merken
PLUS

Radeberg

Wachau drückt bei S 177 aufs Tempo

Der Gemeinderat drängt auf eine fristgerechete Fertigstellung – und wendet sich dafür an den Verkehrsminister.

An den beiden Wildbrücken der neuen S 177 bei Radeberg wird derzeit gebaut, an der Fahrbahn selbst allerdings noch nicht.
An den beiden Wildbrücken der neuen S 177 bei Radeberg wird derzeit gebaut, an der Fahrbahn selbst allerdings noch nicht. © René Plaul

Wachau. Im Dezember 2020 soll die S 177 zwischen Radeberg und der Autobahn fertig sein. So steht es zumindest auf den Bautafeln. In Wachau zweifelt man mittlerweile jedoch daran, dass dieser Termin eingehalten werden kann. Deshalb hat der Gemeinderat in dieser Woche entscheiden, einen offenen Brief an Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Martin Dulig zu schicken. Fast zeitgleich kam von dort ein Schreiben an den stellvertretenden Bürgermeister und Stefan Cyriax.

Dieser hatte sich bereits Ende März in einer Mail an den Minister gewandt. Anlass war ein kurz zuvor erschienener Pressebericht, in dem von einer Verzögerung der Bauarbeiten aufgrund von Versäumnissen im Wirtschaftsministerium zu lesen war. Während in diesem Jahr weiter an den Brücken für das neue Teilstück der Staatsstraße gearbeitet werde, soll der Bau der Fahrbahn deshalb erst im nächsten Jahr beginnen. Den Baubeginn 2020 bestätigte im März auch Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) gegenüber der SZ.

Anzeige
Wie leben Familien in Sachsen?

Die große Umfrage zur Familienzufriedenheit geht in eine neue Runde. Jede Antwort zählt!

Im Antwortschreiben des Ministers heißt es nun, dass der Bau im angesprochenen Abschnitt der Staatsstraße 177 zwischen Radeberg und dem Anschluss an die Autobahn 4 auch in diesem Jahr weitergeführt werde. Die entsprechenden Finanzmittel seien dafür im Doppelhaushalt 2019/20 fest eingeplant worden. Für Stefan Cyriax ist das eine unbefriedigende Antwort. Davon, dass weitergebaut werde, sei man ohnehin ausgegangen, sagt er. Eine Zusage, dass die Straße wie geplant Ende nächsten Jahres fertig wird, enthält das Schreiben nicht. Darin heißt es lediglich: „Wir gehen daher davon aus, dass die Umsetzung der Maßnahmen wie geplant erfolgen kann.“ Hinsichtlich der auf den Bautafeln angegebenen Realisierungszeiträume sei jedoch zu sagen, dass diese Angaben im Vorfeld des Baubeginns auf Erfahrungswerten beruhen und optimale Abläufe bei Planung, Genehmigung und Bau zugrunde legen. Wenn also nicht alles optimal läuft, ist der Termin nicht zu halten.

„So richtig zufrieden sind wir mit der Aussage nicht“, sagt Cyriax und kündigt an, dass Antwortschreiben in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am kommenden Mittwoch an seine Ratskollegen verteilen zu wollen. Man werde dann darüber reden, was die übrigen Mitglieder des Gremiums davon halten und entscheiden, ob der offene Brief in geänderter Form doch noch abgeschickt wird. Davon wurde nach Eingang des Schreibens aus dem Ministerium erst einmal abgesehen.

Die Forderung der Gemeinde ist klar: Ber neue Abschnitt der S 177 soll schnellstmöglich fertig werden und der Bau der Fahrbahn noch in diesem Jahr beginnen. „Schon im Schreiben des Gemeinderates der Gemeinde Wachau vom 16. März 2011 haben wir Ihren Vorgänger im SMWA, Herrn Staatsminister Morlok, auf die Dringlichkeit dieses Straßenbauvorhabens hingewiesen“, heißt es in dem offenen Brief. Und an der hat sich seither nichts geändert. Weitere Verzögerungen seien für die Bürger der Gemeinde nicht mehr nachzuvollziehen.

Je eher die Umgehungsstraße fertig ist, desto eher verringert sich der Verkehr, der derzeit noch mitten durch die Leppersdorf, Feldschlößchen und Seifersdorf rollt. „Die Bürger sollen entlastet werden“, sagt Cyriax. In den Programmen zur Wahl des neuen Gemeinderats Ende des Monats findet sich deshalb auch die Forderung, besagte Straßen nach Fertigstellung der S 177 für den Schwerlastverkehr zu sperren.