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Vorstand will Gemeinde voranbringen

Engagement. Auch in Ponickau, Schönfeld und Linz unterstützen die Kirchenvorsteher die Arbeit des Pfarrers.

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Von Frank Dregennus

Jeden Monat brennt einmal auch um 22 Uhr noch Licht im Kirchgemeinderaum von Ponickau, Schönfeld oder Linz. Auf dem Tisch in der Mitte stehen neben einem kleinen Blumenstrauß Wasser und Saft. Ebenso findet sich hier allerhand Papier. Listen, Pläne und das Protokollbuch. Manchmal Flurstückskarten. Ein anderes Mal ist es der Entwurf des Haushaltplanes. Oder der Jahresplan der Kirchgemeinde bzw. Angebote zu Bauleistungen, über die entschieden werden muss.

Um den großen Tisch herum sitzen neun bis zehn Frauen und Männer der Kirchgemeinde, die sich angeregt über die aktuellen Veränderungen in der Verwaltung der Landeskirche unterhalten.

Verantwortung übernehmen

Nebenbei geht ein Zettel in der Runde herum. Hier trägt sich ein, wer an den nächsten Sonntagen im Gottesdienst die Epistel und das Evangelium aus der Bibel liest. Manchmal gilt es auch den Kirchnerdienst zu übernehmen. Das heißt, zum Gottesdienst die Kirche auf- und zuzuschließen, die Glocken zu läuten, den Altar vorzubereiten, oder – wie in Schönfeld – sich um die richtige Einstellung der Lautsprecheranlage zu kümmern.

Regelmäßig fragt der Pfarrer auch in die Runde, wer einen Geburtstagsbesuch bei den Jubilaren in der Kirchgemeinde übernehmen kann, besonders dann, wenn er selbst im Urlaub oder durch eine Weiterbildung unterwegs ist.

So ist jedes Mal einiges im Vorstand der Kirchgemeinde zu besprechen und zu klären. Der Vorstand – ein Gremium, das öffentlich wenig in Erscheinung tritt. Und doch wäre ohne das viele Stunden umfassende ehrenamtliche Engagement jedes einzelnen die Arbeit einer Kirchgemeinde nicht denkbar. Denn auch in der Umsetzung der Beschlüsse ist der Pfarrer auf die Hilfe seiner „Mannschaft“ angewiesen.

Und so, wie ohne gute Spieler kein Fußballspiel zu gewinnen ist, kann auch ein Pfarrer – der zudem meist mehrere Kirchgemeinden zu betreuen hat – ohne verantwortliche Kirchenvorsteher in der Gemeinde nichts voranbringen.

„Ich möchte als Christ Verantwortung übernehmen und der Gemeinde ein Stück Gesicht geben“, erklärte Bernd Naumann vom Schönfelder Kirchenvorstand auf die Frage, was ihm bei dieser Aufgabe wichtig ist. Und er fügte hinzu: „Es geht dabei viel weniger um das Präsentieren, sondern um das Voranbringen und Mitgestalten der Gemeinde durch die eigenen Ideen und Gaben.“ Als grundlegend betont Bernd Naumann dabei den Glauben an Jesus Christus, als Fundament aller Arbeit in der Kirchgemeinde. Gerade das gemeinsame Gebet zu Beginn der Sitzung ist Herrn Naumann wichtig, da sich hier verdeutlicht: „Die Entscheidungen werden nicht nur aus uns heraus getroffen, sondern in der Verantwortung des Glaubens.“

Auch Matthias Boy vom Kirchenvorstand Linz möchte „die Gemeinde durch die eigenen Gedanken und Ideen mitgestalten“. Und ihm ist wichtig, „dass der Glauben vorgelebt, die Gemeinde weiterleben und von anderen auch aktiv erlebt werden kann.“

Auch junge Christen sind dabei

Herr Naumann und Herr Boy repräsentieren dabei mit 43 und 33 Jahren gut das Alter der Kirchenvorstände von Ponickau, Linz und Schönfeld. Dass der Gesamtaltersdurchschnitt der Mitglieder bei nur 40 Jahren liegt, zeigt, dass neben den erfahrenen Älteren auch junge Christen bereit sind, Verantwortung in ihrer Kirchengemeinde zu übernehmen.

Auf die Frage nach einer möglichen weiteren Mitarbeit antworteten beide mit „Ja“. Klarer lässt sich kaum verdeutlichen, dass – obwohl es sich um einen unentgeltlichen Einsatz mit mancher zusätzlichen Stunde Arbeit handelt – offensichtlich auch ein großer persönlicher Gewinn damit verbunden ist.

Über die Mitarbeit jedoch entscheidet letztlich die Kirchgemeinde in zwei Jahren. Dann wird die nächste Kirchenvorstandswahl stattfinden.

Frank Dregennus ist Pfarrer in den Kirchgemeinden Ponickau, Linz und Schönfeld