SZ +
Merken

Waldheims Bürgermeister will noch mal

Die CDU stellt ihre Kandidaten auf. Und sie denkt auch schon an die Zeit nach der Pensionierung von Steffen Blech.

Teilen
Folgen

Von Jan Iven

Offiziell will Steffen Blech (CDU) noch nicht verraten, ob er für die Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr erneut kandidieren wird. „Wir warten erst einmal das Ergebnis der Stadtratswahlen Ende Mai ab“, sagt das Stadtoberhaupt diplomatisch. Doch wie der Döbelner Anzeiger aus CDU-Kreisen erfuhr, gilt seine Bewerbung für 2015 parteiintern bereits als ausgemachte Sache. „Der Bürgermeister will noch einmal antreten“, heißt es dazu aus seinem direkten Umfeld. Steffen Blech mag das zwar noch nichtöffentlich bestätigen. Inzwischen widerspricht er allerdings auch nicht mehr. „Wichtig ist vor allem, dass ich meine Arbeit für die Stadt immer noch gern mache“, sagt der Bürgermeister nur. „Am Ende entscheiden aber immer noch die Wähler.“

Doch nicht nur für die Bürgermeisterwahl 2015 hat die CDU bereits die Weichen gestellt. Auch die Planungen für die Nachfolge von Steffen Blech sind schon längst im vollen Gange. Sollte der 60-jährige Schönberger als Bürgermeister bestätigt werden, würde er das Amt voraussichtlich nicht die vollen sieben Jahre ausüben. Stattdessen gibt es Überlegungen, dass er bereits nach einigen Jahren in Rente gehen könnte und es somit zu Neuwahlen käme. „In der Zwischenzeit würde sich hoffentlich ein neuer Kandidat in der CDU-Fraktion finden“, sagt Bürgermeister Blech.

Oder eine Kandidatin. Der Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes, Kathrin Schneider, werden bereits seit Längerem Ambitionen auf den Chefsessel im Waldheimer Rathaus nachgesagt. Auf die nie verstummenden Gerüchte reagierte sie stets gelassen. „Das kommt wahrscheinlich daher, dass ich mal ein paar Seminare über Verwaltungsrecht besucht habe“, sagte die 52-jährige Schneider, die für die CDU im Kreistag sitzt, einmal. Nur wenn es um ihr Lieblingsthema Kultur geht, kann sie sich im kleinsten Kreis manchmal schwer beherrschen. Dann erzählt sie schon mal, was sie alles anders machen würde.

Im Mai kandidiert Kathrin Schneider allerdings zunächst einmal bei den Kommunalwahlen. Obwohl sie selbst noch nicht im Stadtrat sitzt, hatte sie einen maßgeblichen Anteil bei der Suche nach den Kandidaten für die Partei. Wer den CDU-Fraktionsvorsitzenden Albrecht Hänel nach den Vorbereitungen für die Wahl fragte, wurde schnell an Schneider verwiesen. Denn sie wusste zu den Details am besten Bescheid.

Und es gibt bereits Anzeichen dafür, dass sie auch im Stadtrat eine wichtige Rolle spielen wird. Albrecht Hänel hat schon signalisiert, dass er ihr den Fraktionsvorsitz überlassen könnte. „Ich klebe nicht an dem Posten“, sagte er dem Döbelner Anzeiger. Wenn andere den Vorsitz übernehmen möchten und sich damit für weitere Aufgaben empfehlen, hätte er dagegen keine Einwände.

Voraussetzung ist natürlich, dass Kathrin Schneider auch in den Stadtrat gewählt wird. Doch daran zweifelt in Waldheim eigentlich kaum jemand. Allein schon wegen ihres tatkräftigen Engagements als Vorsitzende des Fördervereins zur Sanierung der Stadtkirche gilt ihre Wahl als sicher. Dass sie auf dem Wahlzettel auf Listenplatz zwei direkt hinter dem Fraktionsvorsitzenden Albrecht Hänel steht, hat zwar keine direkten Auswirkungen. Ein psychologischer Effekt ist dennoch nicht auszuschließen.

CDU nominiert Kandidaten

In dieser Woche nun wurde Kathrin Schneider mit zwölf anderen Waldheimern bei einer Veranstaltung der CDU im Hotel Goldener Löwe als Kandidatin für die Wahlen zum Stadtrat nominiert. Mit dabei sind auch wieder die meisten anderen bekannten CDU-Stadträte. Aber auch einige neue parteilose Kandidaten wie etwa der Handballschiedsrichter Holger Steiner, stehen auf der Liste der CDU. „Es war uns wichtig, möglichst verschiedene Kandidaten aus allen Ortsteilen zu nominieren“, sagte Kathrin Schneider. Das sei auch gelungen, nur aus Reinsdorf hätte sich niemand gefunden. Auch der parteilose Alexander Reichenbach, der nach der Eingemeindung von Meinsberg Anfang 2013 in den Stadtrat aufgenommen wurde, bewirbt sich auf dem Ticket der CDU. Fleischermeister Joachim Kühn, der lange Jahre für die Partei im Stadtrat saß, tritt nach seinem Renteneintritt nicht mehr bei den Wahlen an.