wir haben viel gelernt heute“, so die Konzernleute. Sie bekannten sich ausdrücklich zu ihrer Verantwortung für die Region. „Die Braunkohle wird langfristig eine wichtige Rolle spielen“, betonte Hartmuth Zeiß. Dies und die Suche nach Wegen, den Rohstoff noch intensiver zu nutzen, biete die Chance, langfristig und nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Die bislang geknüpften Kontakte auch zu den Domowina-Vertretern in den Gemeinden sollen weiter intensiviert werden.