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Wahlkampf in Ottendorf läuft an

Im März wurde die Bürgermeisterwahl wegen Corona abgesagt. Die Nächste findet am 4. Oktober statt. Der Wahlkampf könnte anders als zuvor verlaufen.

Ein erster Wahlgang fand in Ottendorf bereits am 8. März statt. Er wird annulliert.
Ein erster Wahlgang fand in Ottendorf bereits am 8. März statt. Er wird annulliert. © Archivfoto: Rene Meinig

Ottendorf-Okrilla. René Edelmann kann immer noch nicht so recht verstehen, warum vor knapp drei Monaten, Ende März, die zweite Runde der Ottendorfer Bürgermeisterwahl abgesagt wurde. „Man hätte doch eine reine Briefwahl durchführen können“, findet der parteilose Medinger, der bei dieser Wahl mit zu den aussichtsreichsten Kandidaten gehörte. In Radeburg habe man ja zum gleichen Zeitpunkt den Bürgermeister auch gewählt – mittels reiner Briefwahl. Wegen Corona war da nicht nur die Ottendorfer Bürgermeisterwahl abgesagt worden. Im Freistaat wurden ob der Pandemie insgesamt rund 30 Wahlen in Städten und Gemeinden vertagt. 

Edelmann schaut nun wieder nach vorne, in die nahe Zukunft. Auf den 4. Oktober. Denn an diesem Tag findet in Ottendorf-Okrilla die Neuauflage der Bürgermeisterwahl statt. Und er wird er auch dieses Mal wieder kandieren, ebenso wie der Ottendorfer Rico Pfeifer und der Königsbrücker Carsten Rybicki (AfD), die bereits im März dabei waren. Doch dieser Wahlkampf dürfte ein völlig anderer sein. Das steht schon jetzt fest. Statt bei Schützen- und Dorffesten oder sonstigen Festivitäten die Werbetrommel zu rühren, ruht der physische Wahlkampf in der Corona-Zeit. Es wird es wohl mehr auf einen Online-Wahlkampf hinauslaufen.

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Der Ottendorfer Bauhofleiter Rico Pfeifer wird die Corona-Pandemie nicht zu einem Wahlkampfthema machen. Er weiß, dass viele Ottendorfer, etliche der dort ansässigen Firmen unter den Auswirkungen der Pandemie leiden. Existenzielle Ängste dominieren. Für ihn steht fest, dass es sicherlich ein digitaler Wahlkampf werden wird. Die wirtschaftlichen Herausforderungen der Gemeinde hat er im Blick, da müsse man Lösungen für alle Probleme finden und „Taten sprechen lassen“. Bedauerlich sei es, dass es keine öffentlichen Veranstaltungen gebe, bei denen man sich positionieren könne. So müsse man halt das Beste aus der derzeitigen Situation machen, findet Pfeifer.

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Nach Auffassung von AfD-Mann Carsten Rybicki wird die kommende Wahl in Ottendorf eine werden, die „völlig anders sein wird“. Nicht nur, weil der Wahlkampf von Corona geprägt sein, sondern weil es schwierig werde, die Leute für einen weiteren Wahlkampf zu motivieren. Der Königsbrücker rechnet sich auch bei dieser Neuauflage nur Außenseiterchancen aus, rechnet auch mit weiteren neuen Kandidaten. Es gebe da derzeit ja zahlreiche Gerüchte. So habe er gehört, dass auch jemand von der CDU mit in den Wahlkampf einsteigen wolle. Wie dem auch sei, den Sommer werde er jedenfalls dazu nutzen, um sich bestmöglich vorzubereiten. 

Das macht auch René Edelmann. Der keinen Hehl aus seinen Ambitionen macht. „Ich will ins Rathaus“, erklärt er. Das sei auch mit ein Grund, warum er einen weiteren Wahlkampf finanzieren und als Parteiloser wieder die nötigen Unterschriften sammeln werde, um als Kandidat nominiert werden zu können. Beim letzten Mal habe man dafür zwei Monate Zeit gehabt, nun nur den Juli zur Verfügung. Alle drei Kandidaten setzen auf den persönlichen Kontakt, das Gespräch. Wenn er in diesen Tagen einkaufen gehe, so Rico Pfeifer, werde er häufig von Ottendorfern angesprochen. Wie es weitergehe, im Wahlkampf, mit Corona, mit der Gemeinde. 

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Der Wahlkampf, er hat für die Ottendorfer Bürgermeisterwahl-Kandidaten wohl schon jetzt begonnen: im Alltag. Bei Einhaltung des Mindestabstandes ist so ein Wahlkampfplausch ja auch kein Problem.Bei der Wahl im März konnte Rico Pfeiffer die meisten Stimmen auf sich vereinen. 2.173 Wahlberechtigte (41,7 Prozent) wollten ihn als nächsten Bürgermeister der Gemeinde sehen. Auf Platz zwei folgte René Edelmann mit 1.773 Stimmen (34 Prozent). Dann folgt Carsten Rybicki mit 498 Stimmen (9,5 Prozent) und Lucas Ladig mit 461 Stimmen (8,8 Prozent). René Rümenap bekam 310 Stimmen (5,9 Prozent). Damit hatte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht. Michael Langwald, tritt nicht mehr an.

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