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Chemiewerk verschärft Einlassbedingungen

Bis auf Weiteres sind Werksbesichtigungen bei Wacker in Nünchritz abgesagt. Welche Auswirkungen hat das Coronavirus sonst noch auf Mitarbeiter und Lieferanten?

Noch herrscht keine Sonnenuntergangsstimmung bei Wacker in Nünchritz. Damit das so bleibt, hat der Chemiekonzern reagiert.
Noch herrscht keine Sonnenuntergangsstimmung bei Wacker in Nünchritz. Damit das so bleibt, hat der Chemiekonzern reagiert. © Sebastian Schultz

München/Nünchritz. Erst das schlechte Jahresergebnis für 2019, dann die Ankündigung, in Deutschland rund 800 Arbeitsstellen abzubauen, und jetzt auch noch Corona. Dem Wacker-Konzern, der sein zweitgrößtes deutsches Chemiewerk in Nünchritz betreibt, bleibt derzeit auch nichts erspart.  

Die mit der Ausbreitung des Coronavirus verbundenen Unsicherheiten und die schon jetzt erkennbaren wirtschaftlichen Konsequenzen werden negative Auswirkungen auf die Chemiebranche in Deutschland haben. "Das betrifft auch Wacker", sagt Unternehmenssprecher Christof Bachmair. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) habe unter den neuen Vorzeichen die Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert.

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Wenigstens scheinen alle Mitarbeiter des größten privaten Arbeitgebers in der Region  momentan gesund zu sein. "Derzeit gibt es keine bestätigten Verdachtsfälle auf Infektion mit dem Coronavirus am Standort Nünchritz der Wacker Chemie AG", bestätigt Bachmair. "Wir haben Notfallpläne und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Dabei hat die Gesundheit unserer Beschäftigten höchste Priorität." 

Vorsorglich werden Mitarbeiter, die aus den vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten zurückkehren oder Kontakt zu einem möglichen Infektionsfall mit Corona hatten, gebeten, sich bereits vor Betreten des Werks mit dem Werkarzt über etwaige weitere Maßnahmen abzustimmen. Wer sich krank fühlt bzw. Grippesymptome aufweist, ist angehalten, sich mit seinem Hausarzt in Verbindung zu setzen und nicht auf Arbeit zu kommen.

Die Werkskantine wird öfter gereinigt

An den Pforten wurden Hände-Desinfektionsmittel aufgestellt. Alle Besucher und Lkw-Fahrer müssen sich vor Betreten der Werkschutzpforten die Hände desinfizieren. Hierzu wurden entsprechende Hinweisschilder aufgestellt. 

Werksbesichtigungen mit geplanten Betriebsbesichtigungen und Ausstiegshalten wurden bis auf Weiteres storniert. Die Senioren-Nachmittagsveranstaltungen wurden bis auf Weiteres verschoben. 

Für Mitarbeiter des Werkschutzes und der Logistik mit häufigem Kontakt zu Besuchern wurde Schutzausrüstung wie Masken und Einmalhandschuhe zur Verfügung gestellt. In Bereichen mit hohem Personalaufkommen (z. B. in der Kantine) wurden die Reinigungszyklen deutlich erhöht.

"Bereits seit geraumer Zeit sind Dienstreisen für Wacker-Mitarbeiter in die vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiete untersagt", so der Pressesprecher. Grundsätzlich werden Dienstreisen auf das Nötigste beschränkt. Meetings mit mehr als 40 Personen sind untersagt. Standortübergreifende Besprechungen würden vorwiegend über Videokonferenz abgehalten. 

Ist die Produktion gefährdet?

Mitarbeiter von Partnerfirmen müssen, bevor sie den Standort Nünchritz betreten, eine Selbstauskunft ausfüllen und bestätigen, dass sie in den vergangenen zwei Wochen nicht in einem definierten Risikogebiet waren, Kontakt zu einer Person aus einem Risikogebiet hatten und keine Grippesymptome aufweisen bzw. sich krank fühlen.

Auf Grund der wegen des Coronavirus bereits in einigen Bundesländern angekündigten Schulschließungen (Kindergärten, etc.) und der daraus entstehenden Notwendigkeit, zu Hause bleibende Kinder zu betreuen, wird Mitarbeitern künftig unbürokratisch nach Rücksprache mit dem jeweiligen Vorgesetzten Homeoffice, soweit dies betrieblich und persönlich möglich ist, die Nutzung des Gleitzeitrahmens, Jahresurlaub oder auch unbezahlte Freistellung gewährt.

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Auf die Frage, ob die Coronakrise Auswirkungen auf die Produktion im Chemiewerk Nünchritz hat, antwortet Bachmair: "Die weitere Entwicklung ist derzeit schwer einschätzbar. Deshalb können wir dazu momentan keine Aussage treffen."

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!