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Wälder im Gebirge werden in diesem Jahr nicht mehr gekalkt

Nach zehn Jahren ist das eigentlich dringend notwendig. Aber die Arbeiten sind jetzt auf 2014 verschoben worden.

Von Holger Gutte

Mit dem Kalken des Bodens in den Wäldern des Zittauer Gebirges wird der Staatsbetrieb Sachsenforst in diesem Jahr nicht mehr beginnen. Das teilte jetzt Zittaus Stadtsprecherin Ines Hirt mit. Gründe hierfür werden nicht genannt.

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Die Bodenschutzkalkung im Zittauer Gebirge ist damit in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal verschoben worden. Sie sollte ursprünglich bereits im August und dann Mitte September durchgeführt werden.

Für das Gesunden des Baumbestandes im Zittauer Gebirge ist das Kalken eine wichtige Aktion. Die Wälder hier sind über Jahrzehnte durch schwefelhaltige Schadstoffe in der Luft aus Industrie, Energieerzeugung und Hausbrand geschädigt worden. Diese Luftschadstoffe führten vor allem in den 80er Jahren zu einem großflächigen Absterben der Bäume. Nicht sichtbar, aber genauso negativ sind die Folgen für die Waldböden. Sie sind stark versauert, und die für die Ernährung der Bäume so wichtigen Elemente wurden durch diesen Prozess in tiefere Schichten ausgewaschen. Die Selbsthilfeinstrumente der Natur sind in diesem Fall im Zittauer Gebirge nicht wirksam genug, berichten Forstexperten.

Mithilfe von Bodenschutzkalkungen wird seit einigen Jahren versucht, die Böden zu reaktivieren und den Grad der Versauerung abzumildern. In diesem Jahr sollten Teile des Zittauer Gebirges vom Weißbachtal bis einschließlich des Jonsberges nach einem zehnjährigen Turnus wieder gekalkt werden.

Finanziert wird diese Maßnahme von der Europäischen Union. Auftraggeber und Durchführender ist der Staatsbetrieb Sachsenforst. Der Eigenbetrieb Forst und Kommunale Dienste der Stadt Zittau hilft unter anderem beim Sperren der betroffenen Waldgebiete. Denn weil während der Schutzkalkung eine Gesundheitsgefahr für Waldbesucher besteht, müssen die betroffenen Gebiete vorübergehend gesperrt werden.

Für das Kalken des Waldbodens gibt es klare Vorschriften. So dürfen die Flüge hierfür nur in einem bestimmten Zeitraum durchgeführt werden. Das Kalken ist demnach nur zwischen Juli und Oktober, in Ausnahmefällen auch im November erlaubt. Der späte Termin begründet sich unter anderem mit den Brut- und Setzzeiten der Tiere. Denn die Kalkung würde die Jungenaufzucht der auf den Lebensraum Wald angewiesenen Tierarten erheblich stören, sagen die Fachleute.