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Wachau nimmt Hochwasserschutz im Rödertal in die Hand

Die Gemeinde sammelt jetzt Daten über Pegelstände und Flutschäden.

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Von Thomas Drendel

Der Schock sitzt tief: Nach heftigen Regenfällen traten im vergangenen Sommer gleich mehrere Flüsse über die Ufer. An der Orla sowie an der Großen und der Kleinen Röder wurden Grundstücke überschwemmt, liefen Keller und Wohnungen voll. Die Fluten beschädigten Brücken, Straßen und Fußwege. Teilweise waren Anwohner und Feuerwehr nachts auf den Beinen, um Sandsäcke zu verteilen oder Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Die Schäden betragen allein aus diesem Hochwasser mehrere Millionen Euro.

Damit solche Überschwemmungen künftig glimpflicher ausgehen, sollen die Aktivitäten gebündelt werden. Diese Aufgabe übernimmt die Gemeinde Wachau. Und da kommt einiger Aufwand auf die Verwaltung zu. „Wir werden zunächst Daten sammeln. Beispielsweise welche Pegelstände es zu welcher Zeit gegeben hat, welche Flächen überflutet waren“, sagt der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Daraus werden dann besonders gefährdete Flächen ermittelt. „Das ist wichtig, um beispielsweise Schlüsse für künftige Bauvorhaben zu ziehen. Außerdem können wir ableiten, was vorbeugend zu tun ist, beispielsweise größere Durchlässe bei Brücken anlegen.“ Aus Sicht von Veit Künzelmann muss an der Großen Röder unter anderem die Marienmühle besser geschützt werden. Wiesen an der Traditionsgaststätte waren bereits überflutet. Feuerwehrleute standen mit Sandsäcken bereit, um die Gebäude zu schützen. Doch glücklicherweise gingen die Fluten zurück, bevor sie die Gaststätte erreichten. „Es wird ein nächstes Hochwasser an der Großen Röder geben, und da wollen wir vorbereitet sein“, sagte er. Das Gleiche gilt für Teile von Lomnitz. Unter anderem sind die Buschmühle und die Buschschänke betroffen. „Auch in diesem Bereich muss etwas getan werden“, sagt Künzelmann. Die Bündelung der Aktivitäten ist für den Wachauer Bürgermeister naheliegend. „Es sind ja in Ottendorf und in Wachau die gleichen Flüsse, die für die Überschwemmungen sorgen. Deshalb ist es sinnvoll, die Daten an einer Stelle zu sammeln und an einer Stelle auch die Arbeiten zu koordinieren.

Wachau hat mit dem Hochwasserschutz Erfahrung. In der Gemeinde ist besonders der Ortsteil Leppersdorf immer wieder von Überschwemmungen betroffen. Die Mitarbeiter des Bauhofes sind eingespielt, wenn es um Hochwasserschutz geht, genauso die Feuerwehrleute. Erst im Juni waren zahlreiche Grundstücke in Leppersdorf überflutet worden. Nach heftigen Regenfällen standen Häuser unter Wasser. Der Strom fiel aus. Auch im Jahre 2002 hatte es den Ort erwischt. Gebäude, Straßen und Gärten standen unter Wasser. Insgesamt 85 Haushalte waren betroffen. Schaden: über eine Million Euro.

Die Gemeinde Wachau hat an den Ufern der Kleinen Röder bereits Hochwasserschutzarbeiten in Auftrag gegeben. Unter anderem wurden dort, wo es möglich war, Ufermauern abgerissen oder zurückgesetzt. Böschungen wurden erweitert. Sträucher und Bäume entlang des Ufers kamen weg. Unter den Brücken wurde das Bett vertieft. Das soll in diesem Jahr auch im oberen Abschnitt der Kleinen Röder in Leppersdorf erfolgen. Zunächst ist die Flussstrecke vom Dorfteich bis zur Alten Hauptstraße vorgesehen. Dann der Abschnitt von dort bis zur Autobahn. Ein halbes Jahr sollen die Arbeiten dauern.

Für den Abschnitt vom Dorfteich in Leppersdorf bis zur A 4 stellt der Freistaat Sachsen rund 645 000 Euro zur Verfügung. Insgesamt kosten die Arbeiten knapp 900 000 Euro. Der Differenzbetrag in Höhe von rund 250 000 Euro kommt aus dem Haushalt der Gemeinde Wachau.