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Bischofswerda

Wahlkampfauftakt bei Neukirchs Jugend

Nach zwei Jahren im Amt hat sich der Jugendbeirat in der Gemeinde Neukirch etabliert. Nun braucht die Jugend neue Vertreter.

Nicht immer ganz bierernst, aber mit Feuereifer bei der Sache sind Jasmin König und Janko Scheudeck, seit sie in Neukirchs ersten Jugendbeirat gewählt wurden. Damit der seine Arbeit fortsetzen kann, suchen sie nun neue Kandidaten – und Wähler.
Nicht immer ganz bierernst, aber mit Feuereifer bei der Sache sind Jasmin König und Janko Scheudeck, seit sie in Neukirchs ersten Jugendbeirat gewählt wurden. Damit der seine Arbeit fortsetzen kann, suchen sie nun neue Kandidaten – und Wähler. © Steffen Unger

Neukirch. Vor zwei Jahren schlugen sieben Jugendliche auf ein Auto ein und gründeten den ersten Jugendbeirat Neukirchs.“ – So steht es auf dem auffälligen, orange-schwarzen Flyer, der derzeit an öffentlichen Orten in der Oberlandgemeinde ausliegt. Beschriftet war das schrottreife Auto von damals mit Vorurteilen, die Erwachsene Jugendlichen gegenüber klassischerweise ins Feld führen. Symbolisch wollten die jungen Leute derlei klischeebehaftetes Denken mit ihrer Aktion zerschlagen – und nebenbei auf die Arbeit des neugegründeten Jugendbeirats aufmerksam machen.

Auf der Suche nach einer Idee für eine ebenso spektakuläre Aktion sind die Jugendlichen von damals dieser Tage erneut. Denn was als Feldversuch begann, hat sich nach zwei Jahren inhaltlicher Arbeit etabliert. Fragt man die Vertreter des ehrenamtlichen Gremiums nach einer Abschlussbilanz, reagieren sie zunächst verhalten: „Man denkt am Anfang, man könne ganz Neukirch umstrukturieren“, erinnert sich der 17-jährige Janko Scheudeck. Entsprechend holprig sei die Anfangszeit gewesen. Sie alle, da sind sie sich einig, hat die Arbeit im Jugendbeirat aber persönlich weitergebracht. Sie kennen nunmehr die Rahmenbedingungen und die Handlungsspielräume, in denen Lokalpolitik sich bewegt, und haben, so die 18-jährige Hanna Scheudeck, „viel Vorarbeit für eine erfolgreiche Arbeit des kommenden Jugendbeirats geleistet“.

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In Gemeinderat und der Verwaltung anerkannt

Weniger zurückhaltend, dafür aber voll des Lobes ist Christian Schäfer im Hinblick auf die Leistungsbeurteilung des scheidenden Jugendbeirates. „Die Jugendvertreter haben es geschafft, dass der Beirat sowohl vom Gemeinderat als auch von der Verwaltung anerkannt wird“, sagt der Sozialpädagoge. Am Jugendhaus Neukirch half er mit, den Jugendbeirat aus der Taufe zu heben. Nun freut er sich über dessen Erfolg: Erst jüngst habe die Gemeinde das ehrenamtliche Gremium über die Planungen zu einer neuen Polizeiverordnung informiert und um eine Beurteilung der Vorschläge aus Sicht der Jugendlichen gebeten. „Das ist schon eine Leistung, zumal man nicht vergessen darf, dass die jungen Leute sich selbstständig organisieren und regelmäßig treffen müssen – und das in ihrer Freizeit“, so Schäfer weiter.

Derzeit dreht sich bei diesen Treffen vieles um die bevorstehende Neuwahl. Zentrales Thema: Werbung. Die dient vor allem der Bekanntmachung der beiden Wahltermine bei den knapp 300 wahlberechtigten Neukirchern zwischen 12 und 18 Jahren. Aber auch dem Gewinn von potenziellen Kandidaten – immerhin 435 Einwohner der Valtenberggemeinde sind zwischen 12 und 21 Jahre alt und kämen für das Amt infrage. Diese, berichtet Janko Scheudeck aus eigener Erfahrung, gewinne man zwar am besten durch direkte Ansprache, aber: „Man kennt halt auch nicht jeden Jugendlichen persönlich.“

1.000 Euro jährlich für den Jugendbeirat

Wie genau möglichst viele Jugendliche über die Möglichkeit zur Teilnahme an der Wahl erreicht werden können – darüber grübeln die jungen Lokalpolitiker derzeit noch emsig. Was ihre Amtsnachfolger für eine erfolgreiche Wahlperiode mitbringen sollten, wissen sie dafür umso genauer: „Interesse an Lokalpolitik sollte schon vorhanden sein“, sagt Hanna Scheudeck. Von Vorteil seien außerdem viel Geduld, organisatorisches Geschick und Teamfähigkeit. „Die neuen Jugendbeiräte sollten motiviert sein, eigene Ideen und Energien einzubringen. Was wir erfahrungsgemäß am besten können, ist die Umsetzung eigener kleiner Projekte“, ergänzt ihr Bruder Janko.

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Es gibt neun Kandidaten – und Vorzeigbares des vor zwei Jahren erstmals gewählten Gremiums.

Für deren Finanzierung steht dem Jugendbeirat ein jährliches Budget von 1 000 Euro zur Verfügung. Nicht genug für große Sprünge, aber unverzichtbar, um das Jugendgremium handlungsfähig zu machen. Genau hierum sorgen sich die Jugendlichen genau wie Sozialpädagoge Christian Schäfer, seit AfD-Landtagskandidat Frank Peschel beim Wahlforum in Cunewalde im Falle seiner Wahl die umfassende Entpolitisierung der Vereinsarbeit in Bautzen und dem Oberland angekündigt hat. „Aktuell versuchen Jugendliche so viel zu bewegen“, sinniert Janko Scheudeck. „Aber Unterstützung gibt es immer nur dort, wo es den etablierten Gremien passt.“ Gerade deshalb will er sich in jedem Fall zur Wiederwahl stellen. „Ich will ein Botschafter für politische Jugendarbeit sein“, sagt der 17-Jährige überzeugt.

Wahl zum neuen Beirat

 Ihre Stimme abgeben darf Neukirchs Jugend am 28. August in der Oberschule und am 30. August zwischen 15 und 18 Uhr im Jugendhaus.

 Wahlberechtigt sind Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in Neukirch.

Kandidieren dürfen Neukircher zwischen zwölf und 21 Jahren. Jugendliche aus anderen Gemeinden dürfen sich als Beisitzer aufstellen lassen, sind im späteren Jugendbeirat aber nicht stimmberechtigt.

Auf der Homepage des Jugendbeirates unter www.jugendbeirat-neukirch.de können sich Kandidaten bis zum 15. August online für die Wahl registrieren lassen.

 Die nächste Wahlperiode des Jugendbeirats beginnt am 1. Januar 2020 und dauert zwei Jahre. Ein kommunales Organ ist der Jugendbeirat zwar nicht, aber er steht der Gemeinde beratend zur Seite.

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