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Radebeul

Wäldchen gerettet

Der Wald neben der Spitzgrundmühle soll bleiben, sagen die Anwohner und sie haben auch Stadträte auf ihrer Seite.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative setzen sich seit vergangenen Sommer für den Erhalt des Wäldchens neben der Spitzgrundmühle ein. Und ihr Protest hat Wirkung gezeigt. Viele Stadträte sind auf ihrer Seite.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative setzen sich seit vergangenen Sommer für den Erhalt des Wäldchens neben der Spitzgrundmühle ein. Und ihr Protest hat Wirkung gezeigt. Viele Stadträte sind auf ihrer Seite. © Norbert Millauer

Coswig. Der Protest scheint Wirkung zu zeigen: Die Pläne, das Wäldchen an der Moritzburger Straße zu Bauland zu machen, werden im Stadtrat vermutlich keine Mehrheit mehr finden.

Er könne nicht für alle CDU-Stadträte sprechen, sagt Volkmar Franke, Vorsitzender des Stadtverbandes, aber er gehe davon aus, dass der Wald aus dem Flächennutzungsplan fliegen wird. Auch weil es gewisse Voraussetzungen schwierig machen würden, die Fläche in Bauland umzuwandeln. Dazu gehören zum Beispiel die Ausgleichspflanzungen, die nötig wären. Bevor der Flächennutzungsplan erneut im Stadtrat Thema wird, werde er im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung diskutiert. „Dann wird sich zeigen, wie es weitergeht“, so Franke.

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Waldfreunde finden sich auch in der AfD-Fraktion. „Wir haben uns für den Erhalt ausgesprochen und werden uns weiter dafür einsetzen“, sagt David Steinmann. Auch die Grünen werden dem Flächennutzungsplan nur zustimmen, wenn die Waldfläche im Spitzgrund und die Kleingärten hinterm Friedhof nicht mehr darin vorkommen, so Stadtrat Martin Wengenmayr. Ob das alle in seiner Fraktion „Bündnis für ein nachhaltiges Coswig“ so sehen, ist ungewiss. „An meiner Meinung ändert sich nichts“, sagt Christian Buck (CBL). Von ihm stammte der Vorschlag, auf der Fläche zwischen den Neubaublöcken und der Historischen Spitzgrundmühle Platz für Häuser zu machen. Er gehe aber davon aus, dass die Mehrheit der Stadträte dafür stimmen wird, den Wald zu erhalten, so Buck.

Selbst Bauamtschef Wolfgang Weimann bezeichnet die Fläche als ungeeignet für eine Bebauung. Die denkmalgeschützte Spitzgrundmühle müsse im Wald bleiben und der Grünstreifen, zu dem das Wäldchen gehört, sei wichtig für das Stadtklima.

Die Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Wäldchens einsetzt, besteht weiter. Die Mitglieder hatten alle Stadträte persönlich besucht und ihr Anliegen vorgetragen. Es habe interessante Gespräche gegeben, so Hajo Stahl, Mitglied der Initiative. Auch wenn nicht alle die Meinung der Anwohner teilen. Man arbeite derzeit an einem Konzept, wie Hajo Stahl erklärt. Hintergrund sind in Aussicht gestellte Fördermittel für eine Art Naturlehrpfad. 

Auf die Idee war Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) gekommen. Und er hat sein Versprechen aus der Wahlkampfzeit gehalten, sagt Hajo Stahl. Im Dezember haben sich Mitglieder der Bürgerinitiative mit Rößler getroffen. Dieser wolle die Coswiger weiter unterstützen. Einer der nächsten Schritte sei, das Gespräch mit der WBV zu suchen. Dem Wohnungsunternehmen gehört der Wald. Verkaufen will man es nicht wieder, so Christian Buck. Dagegen hätten sich Aufsichtsrat und Gesellschafter ausgesprochen.

Die Bürgerinitiative hatte Hunderte Unterschriften und Stellungnahmen für die Erhaltung des Waldes gesammelt und sich diese der Stadtverwaltung übergeben. Ein Gutachten bescheinigt dem kleinen Wäldchen einen hohen ökologischen Wert. Wann der endgültige Flächennutzungsplan und damit die Zukunft des Waldes beschlossen wird, steht noch nicht fest.

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