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Wagemutige Hüpfer aus ganz Sachsen

BMX. Es ist der Sport für harte Jungs. Viel Zeit und Geld kostet der Spaß. Beim Wettkampf inWeinhübel gab’s auchmanchen bösen Sturz.

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Von René Tzschoppe.

Der typische Weg einer Spaßsportlaufbahn ist es nicht. Mit Computerspielen hat die Begeisterung für den BMX-Sport angefangen. An der Mattscheibe hat Christian Weirauch die ersten Runden per Joystick mit dem Fahrrad gedreht. Dann kam der Wunsch, die per Joystick gedrehten Sprünge auch selbst meistern zu können. Seit anderthalb Jahren betreibt der 16-Jährige den Rad-Sport. Fast jeden Tag ist er bei schönem Wetter auf der BMX-Strecke in Weinhübel anzutreffen. Auch am Sonnabend war Christian Weirauch da. Als einer von 16 jugendlichen Rad-Artisten hat er am großen „BMX-Contest“ teilgenommen, den der Görlitzer Verein „Oberlauschillas“ organisiert hat.

Viermal Training pro Woche

Das Hobby ist nicht ohne. Nicht ohne Gefahr – und nicht ohne Kosten. „Das Fahrrad kostet ungefähr 500 Euro. Durch Geburtstags- und Weihnachtsgeld hab ich mir das zusammengespart“, sagt Christian.

Auch die Eltern unterstützen ihn. Wenn er Ersatzteile braucht, achtet er genau auf den Preis. Meist nimmt er das günstigere Teil, aber die Qualität muss stimmen.

Das Warum, wird einem schnell klar. Die Fahrräder sind einer enormen Belastung ausgesetzt. Mit ihnen zu springen, ist die große Kunst. So manchen Sturz müssen sie auch wegstecken. Das zeigt auch Robin Heinze. Er fährt in der U-18-Liga, dem Kids-Cup, seinen dritten Lauf.

Christian Weirauch schaut ihm gespannt zu. Sie kennen sich. Robin Heinze trainiert ebenfalls in Weinhübel auf der BMX-Bahn. Mit Karacho zischt er auf das nächste Pult mit der halbrunden Auffahrt, Quarter genannt, zu. Nachdem er beim ersten Versuch vom Fahrrad gerutscht ist, klappt es. Nicht ganz oben angelangt, setzt er zum Sprung nach links an. Über zwei Meter fliegt er durch die Luft, über eine kleine Wand und setzt auf einem Podest, in der Fachsprache Fun-Box, auf. Die Landung missglückt. Robin stürzt und schürft sich auf dem Asphalt. Die schwarze Hose unterhalb des Knies zerfetzt. Angestachelt vom Moderator, wiederholt er das Risiko. Die Musik wird in der Lautstärke zurückgedreht. Die Spannung steigt. Es klappt.

Stürze sind normal

Stürze sind normal und werden beim Wettbewerb locker weggesteckt. Einen Milzriss hatte Robin allerdings erst verschmerzen müssen. Den habe er sich aber nicht durch einen Unfall beim BMX, sondern beim „normalen“ Fahrradfahren zugezogen.

Dann kommt die Anweisung, die BMX-Anlage ist für das Warm-Springen der Erwachsenen zu räumen. Jetzt geht es knackiger zu. Gordon Schulze zeigt sein Können. Auffällig mit einem hellem Hemd fährt der Dresdner seine Runden. Sprünge gewinnen in dieser Liga an Brisanz. „Mein Fahrrad kostet 1500 Euro“, sagt der 21-Jährige. Eines für 2500 Euro hat man ihm in Berlin gestohlen. Großes Lob spendet er für Görlitz. Solch eine Anlage sehe man in der Landeshauptstadt selten. „Die Stadt rückt kein Geld für so etwas heraus“, moniert er.

Dann ist er an der Reihe. Es ist sein erster Wettkampf als Aktiver in der Neißestadt. Auch bei ihm bleibt ein heftiger Sturz nicht aus. Ein Helm schützt ihn. Den haben fast alle BMXler auf. Gelenkschützer dagegen sind bei ihnen allerdings Mangelware. Ob Gordon am Nachmittag beim Wettbewerb „Dirt“ mitmacht, weiß er noch nicht. Dafür müsste er das Profil seiner Räder wechseln, denn die Erdhügel lassen sich nur so bewältigen. Und auch der Sturz war nicht ganz ohne.