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Wäre Köpke der richtige Stürmer für Dynamo?

Der Stürmer von Hertha BSC soll die freie Stelle im Angriff besetzen. Dem vorhandenen Personal ist er aber sehr ähnlich.

Bis 2022 steht Pascal Köpke beim Bundesligisten Hertha BSC unter Vertrag. Dynamo könnte den 23-Jährigen ausleihen.
Bis 2022 steht Pascal Köpke beim Bundesligisten Hertha BSC unter Vertrag. Dynamo könnte den 23-Jährigen ausleihen. © Pictutre Point/S. Sonntag

Für Sascha Horvath lässt sich die Ursache für die beiden Niederlagen zum Auftakt in einem Satz zusammenfassen. „Wir müssen einfach unsere Chancen reinmachen, sonst gewinnt man keine Spiele“, erklärt der Österreicher. Als Kritik an den Stürmern kann das aber nicht gemeint sein, gegen den KSC stand schließlich kein gelernter Angreifer auf dem Platz. Lucas Röser und Moussa Koné wurden erst Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt, als Dynamo schon in Rückstand lag.

Begründet hatte Cristian Fiel die ungewöhnliche Formation mit der Absicht, die hochgewachsene und robuste Abwehr des Gegners mit kurzen und schnellen Passfolgen aushebeln zu wollen. Das funktionierte nur eine Hälfte lang und lediglich in Ansätzen. Man könnte die Aufstellung auch so deuten, dass der Trainer kein Vertrauen ins vorhandene Sturm-Personal hat. Die Suche nach einem Neuzugang wäre dann umso dringlicher.

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Minge: Ich kommentiere das nicht

Nun scheint eine Verstärkung gefunden zu sein. Seit einigen Tagen wird Pascal Köpke mit Dynamo in Verbindung gebracht. Der 23-Jährige steht noch bis 2022 bei Hertha unter Vertrag. „Weder bestätige ich diesen Namen, noch dementiere ich ihn“, sagte Sportchef Ralf Minge auf SZ-Nachfrage. „Ich kommentiere generell keinen.“ Den Gerüchten zufolge könnte der gebürtige Hanauer für diese Saison ausgeliehen werden. Oder aber Dynamo entscheidet sich sogar für einen Kauf, müsste dann aber tief in die Tasche greifen. Vor einem Jahr überwiesen die Berliner für Köpke zwei Millionen Euro an Erzgebirge Aue, es ist unwahrscheinlich, dass der Bundesligist einem Verlustgeschäft zustimmt. Allerdings ist die Position dort mit dem gerade erst verpflichteten Dodi Lukebakio sowie Davie Selke, Vedad Ibisevic und Salomon Kalou qualitativ wie quantitativ gut besetzt. Schon in der vergangenen Saison kam der Sohn von Auswahl-Torwarttrainer Andreas Köpke lediglich auf sieben Kurzeinsätze in der höchsten Liga. Nun drohen sogar noch weniger.

Eine Ausleihe oder sogar ein Wechsel wären also naheliegend. Die Frage ist nur: Harmoniert Köpke überhaupt mit dem System, das Fiel favorisiert? Minge wiederholte am Montag die drei Kriterien, die bei einem Transfer erfüllt sein müssen: „Es sollte sportlich, wirtschaftlich und atmosphärisch passen.“

Dass er Tore schießen kann, hat Köpke in Aue bewiesen, dort traf er in 86 Spielen 31 Mal. Eine mehr als ordentliche Bilanz. Allerdings waren darunter lediglich drei Kopfballtore. Bei einer Größe von 1,77 Meter ist das nicht seine Stärke. Dies gehört ebenfalls nicht zu den Vorzügen von Röser und vor allem nicht von Koné. Dabei wäre diese Eigenschaft nicht nur in der Offensive wichtig. Gegen Nürnberg wie gegen Karlsruhe fehlten Offensivkräfte, die bei Standards des Gegners in Luftzweikämpfen helfen können.

Überhaupt scheint es, dass Köpke Dynamos vorhandenem Sturmduo zu sehr ähnelt. Um taktisch variabel zu sein, bräuchte man auch einen großgewachsenen wie robusten Typen, der hohe Eingaben verwerten kann. Gegen Karlsruhe fiel diese Option komplett weg.

Kwasi Okyere Wriedt jubelt beim FC Bayern derzeit oft. 
Kwasi Okyere Wriedt jubelt beim FC Bayern derzeit oft.  © imago

Kwasi Okyere Wriedt wäre ein Stürmer, der mit seinen 1,88 Meter schon eher diese Kriterien erfüllen würde. Der 25-Jährige von der Drittliga-Mannschaft des FC Bayern trifft in dieser Saison, wie er will: vier Tore in vier Partien, am Wochenende gelang ihm sogar ein Doppelpack. In der vorigen Spielzeit war er Torschützenkönig der Regionalliga Bayern. Doch die Münchner wollen Wriedt offenbar nicht ziehen lassen. Er ist einfach zu wichtig für die Mannschaft und den angestrebten Klassenerhalt.

„Stürmer suchen nicht nur wir“, verdeutlicht Minge. Zwei- oder dreimal hätten diesen Sommer Kandidaten auf der Zielgeraden schon abgesagt. Deshalb will sich der Sportdirektor auch nicht zur Wahrscheinlichkeit äußern, ob es diese Woche noch klappen könnte. Zeit bliebe bis zum 2. September, dann erst schließt das Transferfenster. Wie hoch die Preise für geeignetes Personal inzwischen sind, zeigt das Beispiel des Heidenheimers Robert Glatzel, der jetzt für die stolze Summe von sechs Millionen Euro zu Cardiff City gewechselt ist.

Viele Fehlgriffe in den letzten Jahren

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Will Fiel künftig so spielen wie gegen Karlsruhe, ist das aber ohnehin nicht wichtig. Dann wird kein Stoß- sondern ein Dribbelstürmer gesucht.

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