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Waldhufen will Oldtimer abgeben

In den Hallen der Feuerwehr Nieder Seifersdorf schlummern alte Schätze. Die Kameraden haben Angst, diese zu verlieren.

Von Alexander Kempf

Nieder Seifersdorf. Ein Fahrzeug, das niemand mehr benötigt, wird oft ausgemustert. Es steht dann zum Verkauf oder wird verschrottet. In Nieder Seifersdorf haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ihre alten Einsatzwagen nicht abgegeben, sondern aufbewahrt und gepflegt. Viel Geld und Zeit ist in die Oldtimer geflossen. Dabei gehören die Fahrzeuge nicht mal dem Verein selbst. Formal befinden sie sich im Besitz der Gemeinde Waldhufen.

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Das bereitet den Kameraden schon eine Weile Bedenken. Denn noch kann niemand sagen, wie lange die Gemeinde in der heutigen Form überhaupt bestehen wird. Der Bürgermeister und einige Gemeinderäte haben sich in der Vergangenheit aktiv für eine Fusion mit dem Nachbar Vierkirchen eingesetzt. Geht es nach dem Gesetzgeber, wird diese Hochzeit zwar nicht stattfinden, aber vielleicht eine andere, fürchten die Feuerwehrleute. Was passiert mit der alten Technik in Nieder Seifersdorf, wenn sich der Verwaltungsverband Diehsa vielleicht irgendwann in eine Großgemeinde verwandelt? Wird die liebgewonnene Technik dann womöglich verkauft? Um Rechtssicherheit zu haben, drängen die altgedienten Kameraden schon seit Monaten darauf, dass Waldhufen ihnen die alte Technik überschreibt.

Den Willen dazu haben viele Gemeinderäte schon signalisiert. Aber etwas zu verschenken, das sich im Gemeindebesitz befindet, ist gar nicht so einfach. Im Auftrag von Waldhufen hat der Vorsitzende des Verwaltungsverbandes Diehsa jüngst erfragt, wie die historische Technik überschrieben werden könnte. Laut Landratsamt sei es demnach denkbar, die Fahrzeuge dem Feuerwehrverein für einen symbolischen Preis zu überlassen, erläutert Dirk Beck. Jedoch gibt es Bedingungen. So müsste sichergestellt werden, dass die Fahrzeuge anschließend nicht weiterverkauft werden und der Gemeinde für Veranstaltungen erhalten bleiben.

Zunächst müsste aber zwingend der Wert der Technik geschätzt werden, erklärt Dirk Beck den Gewählten. Bei Silvana Jäkel stößt das auf Unverständnis. „Warum müssen wir eine Bewertung vornehmen, wenn wir es ohnehin verschenken?“, fragt sie. Andere können den Punkt nachvollziehen. „Was wäre, wenn die Technik zwei Millionen Wert ist?“ Doch laut Joachim Renner scheint die Technik eher Zuschussgeschäft als Wertanlage zu sein. Er macht sich dafür stark, dass Waldhufen die Kameraden beim Erhalt der Fahrzeuge auch finanziell unterstützt. Ihm gehe es dabei nicht um die Zeit, die diese aufwenden, sondern um die Kosten, die sie reinstecken.

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