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Wachau fordert Tempolimits

Das Landratsamt hat Blitzer-Zahlen bekannt gegeben. Die Gemeinde will seit Langem gegen Raser vorgehen.

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© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Wachau. Die Gemeinde Wachau kämpft seit Langem für eine Temporeduzierung auf den Hauptverkehrsstraßen in Leppersdorf und Seifersdorf. Durch beide Orte rauscht pausenlos der Verkehr. Viele Fahrer sind mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Das hat die Gemeinde jetzt schwarz auf weiß. Das Landratsamt Bautzen lieferte jetzt entsprechende Zahlen. Danach wurden auf der S 95 in Leppersdorf im vergangenen Jahr 618 Autofahrer mit überhöhtem Tempo geblitzt und das an lediglich vier Messtagen. An einem Messtag lag die Quote der Temposünder bei über 40 Prozent. Insgesamt wurde in diesem Bereich die Geschwindigkeit von rund 2 800 Kraftfahrzeugen kontrolliert. „In Leppersdorf wird im Vergleich zu den anderen Messstellen mit Abstand am meisten gerast“, sagt der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Er ist deshalb über eine frühere Entscheidung des Landratsamtes empört, auf dieser Straße keine verkehrsberuhigenden Maßnahmen umsetzen zu wollen. „Wir hoffen, dass sowohl das Landesamt für Straßenbau und Verkehr als auch das Straßenverkehrsamt in Bautzen bei solchen Zahlen endlich ein Einsehen haben und uns bei der Einführung eines Tempolimits von 30 Kilometer pro Stunde unterstützen. Die Dunkelziffer der Temposünder dürfte ja weitaus höher liegen.“

Zahlen geben zu denken

In Seifersdorf drängt die Gemeinde ebenfalls seit Längerem auf eine Geschwindigkeitsreduzierung. Dort befinden sich direkt an der Staatsstraße eine Kindertagesstätte und eine schlecht einsehbare Kreuzung. Auch hier geben die Zahlen des Bautzener Landratsamtes zu denken: Von Januar bis Dezember 2015 wurden mit dem stationären Blitzer 1 058 Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit erfasst. Nach Angaben der Gemeinde Wachau zeigt sich die Kreisbehörde davon aber wenig beeindruckt. In einer Antwort an die Gemeindeverwaltung heißt es, es sei nicht davon auszugehen, dass hier ein Tempolimit kommt. Selbst die rechtliche Neuregelung für ganz Deutschland, wonach Tempo 30 auf Bundes-, Staats- und Kreisstraßen leichter eingeführt werden kann, würde nach Einschätzung des Landratsamtes nichts ändern. Nach Ansicht von Ingo Link, Sachgebietsleiter Untere Straßenverkehrsbehörde, können die Kita-Kinder schon jetzt die Straße sicher an der bereits vorhandenen Fußgängerampel überqueren. Sie liegt rund 400 Meter vom Kindergarten entfernt. Auch im Fall Leppersdorf verweist das Landratsamt auf die bereits bestehende Ampelanlage im Ort.

Im Bestreben für mehr Verkehrssicherheit hatten die Wachauer in einem Punkt Erfolg. Der Fußgängerüberweg auf der S 177 zwischen Feldschlößchen und Seifersdorf wird kommen. Er soll am Abzweig nach Kleinwachau eingerichtet werden. Wachaus Bürgermeister und der Chef des Epilepsiezentrums Kleinwachau, Martin Wallmann, hatten sich dafür stark gemacht. Nach Angaben des Landratsamtes sollen in diesem Jahr die Planungen abgeschlossen werden, voraussichtlich im Frühjahr 2017 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Geplant ist, die stark befahrene und unübersichtliche Straße an dem Knotenpunkt zu verbreitern. In Fahrtrichtung Seifersdorf wird eine Linksabbiegerspur eingerichtet, auf der die Autofahrer sicherer in Richtung Kleinwachau abbiegen können. Für Radfahrer und Fußgänger, die beispielsweise aus Richtung Kleinwachau nach Wachau wollen, wird eine Querungshilfe also eine Mittelinsel angelegt.