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Döbeln

Waldheim ist zweitbeste Kommune Sachsens

Die Zschopaustadt hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Sie ist aktiv, lebendig und preisverdächtig.

Waldheim hat sich in den vergangenen Jahren zu einer attraktiven Stadt entwickelt. Das erkennen auch andere an.
Waldheim hat sich in den vergangenen Jahren zu einer attraktiven Stadt entwickelt. Das erkennen auch andere an. © Dietmar Thomas

Waldheim. Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) und die ostdeutschen Zeitschrift Superillu haben zum 23. Mal den Unternehmerpreis verliehen. Erstmals hat sich auch die Stadt Waldheim um diese Auszeichnung beworben.

Denn Kommunen können sich neben Unternehmen und Vereinen ebenfalls beteiligen. Im Finale haben Bürgermeister Steffen Ernst (FDP), Bauamtsleiter Michael Wittig und Sekretärin Anja Seidel Waldheim in einer Powerpoint-Präsentation als aktive und lebendige Stadt vorgestellt. Die Entwicklung, die die Zschopaustadt in den vergangenen Jahren genommen hat, hat die Jury offenbar beeindruckt. „Wir haben den zweiten Platz bei den sächsischen Kommunen erreicht“, erzählt Steffen Ernst. Waldheim musste sich nur der Gemeinde Olbersdorf (Landkreis Görlitz) geschlagen geben, die Landessieger wurde.

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Schulden stark gesunken

Waldheim und die Ortsteile haben rund 9.000 Einwohner, die auf einer Fläche von 41,6 Quadratkilometer leben. Die Schulden pro Einwohner lagen im Jahr 2008 bei 207,96 Euro und haben sich bis 2018 auf 72,35 Euro reduziert. Neuere Zahlen liegen im Moment noch nicht vor. Im Gegensatz dazu sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer von 2,5 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 5,1 Millionen Euro im Jahr 2018 gestiegen. „Das ist ein Zeichen dafür, dass die Entwicklung wirtschaftlich voranschreitet und wir für die Lage und Größe recht zufrieden sein können“, meint Ernst.

Firmen erweitern sich

Waldheim habe einen guten Mix aus Unternehmen, Handwerk, Handel und Gastronomie. „Das ist kein Selbstläufer“, so Ernst. Das Gewerbegebiet sei zu 87 Prozent ausgelastet. Die Firmen Endress und Hauser sowie Schramm Verpackungen haben Flächen erworben und wollen sich erweitern. Das Tiefbauunternehmen P und W siedelt sich auf dem ehemaligen Areal von Elsner Fenster an.

Einzelhandel lebt von Vielfalt

Der Einzelhandel, der sich vor 1989 bis in die Ost- und Weststadt zog, ist geschrumpft. Umso mehr freut sich Ernst über den Neubau am Obermarkt, in den Rossmann im April 2019 umgezogen ist und sich dadurch vergrößert hat. „Der Erhalt des Drogeriemarktes im Zentrum war wichtig. Er ist eine Bereicherung für die Innenstadt“, meint der Bürgermeister. Diesem Umzug folgte der von NKD, das sich ebenfalls vergrößert hat. Geärgert habe Ernst, dass lange ein Angebot an Grundnahrungsmitteln im Zentrum gefehlt hat. Der CAP-Markt an der Hechtstraße habe diesen Mangel behoben. Positiv sei, dass es dort auch wieder einen Fleischer gibt. Der Letzte hatte vor einem Jahr geschlossen.

„Der Einzelhandel lebt von der Vielfalt“, meint Steffen Ernst. Und so manches Sortiment fehle in der Ladenlandschaft in Waldheim. Ernst denkt da zum Beispiel an einen Fahrradhändler. Der Internethandel mache den Gewerbetreibenden das Leben aber schwer. Für sie werde es immer komplizierter, sich durchzusetzen.

Gewerbeverein mit pfiffigen Ideen

„Ich bin froh, dass wir so einen starken Gewerbeverein haben“, sagt Steffen Ernst. Die Händler stünden täglich vor neuen Herausforderungen. Und sie engagieren sich – nicht nur für sich, sondern für die ganze Stadt und haben pfiffige Ideen. Auf ihr Betreiben hin wurde die sogenannte Brötchentaste eingeführt, die eine Stunde lang das kostenfreie Parken auf dem Markt ermöglicht. Sie haben einen Aufkleber in den Waldheimer Farben Blau-Gelb entwickelt. Mit denen werben die Händler und viele weitere Waldheimer für die Zschopaustadt. Und mehrmals im Jahr sorgen sie auch für Unterhaltung, unter anderem bei der Wette mit dem Stadtrat zum Weihnachtsmarkt.

Bauen für den Nachwuchs

Vor allem für die Kinder und Jugendlichen gibt Waldheim derzeit viel „Baugeld“ aus. Die Sanierung und Modernisierung der Grundschule in zwei Abschnitten von 2016 bis 2020 kostet insgesamt 2 Millionen Euro. In die Erweiterung der Oberschule sollen rund 1,35 Millionen Euro investiert werden. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen ist im Bereich des Hofes ein Anbau für Klassenzimmer und weitere Räume vorgesehen. Der Baubeginn hängt vom Zeitpunkt der Zusage von Fördergeld ab. Ende 2018 haben 260 Mädchen und Jungen die Grundschule, 375 die Oberschule und 125 die Förderschule besucht.

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