SZ +
Merken

Wachau will Lücke im Reitweg schließen

Die „Dreiwäldertour“ soll durchgängig ausgeschildert werden. Reitern ist das zu wenig.

Teilen
Folgen

Von Thomas Drendel

Die Landschaft ist für Reiter geradezu ideal: Dichter Wald wechselt sich ab mit Wiesen und Feldern. Dazwischen sind Seen zu entdecken. Kein Wunder also, dass mitten durch die Dresdner und die Laußnitzer Heide sowie durch den Friedewald bei Moritzburg die sogenannte Dreiwäldertour führt. Das ist ein Reitweg, an dem unter anderem Liegau-Augustusbad, Wachau und Lomnitz liegen. Er ist auf Initiative des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland entstanden und führt auf zwei Strecken über je rund 70 Kilometer. Jetzt soll eine letzte kleine Lücke auf Wachauer Gemeindegebiet geschlossen werden. „Sie befindet sich im Norden der Gemeinde, in der Nähe des Fünfhufenteiches“, sagt der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Dieser Teil des Weges muss nach seinen Angaben noch ausgeschildert werden. „Außerdem ist eine offizielle Widmung als Reitweg notwendig“, sagte er. Die Mitglieder des Technischen und des Verwaltungsausschusses haben dem Antrag von Reitvereinen bereits grünes Licht gegeben. „Jetzt muss der Gemeinderat entscheiden“, sagt der Bürgermeister. Das Thema soll bereits auf der Sitzung am 10. April auf der Tagesordnung stehen.

Genutzt wird die Dreiwäldertour jedoch schon jetzt. Mehrere Reitergruppen kommen jedes Jahr durch Wachau. Einige machen beim Verein Wunderland Station. „Sie stellen ihre Pferde unter, übernachten im Erbgericht oder zelten gleich bei uns auf dem Grundstück“, sagt Steffen Jakob, Vorsitzender des Vereins Wunderland. Dem Verein gehören selbst mehrere Pferde. Steffen Jakob liegt die Komplettierung des Reitweges am Herzen. „Den Rundweg gibt es schon seit einiger Zeit. Es ist gut, dass die Lücke jetzt geschlossen wird.“ Seiner Meinung nach müsste mehr für Reiter getan werden. „Von Wachau aus gibt es nur diesen einen zugelassenen Reitweg. Den kann man entweder Richtung Norden nach Lomnitz gehen oder nach Süden Richtung Liegau. Das ist zu wenig.“ Beispielsweise Richtung Massenei gebe es keine Anbindung. „Es müsste ein Reitwegenetz eingerichtet werden. Hier sollten die Kommunen mehr tun“, sagt er.

Treffen an der Grünen Säule

Am Sonntag werden besonders viele Reiter auf der Dreiwäldertour unterwegs sein. Vor allem im Gebiet der Laußnitzer Heide sind sicher etliche anzutreffen. „An diesem Tag findet das jährliche Reitertreffen am Grünen Obelisken statt“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Wir werden auch mit dabei sein.“ Insgesamt rund 50 Reiter aus der Region sowie Kutschen und die zuständigen Förster kommen in der Zeit zwischen 11 und 13 Uhr dort zusammen. „Es gibt einen Imbiss. Einige Ansprachen werden gehalten, die Reiter kommen miteinander ins Gespräch“, sagt Steffen Jakob. Zu dem Treffen kann jeder kommen, egal, ob zu Pferde, mit der Kutsche oder zu Fuß. Die Grüne Säule markiert den Mittelpunkt des spinnenförmigen Wegenetzes, das einst für die höfische Jagd entstanden ist.

Nach einer Karte des Landratsamt Bautzen gibt es im gesamten Kreis Reitwege. Sie sind meist jedoch nicht miteinander verbunden. Allerdings gilt: Zwischen den Wäldern dürfen sich Pferd und Reiter auch auf öffentlichen Wegen und Straßen bewegen. Denn in Sachsen ist das Reiten im Offenland überall dort erlaubt, wo es nicht ausdrücklich verboten ist.