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Wachau putzt seine Ortsmitte heraus

Planer sollen ein Quartierskonzept erarbeiten. Wünsche und Ideen für das Areal mit mehreren verfallenen Gebäuden gibt es mehrere.

Von Thomas Drendel

Wachau geht es dank sprudelnder Steuereinnahmen prächtig. Da schmerzt es umso mehr, dass ausgerechnet das Ortszentrum Wachaus ein Schandfleck ist. Da gibt es gleich mehrere leer stehende und verfallene Gebäude. So ist die Alte Brauerei neben dem Schloss eine Ruine, auch der Speicher auf dem Rittergutsgelände müsste dringend saniert werden. Jetzt geht die Gemeinde in die Offensive und hat das Planungsbüro Schubert damit beauftragt, ein „Quartierskonzept Wachau“ zu erstellen. „Damit wollen wir einen Überblick bekommen, was an Gebäuden vorhanden ist, für welche Nutzungsarten sie sich eignen und wie man sie aufeinander abstimmen kann“, sagt der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Das Konzept soll in diesem Jahr vorgelegt werden. „2014 wollen wir für die Planungen nutzen und im nächsten Jahr eventuell mit der Umsetzung beginnen.“

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Allerdings gibt es da noch einen Haken. Das ehemalige Rittergut und auch die Alte Brauerei von Wachau befinden sich in Privatbesitz. „Bevor die Eigentümer nicht zustimmen, können wir nicht tätig werden.“ Die Planungsunterlagen sollen deshalb auch Grundlage von Gesprächen mit ihnen sein. Wünsche und Ideen der Gemeinde zur Ortsmitte gibt es bereits einige. So ist die Wachauer Ortswehr die letzte in der Gemeinde ohne ein modernes Gerätehaus. In dem alten ist es eng, ein Schulungsraum fehlt. „Wir können uns vorstellen, dass in einem der jetzt noch leer stehenden Gebäude verbesserte Bedingungen für die Feuerwehrleute geschaffen werden“, sagt der Bürgermeister.

Zweiter Wunsch: ein großer Veranstaltungsraum, in dem unter andrem auch die Sitzungen des Gemeinderates stattfinden können. Hier hat die Gemeinde das Haus Hauptstraße 55 im Blick. Es schließt sich unmittelbar an das Wachauer Erbgericht an. Momentan befindet sich dort noch eine kleine Turnhalle, die noch von Boxsportlern genutzt wird. „Die Turnhalle brauchen wir nicht unbedingt. Wachau hat an der Grundschule eine große und moderne Halle zu bieten.“ Der Versammlungsraum soll auch für Behinderte zugänglich und beim Brandschutz auf dem neuesten Stand sein. In dem Gebäude könnten auch Ausstellungen stattfinden. Es könnte beispielsweise auch bei Dorffesten genutzt werden.

Gearbeitet wird bereits am ehemaligen Gemeindeamt, Hauptstraße 53. Das Haus steht leer. Einige Mauern sind feucht. Der Dachstuhl wird erneuert. Anschließend kommen Dachziegel darauf. „Wir haben beim Denkmalamt eine Eindeckung mit sogenannten Biberschwänzen beantragt. Diese Art der Dachziegel ist beispielsweise auf dem Schloss und der Kirche zu finden“, sagt der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann. Die jetzt vergebenen Aufträge bedeuten keine komplette Sanierung. Wir wollen aber schon darauf achten, dass sich das Haus in das gesamte Ensemble einfügt. Andernfalls würden wir vom Denkmalamt auch keine Genehmigung bekommen. Das Gebäude diente der Gemeinde als Verwaltungsstelle. Außerdem wurde es unter anderem als Jugendclub genutzt. Jetzt würde der Heimatverein es gerne als Domizil ausbauen. Eventuell sogar eine Heimatstube einrichten. Von zentraler Bedeutung für die Belebung des Ortszentrums ist auch eine Nutzung des Schlosses. Ein Verkauf ist seit Jahren geplant, geschehen ist bisher nichts. Zuletzt wollte es der Radebeuler Unternehmer Adolf Schütte kaufen und darin Wohnungen einrichten. Außen sollten jedoch Balkone angebracht werden. Damit war das Denkmalamt nicht einverstanden. Auch für den Schlosspark gibt es Überlegungen, ihn wieder aufzubauen. Er wurde beim Tornado 2010 verwüstet. Zahlreiche neue Bäume sollen gepflanzt werden . Hinzu kommen rund 1 800 Sträucher. Der Entwurf orientiert sich an den historischen Plänen des Gartenbaumeisters Max Bertram aus dem Jahr 1890. Knapp 334 000 Euro soll der Wiederaufbau des Schlossparkes kosten. Momentan sind die Planungen ins Stocken gekommen. Das Denkmalamt hat seine Zustimmung verweigert. Die Pläne werden jetzt überarbeitet. Wann es zu einer Umsetzung kommt, ist offen.