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VW-Treffen lockt 35 000 Besucher auf den Bautzener Flugplatz

Sonne satt, interessante Autos und tolle Shows begeistern. Der neue Familientag findet unterschiedliche Resonanz.

Von Carmen Schumann

Das war ja mal was ganz Besonderes. Die Stunt-Show mit den fliegenden Mopeds und Quads gefiel dem siebenjährigen Leon riesig. Mit glänzenden Augen berichtete der Junge, der mit seinem Vater Andreas Müller aus Großschweidnitz nach Bautzen gekommen war, dass er das ganz toll fand. Beim 20. VW-Pfingsttreffen, das vom Donnerstag bis zum Pfingstmontag auf dem Bautzener Flugplatz stattfand, gab es sogar eine Premiere: Erstmals war der Sonntag zum Familientag deklariert worden. Die Stunt-Show sei extra für Kinder ins Programm aufgenommen worden, sagte Wenzel Körner vom Organisationsteam.

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Mit seinem zweijährigen Sohn im Kinderwagen war Armin Pietsch aus Burg bei Hoyerswerda eher die Ausnahme beim Pfingsttreffen. Der Familienvater hatte gehofft, dass etwas für die ganze Familie geboten wird. Doch er musste feststellen: „Wir sind fast die Einzigen mit Kindern.“

Sven Lehmann von der Firma Idecon, die das VW-Pfingsttreffen organisierte, erklärte, dass der gemeinsam mit der Sächsischen Zeitung ins Leben gerufene Familientag ein Publikum anlocken wollte, das nicht unbedingt VW fährt oder sein Fahrzeug tunt. „Wir möchten dem ganz normalen Bürger das VW-Treffen näher bringen, und das zu einem fairen Preis“, sagt er. In der Tat hatten SZ-Leser die Möglichkeit, mit der SZ-Card die Tickets günstig zum halben Preis zu bekommen.

Geboten wurde schließlich einiges. Wer einen gesunden Magen hatte, konnte in einem sogenannten Drift-Taxi mit professionellen Fahrern mitfahren. Allerdings ist eine 180-Grad-Wende bei 100 Sachen nicht unbedingt jedermanns Sache. Geboten wurden aber auch Shows, die man sonst nur äußerst selten zu sehen bekommt. So zum Beispiel die Dragster-Show. An den Start gingen dabei extrem getunte Fahrzeuge. Das stärkste davon war 3 000 PS stark, das „schwächste“ immerhin noch 800 PS. Obwohl in Litten ja eine Flugzeug-Landepiste zur Verfügung steht, konnten die Piloten ihre Boliden gar nicht voll ausfahren. „Ihre Leistung konnten sie nur zu einem Drittel ausschöpfen“, erklärte Wenzel Körner. „Theoretisch könnten sie auf Geschwindigkeiten von bis zu 400 Stundenkilometern kommen.“ Dennoch erreichte der Schnellste, Ben Rauch aus Gotha, 276 Stundenkilometer. Die Viertelmeile, also 402,33 Meter, legte er dabei in 8,917 Sekunden zurück.

Tim Beyer aus Meißen war extra wegen der Viertelmeile nach Bautzen gekommen. Er meinte, letztes Jahr noch extremere Fahrzeuge gesehen zu haben. Der Kfz-Mechatroniker stellte fachmännisch fest, dass das extrem heiße Wetter für solch eine Show nicht ideal ist: „Pkw mit Turbo können bei so einer Hitze einfach nicht die Leistung bringen, wie bei normalem Wetter“, sagte er. Zum Glück hatten er und seine Freunde vorgesorgt. Eleonora Haas, ebenfalls aus Meißen, meinte: „Ohne unser aufblasbares Badebecken hätten wir es gar nicht ausgehalten“.

Christopher Herborn, der mit seinen Kumpels aus Brandenburg nach Bautzen gekommen war, fand die Dragster-Show sehr gelungen. Überhaupt war er mit seinem zweiten Besuch auf dem VW-Treffen sehr zufrieden: „Autos sind da, Frauen sind da, Alkohol ist da – alles paletti!“ Das Einzige, was er verbesserungswürdig fand, war die Wasserversorgung. „Bei der Hitze wären ein paar Wasserstellen mehr gut.“