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Wackerbarth rebt auf

Das Unternehmen pflanzte neuen Müller-Thurgau und will damit die Traditionen wahren.

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Der Müller-Thurgau ist die Nummer eins in Sachsen, weiß der Sprecher vom Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth Martin Junge. Und weil sich sein Unternehmen dem Erhalt der sächsischen Weinkulturlandschaft verschrieben hat, will man diese Tradition auch weiter pflegen. Gestern pflanzte Schloss Wackerbarth in Diesbar-Seußlitz, auf dem sogenannten Haaseschlag, 11 000 neue Müller-Thurgau-Rebstöcke. Dank der modernen Technik wie den GPS-gesteuerten Traktoren konnten die Arbeiten auf der über zwei Hektar großen Fläche bereits gestern beendet werden, demnächst müsse nun noch der Boden gelockert und geschaut werden, dass die jungen Pflanzen nicht zu tief sitzen, erklärte Martin Junge. Mit dem ersten richtigen Ertrag sei hier voraussichtlich nach drei Jahren zu rechnen.

Bereits seit den 1970er Jahren wird auf dem Haaseschlag, der zur Weinbergslage Seußlitzer Heinrichsburg gehört, Wein angebaut. Damals wurde der einstige Acker ebenfalls mit Müller-Thurgau aufgerebt. Nach und nach strukturiert Schloss Wackerbarth jetzt die alten DDR-Lagen um, um einerseits die traditionellen Sorten erhalten und andererseits den Ertrag steigern sowie eine moderne Bewirtschaftung ermöglichen zu können. So stehen die neuen Zeilen beispielsweise enger beieinander, weil die heutigen Traktoren kleiner sind, nennt Martin Junge ein Beispiel. Gesetzt wurden zudem quasi internationale Pflanzen. So bestehen die jungen Stöcke aus einer amerikanischen, reblausresistenten Grundrebe, auf die der Müller-Thurgau aufgepfropft wurde. Auch der Rest des Haaseschlags soll in den nächsten Jahren neu bepflanzt werden, 2015 wird es aber keine weiteren Neurebungen bei Schloss Wackerbarth geben. In der Regel gebe ein Rebstock 25 bis 30 Jahre einen ordentlichen Ertrag ab.

Der Müller-Thurgau ist bei Schloss Wackerbarth nach dem Riesling der Weißwein mit der zweitgrößten Rebfläche, er wird auf knapp zehn Hektar angebaut. Jährlich produziert das Unternehmen etwa 36 000 Flaschen. (SZ/ste)