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Wahrzeichen von Leppersdorf kommt weg

Hohe Summen hat der Schutz einer Buche während der Schulsanierung gekostet. Jetzt ist sie eine Gefahr für Kinder.

Von Thomas Drendel

Wohl über keinen Baum im Rödertal ist in den vergangenen Jahren so viel diskutiert worden wie über die Rotbuche auf dem Hof der Leppersdorfer Grundschule. Jetzt sorgt sie wieder für Gesprächsstoff. Denn der riesige Baum muss gefällt werden. Das bestätigte jetzt der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). „Er ist von einem Pilz befallen. Am Fuß des Baumes haben sich jetzt die Fruchtkörper also die eigentlichen Pilzgewächse gezeigt“, sagt er. Ein Gutachter wurde inzwischen zurate gezogen. Sein Urteil: Der Pilz hat sich schon jahrelang in dem Baum ausgebreitet und ihn geschwächt. Das war von außen nicht sichtbar. Jetzt, wo sich der Pilz zeigt, ist bereits das letzte Stadium des Befalls erreicht. „Es gibt nach Angaben des Fachmanns leider keine Möglichkeit, ihn zu retten“, sagt Künzelmann. Nach seinen Worten muss schnell gehandelt werden. „Wir können uns nicht erlauben, zu warten. Einen Herbststurm hatten wir bereits, weitere werden folgen. Es dürfen keine Schulkinder oder Lehrer durch herabfallende Äste gefährdet werden. Sie spielen in ihren Hofpausen ja normalerweise unter dem Baum.“ Zudem besteht die Gefahr, dass der gesamte Baum oder Äste auf die Schule oder andere umliegende Gebäude stürzen.

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Besonders ärgerlich: Für den Erhalt des Baumes waren in den vergangenen Jahren hohe Summen ausgegeben worden. Der im Sommer fertiggestellte Anbau der Grundschule war extra so geplant worden, dass der Baum erhalten blieb. Eine von ursprünglich vorgeschlagenen drei Anbauvarianten war ein moderner Bau, der sich um die Rotbuche geschwungen hätte. Diese Variante wurde aber verworfen, da sie zu teuer war. Der jetzt realisierte Gebäudeteil ist so geplant, dass er bis auf wenige Meter an den Baum heranreicht, ihn aber nicht beeinträchtigt. Es mussten lediglich einige Äste gekürzt werden.

Während der Bauzeit war die Rotbuche aufwendig geschützt worden. Es musste darauf geachtet werden, dass weder der Stamm noch Wurzeln beschädigt werden. „Allein dafür haben wir viel Geld ausgegeben“, sagt der Wachauer Bürgermeister. Nach seinen Aussagen hat der jetzige Pilz-Befall nichts mit den Bauarbeiten zu tun. „Wir haben alles getan, um ihn zu schützen und jetzt, wo die Arbeiten beendet sind, müssen wir ihn umsägen. Das ist sehr ärgerlich.“ Wie sehr die Leppersdorfer an der Buche hängen, zeigt auch die Tatsache, dass Falk Hanitzsch, Gemeinderat der Offenen Bürgerliste, vor dem Umsägen eine zweite Expertenmeinung einholen wollte. „Wir müssen uns ganz sicher sein, dass er auch wirklich beseitigt werden muss. Der Baum ist sehr wichtig für die Schüler und auch für den Ort“, sagt er. Volkmar Lehmann, Ortsvorsteher von Leppersdorf, kann nur schwer glauben, dass die Rotbuche gefällt werden muss. „Bis vor Kurzem gab es keinerlei Anzeichen von dem Pilz.“ Schließlich einigten sich die Gemeinderäte, doch keinen weiteren Gutachter hinzuzuziehen. „Das würde nur Geld kosten und mit größter Wahrscheinlichkeit zu keinem anderen Urteil führen wie das vorliegende“, sagte Künzelmann. CDU-Gemeinderat Andreas Schneider schlug vor, an der gleichen Stelle einen neuen Baum zu pflanzen. „Das ist laut dem Gutachten auch möglich. Es muss nur der Boden an der Stelle ausgetauscht werden.“ Wann die Rotbuche jetzt gefällt wird, ist noch unklar.