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Spannendes Wahlforum in Freital

Am Ende gab es keinen klaren Sieger, aber so mancher Kandidat blieb unter seinen Möglichkeiten. Eine erste Analyse.

Wahlforum in Freital: Roland Wöller (CDU), Ines Kummer (Grüne), Domokos Szabó (SZ/Moderation), Uta Verena Meiwald (Linke), Lothar Brandau (FDP), Daniela Forberg (SPD), Norbert Meyer (AfD) und Heike Nothnagel (Landeszentrale für politische Bildung).
Wahlforum in Freital: Roland Wöller (CDU), Ines Kummer (Grüne), Domokos Szabó (SZ/Moderation), Uta Verena Meiwald (Linke), Lothar Brandau (FDP), Daniela Forberg (SPD), Norbert Meyer (AfD) und Heike Nothnagel (Landeszentrale für politische Bildung). © Karl-Ludwig Oberthür

Zum Wahlforum der Landeszentrale für politische Bildung und der Sächsischen Zeitung waren gut 150 Gäste ins Kulturhaus Freital gekommen. Sie erlebten sechs Kandidaten auf dem Podium, die sich in Freital und Umgebung um das Direktmandat für den Sächsischen Landtag bei der Wahl am 1.September bewerben.

Das waren Daniela Forberg (SPD), Roland Wöller (CDU), Ines Kummer (Grüne), Uta-Verena Maiwald (Linke), Norbert Mayer (AfD) und Lothar Brandau (FDP). Moderiert wurde der zweistündige Abend von Domokos Szabó, redaktioneller Geschäftsführer der RuV Freital/Pirna, die den Lokalteil der Sächsischen Zeitung herausgibt.

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Das Publikum hatte am Eingang die Möglichkeit aus fünf Themenfeldern auszuwählen, welche am Abend diskutiert werden sollten. Mehrheitlich entschieden sich die Gäste für Bildung, Kita und Kultur sowie Innere Sicherheit, Integration.

Beim Thema Bildung herrschte erstaunlich viel Einigkeit. Einzig die Frage nach der Gemeinschaftsschule beantwortet sich entlang der klassischen links-rechts-Trennung. Grüne, SPD und Linke sind dafür, FDP, CDU und AfD dagegen. "Finger weg vom deutschen Gymnasium", sagte dazu Roland Wöller.

Weiter auseinander gingen die Meinungen beim zweiten Themenfeld, wenngleich die Linie zwischen Rot-Rot-Grün und in der Abstufung FDP, CDU und AfD auch hier recht klar zu erkennen war. Weniger Videoüberwachung und eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten sind der Wunsch auf der einen Seite, Kriminalität durch "Videografie", wie es Wöller nennt, besser vorbeugen und Polizisten schützen, indem sie im Einsatz anonym bleiben, sagt hingegen die andere Seite.

Die Diskussion war in Teilen lebhaft, mitunter aus dem Publikum heraus durch starken Applaus oder Buhrufe unnötig angeheizt. Der von allen Kandidaten eingeforderte gegenseitige Respekt blieb zumindest in solchen Momenten gleich wieder auf der Strecke.

Erstes kurzes Fazit

Daniela Forberg (SPD) kam wenig zu Wort, blieb relativ blass, überzeugte aber mit kurzen und meist klaren Antworten.

Roland Wöller (CDU) setzte auf Fakten, kam aber mit seinen Argumenten mitunter nicht durch. Manchmal schoss er auch am Kern der Frage vorbei.

Ines Kummer (Grüne) blieb weitestgehend sachlich und ruhig, wirkte an manchen Stellen aber auch etwas dogmatisch, beispielsweise bei der Frage nach Abschiebung in sogenannte sichere Herkunftsländer.

Uta-Verena Meiwald (Linke) fühlte sich offenbar sehr wohl in der Rolle, die Attacke von links zu fahren. Redete extrem schnell, setzte dabei aber auch einige gute Pointen.

Norbert Mayer (AfD) sprach seiner Klientel aus dem Herzen, präsentierte aber auch einige Ideen, die mindestens als fragwürdig zu bezeichnen sind.

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Einen ausführlichen Bericht zum Wahlforum lesen sie bei Sächsische.de.

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