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Wäsche fing von selbst zu brennen an

Sebnitz. Ursache des Feuers in der Wäscherei war Selbstentzündung, ermittelte die Kripo.

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Von Christian Eißner

Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen zum Brand in der Sebnitzer Wäscherei Boden abgeschlossen. Als Ursache des Feuers in der Nacht zum 30. August kommt laut Kripo eine Selbstentzündung der Wäsche in Frage. Auch die Schadenshöhe steht jetzt fest: Der Brand richtete rund 500 000 Euro Sachschaden an, teilt die Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge mit.

Wie aber kann sich Wäsche selbst entzünden? So unwahrscheinlich das Phänomen klingen mag, in Wäschereien kommt es als Brandursache häufiger vor als man vermutet. Der Brand entsteht in heißen Lappen oder Tüchern, die sehr stark mit Speiseöl verschmutzt sind, zum Beispiel aus Gaststätten. Bleiben nach dem Waschen Ölreste in diesen Textilien haften, besteht aufgrund chemischer Reaktionen die Gefahr, dass sie sich im Wäschetrockner entzünden – oder auch nach dem Trocknen, wenn sie gestapelt werden.

Ein Versuch des Instituts für Schadensverhütung in Düsseldorf zeigte, dass in solchen Wäschestapeln die Temperatur innerhalb kurzer Zeit rapide ansteigen kann: Die noch mit Fettresten behaftete Wäsche kam mit zirka 75 Grad aus dem Trockner und wurde in einer Plastikwanne dicht zusammengestapelt. Nach 80 Minuten hatte die Temperatur im Inneren des Stapels knapp 150 Grad erreicht, es roch bereits brenzlig. Schuld an der Hitze-Reaktion sind Rückstände von ungesättigten Fettsäuren, wie zum Beispiel Sonnenblumenöl, Sesamöl oder Leinöl. Textilien, die solche Rückstände enthalten können, sollten nie gestapelt oder gepresst werden, wenn sie heiß aus dem Wäschetrockner kommen, empfehlen Brandschutz-Experten.