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Endlich mehr Platz in Wachau

Die Gemeindeverwaltung wechselt das Gebäude. 900 Umzugskartons sind dazu notwendig. Woran es noch hapert.

Das ist ein Sitzungssaal, der den Namen verdient. Rund 100 Besucher finden hier Platz. Tische und Stühle werden in den nächsten Tagen eingeräumt.
Das ist ein Sitzungssaal, der den Namen verdient. Rund 100 Besucher finden hier Platz. Tische und Stühle werden in den nächsten Tagen eingeräumt. © Christian Juppe

Wachau. In Sachsen, dies ergab jüngst eine Studie, die sich mit dem Umzugsverhalten der Bundesdeutschen auseinandersetzt, bereitet man sich besonders intensiv auf das neue Zuhause vor. Mehr als neun Wochen nimmt man sich Zeit für die Planung. Wenn jedoch eine Gemeindeverwaltung wie die in Wachau umzieht, braucht es natürlich mehr Vorbereitungszeit. „Im November des vergangenen Jahres haben wir bereits mit den Planungen begonnen“, so Wachaus Bürgermeister Veit Künzelmann. 

In den Gängen der neuen Gemeindeverwaltung, die sich unweit der alten im Dorfzentrum befindet, türmen sich derzeit noch die Umzugskartons. Rund 900 hatte die Gemeinde bei dem Logistikunternehmen, das diesen Umzug organisiert, bestellt. In der alten Gemeindeverwaltung herrscht in diesen Tagen Kehraus-Zeit. Die meisten Amtsstuben dort sind leergeräumt, in einigen stehen noch einige Stühle und Büroschränke. Auf Tischen zeigen Computer und Telefon, dass bis vor Kurzem noch gearbeitet wurde. Bei den Mitarbeitern liegt so was wie Aufbruchstimmung in der Luft. Künzelmanns Büro befindet sich im ersten Stock. Hell und lichtdurchflutet. 

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Künzelmann hat den Raum in den zurückliegenden Wochenenden alleine eingerichtet. „Da hatte ich hier Ruhe“, erklärt der Bürgermeister. Fast still ist es auch an diesem Tag in dem neuen Gebäude, in dem noch nicht alle Räume eingerichtet sind. Auffallend: die Farbe, mit der Aufgänge und Flure gestrichen sind. Ein sanfter, beruhigender Grünton. Klar, dass für alle Mitarbeiter dieser Umzug auch so eine Art Befreiungsschlag ist. Und eine prima Gelegenheit ist, sich von Altem, nicht mehr Gebrauchtem zu trennen. Etliche Büromöbel landeten in den vergangenen Tagen im Container.  

Mit dem Umzug hat sich Wachaus Gemeindeverwaltung räumlich vergrößert. Fast alle Büros vermitteln Weitläufigkeit. Das barrierefreie Gebäude ist auch mit Fahrstuhl und Fußbodenheizung ausgestattet. Teeküchen und Sanitärbereiche sind großzügig konzipiert. Im Saal, wo künftig auch die Gemeinderatssitzungen durchgeführt werden, und in dem rund 100 Menschen Platz finden, herrscht hingegen noch gähnende Leere.

Von Wachaus neuem Gemeindezentrum profitieren auch andere örtliche Institutionen. Die Freiwillige Feuerwehr bekommt hier einen Schulungsraum. Im Erdgeschoss befindet sich ein Vereinszimmer. Gedacht als Treff für Heimatverein, Seniorenklub und andere örtliche Klubs. 

Die Kosten für dieses Projekt betragen rund 3,6 Millionen Euro. Der Großteil, rund 75 Prozent, wird über Fördermittel finanziert. Mit den Bauarbeiten an dem Gebäude, in dem früher eine Turnhalle untergebracht war, hatte man bereits vor knapp drei Jahren begonnen. Eigentlich war der Umzug für den Jahreswechsel 2019/2020 geplant gewesen. Doch aufgrund von Baumängeln, die im vergangenen Jahr behoben wurden, hatte sich der Umzug der Gemeindeverwaltung um ein halbes Jahr verzögert. 

Bei dem trotz intensiver Vorbereitung nicht alles glatt läuft. Veit Künzelmann hofft, dass es noch in dieser Woche mit der bei der Telekom bereits im November des vergangenen Jahres beantragten Freischaltung klappt. Denn „im Moment haben wir hier nur eine einzige Leitung“. Ohne funktionierende Technik geht logischerweise auch bei der Wachauer Gemeindeverwaltung nichts. 

Ab kommenden Montag wird die Gemeindeverwaltung wieder geöffnet sein. Künzelmann: „Ich rechne fest damit, dass dann hier mehr als sonst los sein wird.“ Weil jeder mal einen Blick ins neue Verwaltungsdomizil werfen möchte. Das kann man auch im Herbst. Am 20. September plant die Verwaltung einen Tag der offenen Tür. Dann haben die Einwohner die Gelegenheit, sich das neue Gemeindezentrum anzuschauen. Da wird man dann auch alle 14 Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung in ihrem neuen Arbeitsumfeld erleben können.

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