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Waldheimer Kita findet langsam in die Spur

Die neue Einrichtung an der Breuningstraße öffnete während des Lockdowns. Immer noch gibt es einige Einschränkungen.

Madlen Schreiber (links) und Anni Stein leiten gemeinsam die Kita Breuningstraße in Waldheim.
Madlen Schreiber (links) und Anni Stein leiten gemeinsam die Kita Breuningstraße in Waldheim. © Norbert Millauer

Waldheim. Die Kita Breuningstraße in Waldheim kann seit der Einführung des Regelbetriebs endlich weitgehend normal arbeiten. Aktuell besuchen 31 Kinder, 16 im Kindergarten, 15 in der Krippe, die Einrichtung.

Die Kita ist am 1. April, also mitten im Lockdown, eröffnet worden. „Dadurch konnten wir nicht so starten, wie wir uns das vorgenommen haben. Es gab viele Anfragen und feste Termine, zu denen die Kinder eingewöhnt werden sollten“, sagt Leiterin Madlen Schreiber. Dieser Plan konnte aufgrund der Corona-Regelungen nicht umgesetzt werden. Erst nachdem die ersten Lockerungen bekannt gegeben wurden, konnten die Kinder entsprechend den Regelungen aufgenommen werden.

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Auch einen Tag der offenen Tür sollte es geben, doch wann es so weit ist, kann Madlen Schreiber nicht sagen. Sie leitet die Einrichtung gemeinsam mit Anni Stein. Beide führen die Kita gleichberechtigt und haben sich die Aufgaben aufgeteilt. Gerade im Aufbau sei es wichtig, dass klare Zuständigkeiten herrschen.

Kinder nutzen Themenräume

Aufgrund der aktuellen Entwicklung konnten erst nach und nach Kinder eingewöhnt werden. Die Kita arbeitet nach einem Kind- und Bedürfnis orientierten Konzept. Die Kinder lernen Themenräume kennen und können sich dort ihren Kompetenzen entsprechend entfalten. Das begleiten die Erzieherinnen, so weit das innerhalb der Regelungen möglich ist.

 „Es gibt einen konkreten Rahmen, der eingehalten werden sollte. Und in diesem Rahmen versuchen wir, das Konzept umzusetzen“, sagt Madlen Schreiber. Als Themenräume stehen eine Cafeteria, ein Atelier, ein Bewegungsraum, ein Bauraum mit Werkstatt, ein naturwissenschaftlicher Raum, ein Entspannungsraum, eine Theaterwerkstatt und eine Bewegungsbaustelle zur Verfügung.

Die Kinder wählen morgens in der sogenannten Kinderkonferenz, welchen Raum sie besuchen wollen. „Aufgrund der aktuellen Regelungen ist dies nur eingeschränkt möglich“, so Schreiber. Dabei bekommen die Kinder auch Fotos gezeigt und wählen so den entsprechenden Raum aus. „Die Kinder gehen aber nicht allein in den Raum, sondern werden von einer Erzieherin begleitet“, betont Schreiber.

Offene Arbeit bedeute nicht, dass alle Türen offen stehen und jedes Kind macht, was es will. „Es ist ein sehr systematisches Konzept, in dem man Kinder gut beobachtet und so erkennt, was sie als Nächstes für ihre Weiterentwicklung und Kompetenzentfaltung brauchen“, sagt Madlen Schreiber. „Dazu werden wir entsprechende Instrumente zur Beobachtung, Dokumentation und Planung der pädagogischen Arbeit mit den Erzieherinnen einführen.“

Einstieg gelungen

Ein großes Thema sei auch die Sprachentwicklung. Die Kinder sollen die deutsche Sprache lernen. Die Leitung steht im Kontakt mit dem Landeskompetenzzentrum Sprachförderung in Leipzig. Dieses setzt ein bundesweites Konzept für Kinder mit Sprachschwierigkeiten beziehungsweise mit Migrationshintergrund um.

Eine weitere Einschränkung betrifft die Eltern. „Eine enge Zusammenarbeit ist unter diesen Verhältnissen nicht umzusetzen“, so Schreiber. Die Eltern mussten die Kinder abgeben, ohne die Einrichtung betreten zu können. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Eltern ihre Kinder in der Eingewöhnung begleiten, und dass sie sich die Räume anschauen können“, sagt Schreiber.

Die Kinder hätten dieses Prozedere aber tadellos gemeistert. „Sie kannten keine Erzieher, sie kannten keine Räume, sie mussten sich auf neue Strukturen einstellen. Sie bekommen einen dicken Orden“, lobt Schreiber. Die Kinder kommen gern in die Einrichtung. Das zeige, dass der Einstieg gelungen sei.

Viele Bewerbungen

Auch die Öffentlichkeitsarbeit habe unter der Corona-Krise gelitten. Das Interesse der Waldheimer an der Kita sei sehr groß. „Wir würden dem Interesse sehr gern entgegenkommen, doch das ist derzeit noch nicht möglich“, so Schreiber. 

Zudem sei der Verwaltungsaufwand aufgrund der Corona-Pandemie deutlich höher als im Normalfall. So müssen die entsprechenden Regelungen ins Team gebracht werden, die entsprechenden Tagesstrukturen angepasst und Hygieneregeln umgesetzt werden.

Seit zwei Wochen gilt der normale Regelbetrieb. Das ermöglicht eine normale Eingewöhnung, ohne die Einschränkungen, die es am Anfang gab. Es werden ständig Aufnahmegespräche geführt. Bis Ende des Jahres sollen nach aktuellem Stand 25 bis 30 Krippenkinder und 30 bis 35 Kindergartenkinder aufgenommen worden sein.

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Der Artikel wurde am 3. August 2020, 13.45 Uhr aktialisiert.

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