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Weißwasser

Waldeisenbahner gehen neue Wege

Damit die WEM attraktiv bleibt, braucht es neue Angebote. Auch für Behinderte und Familien.

Die Waldeisenbahn Muskau ist ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen. Um weiter erfolgreich zu sein, sind Ideen und viel Engagement nötig.
Die Waldeisenbahn Muskau ist ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen. Um weiter erfolgreich zu sein, sind Ideen und viel Engagement nötig. © Archivfoto: Rolf Ullmann

Von Sabine Larbig

Weißwasser. Fahrgäste, die mit Dampf- oder Diesellokzügen in Richtung Kromlau oder Bad Muskau fahren, erleben die einzigartige Landschaft des Muskauer Faltenbogens. Doch regelmäßige Fahrangebote allein reichen nicht aus, um die nostalgische Schmalspurbahn zu erhalten und bekannter zu machen. Die Waldbahner setzen daher auf neue Angebote, Ideen und Unterstützung.

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Die Waldeisenbahn Muskau (WEM) hatte im Vorjahr rund 48 000 Fahrgäste. Ein Großteil waren Familien. Die kommen, weil Bahnfahren allen Altersgruppen Spaß macht und es am Bahnhof Teichstraße einen großen Abenteuerspielplatz, Museumsbahnhof und eine Terrassengaststätte gibt. Im Gegensatz zu den Zugwagen sind allerdings die Sanitäranlagen weder behindertengerecht noch familienfeundlich. Auf diese Kritiken reagieren die Waldbahner. Ab August werden die Toilettenanlagen behindertengerecht umgebaut, erhalten eine Rollstuhlrampe zum Vorraum sowie Still- und Wickelmöglichkeiten. Außerdem wird der überdachte Gaststättenbereich erneuert und erweitert. Möglich machen es Fördermittel vom Landkreis.

Doch dies ist nur ein Bestandteil im Bemühen um mehr Bekanntheit und Fahrgäste. Daher wird es ab 2019 am ersten Septemberwochenende ein Tonbahn-Wochenende geben. Bislang war der Termin dem Waldbahn- und Museumsfest vorbehalten, welches aber zu viel ehrenamtlichen Aufwand und Personaleinsatz erforderte.

„Wir rücken mit dem neuen Angebot, das mit dem Termin zur Tradition werden soll, unsere Tonbahn-Strecke mehr in den Fokus, um sie lebendig zu halten“, begründet WEM-Marketingchefin Susann Lichnok. Die Tonbahnstrecke ist beliebt, wird aber nur per Sonderfahrplan bedient. Dennoch sind die Fahrten stets ausgebucht. Ein Grund ist, dass die Strecke am offenen Tagebau verläuft. Ein anderer ist das Ziel. Dieses ist der Aussichtsturm am Schweren Berg. Doch ab 2020 ist es mit dem offenen Tagebau in Weißwasser vorbei. Auch die Zukunft des begehbaren Turms mit gastronomischer Versorgung und Sanitäranlagen ist unsicher. Wie Weißwassers OB bereits im Stadtrat informierte, gibt es bei Eigentümer Leag bereits Nutzungsszenarien, die Abriss oder Verkauf nicht ausschließen. „Für uns als WEM wäre der Abriss des attraktiven Ziels fatal“, sagt Susann Lichnok. „Wir brauchen deshalb neue Ideen für die Strecke. So wie das Tonbahn-Wochenende.“

Mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Besucherzahlen setzt die WEM auch auf Zubringerverkehr bei Park- und Blütenfest Kromlau und Straßentheaterfestival im Badepark Bad Muskau. Da dort inzwischen der Bahnhof verlegt wurde, bringen die längeren Gleisanlagen den Vorteil, dass Züge mit mehr Wagen und Fahrgästen nun auch in Bad Muskau einfahren können. „Außerdem prüfen wir jährlich unseren Fahrplan und schauen, welche Optimierungen nötig oder möglich sind, um Mitarbeiter effektiv einsetzen zu können, damit auch Instandhaltungsarbeiten an Gleisanlagen, Entkrautung der Strecken und vieles mehr möglich sind“, so die Marketingchefin. Ein Patentrezept für Bahnerhalt und mehr Besucher habe man nicht. Aber Ideen und das Ziel, kontinuierlich zu investieren. „Das alles können wir, weil es gut läuft und die Menschen unsere Angebote nutzen.“