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Waldheimer Eisenbahnfreunde wollen die Kleinbahn betreiben

Am 14. Dezember gründet sich ein neuer Verein. Gesucht werden noch jeder Menge Mitglieder und Unterstützer.

Von Jan Iven

Hans-Rainer Fischer ist im Schatten des Leipziger Hauptbahnhofes aufgewachsen. „Von meinem Kinderzimmer aus konnte ich die Lokomotiven hören. Und nach der Schule gingen wir oft zum Bahnhof, um die Züge anzuschauen“, erzählt der Zahnarzt. Als die Waldheimer Kleinbahn noch fuhr, war er regelmäßig als Rangierleiter und Zugführer dabei. Wegen der ständigen Querelen im Waldheimer Kleinbahnverein trat er allerdings bereits 2009 aus.

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Doch nun, nachdem die Stadt Waldheim die Kleinbahnanlage aus der Insolvenzmasse des alten Vereins gekauft hat, will sich Hans-Rainer Fischer wieder für das Projekt engagieren. „Wir wollen die Strecke instand setzen und den Betrieb der Kleinbahn wieder aufnehmen“, formuliert er das ehrgeizige Ziel einiger Enthusiasten aus der Region. Dafür soll am Sonnabend, den 14. Dezember, in der Gaststätte Zur Einkehr in Unterrauschenthal ein neuer Verein mit dem Namen Waldheimer Eisenbahnfreunde gegründet werden. „Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich uns anzuschließen und dem Verein beizutreten“, sagt Fischer. Besonders willkommen sind ehemalige Eisenbahner, die sich mit der Materie auskennen. Doch auch jedes andere unterstützende Mitglied wird gebraucht. Der Verein Eisenbahnfreunde soll einen kompletten Neuanfang darstellen. Verbindungen zum Kleinbahnverein soll es nicht geben.

Hans-Rainer Fischer stellt allerdings klar, dass der Bahnbetrieb nicht von heute auf morgen wieder aufgenommen werden kann. „Wir werden erst einmal ein paar Jahre brauchen, um die Anlage wieder auf Vordermann zu bringen“, sagt er. So muss das Bahngelände zunächst entrümpelt und eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Ein Problem: Die Stadt Waldheim konnte bisher nur das Gelände mit den Gleisanlagen und den Brücken erwerben. Die Züge sind noch nicht aus der Insolvenzmasse des Kleinbahnvereins herausgelöst worden. Auch an den Gleisen muss wohl noch so einiges gemacht werden. Schon bei einem ersten Rundgang hat Fischer bemerkt, dass so manche Muttern an den Schienen lose sind. „Vieles ist durch unsachgemäßen Umgang und die Witterung in Mitleidenschaft gezogen worden“, hat Fischer festgestellt. Vor allem müsste die Sicherheit für einen Betrieb gewährleistet sein.

Wichtig ist ihm auch, einen guten Kontakt zur Öffentlichkeit herzustellen. „Wir müssen wieder für Vertrauen werben, das in der Vergangenheit zerstört worden ist“, sagt er. Auch mit der Stadtverwaltung, dem Tourismusverband und anderen Eisenbahnvereinen wollen die Eisenbahnfreunde eng zusammenarbeiten.

Die Waldheimer Stadtverwaltung als Eigentümerin der Kleinbahnanlage will die Eisenbahnfreunde im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. „Die Kleinbahn ist ein Tourismusmagnet“, sagt Bürgermeister Steffen Blech (CDU). „Deswegen freuen wir uns natürlich, wenn der Betrieb wieder aufgenommen wird.“ Wie die konkrete Kooperation zwischen Stadtverwaltung und Verein aussehen soll und wie das Projekt finanziert wird, könne allerdings noch nicht im Detail gesagt werden. „Wir werden versuchen, auch Unternehmen als Sponsoren für die Kleinbahn zu gewinnen“, sagte Bürgermeister Steffen Blech.

Gründungstreffen der Waldheimer Eisenbahnfreunde. Sonnabend, 14. Dezember, 9 Uhr. Gaststätte Zur Einkehr. Unterrauschenthal. Informationen bei Hans-Rainer Fischer unter Telefon 034327 93693 oder bei Andreas Lässig unter Telefon 034327 67947.