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Riesa

Waldschlößchen-Brand wirft Fragen auf

Der Vorfall in dem ehemaligen Lokal beschäftigt zwei Tage lang die Feuerwehr. Und nun auch den Eigentümer – der dafür eigentlich schon Pläne hatte.

Eine Ruine mit eingestürztem Dach war das Waldschlößchen schon vor dem Brand vom Freitag. Nur weisen die Trümmerteile nun auch Brandspuren auf.
Eine Ruine mit eingestürztem Dach war das Waldschlößchen schon vor dem Brand vom Freitag. Nur weisen die Trümmerteile nun auch Brandspuren auf. ©  Sebastian Schultz

Röderau. Falls nach dem Feuer im Röderauer Waldschlößchen vom Freitag noch irgendwo ein Glutnest übrig gewesen sein sollte: Spätestens nach dem heftigen Regen vom Montagabend dürfte es aus gewesen sein. Bis Sonnabendnachmittag hatten solche Nester die Feuerwehr indes noch beschäftigt.

Am Freitag waren die Kameraden bis in die Nacht vor Ort gewesen, um das am Nachmittag ausgebrochene Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Bis zu 45 Feuerwehrleute aus der Gemeinde Zeithain und Riesa waren zeitweilig im Einsatz. Dass es gegen 4 Uhr morgens erneut einen Alarm geben würde, damit hätten die Kameraden aus Röderau schon gerechnet, sagte Einsatzleiter Raiko Riedel der SZ am Dienstag. „So ein großes Feuer kriegt man nicht gleich aus.“ 

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Allerdings mussten die Feuerwehrleute gegen dreiviertel neun schon wieder ans Waldschlößchen ausrücken. Ein Brandursachen-Ermittler der Polizei hatte die Einsatzkräfte gerufen, weil es Flammen gab. Als dann kurz vor 13 Uhr das dritte Mal nachlöschen angesagt war, waren auch die willigsten Einsatzkräfte entnervt. Immerhin: Ein viertes Nachlöschen blieb den Kameraden erspart.

Beim flüchtigen Blick von der Zeithainer Straße sieht die Waldschlößchen-Ruine vier Tage nach dem Brand gar nicht so viel anders aus als davor. Nur der Dachstuhl-Rest, inklusive Bedeckung, ist weg. Weil beim Löscheinsatz einige Bäume vorm Haus weggesägt wurden, ist die beschmierte Fassade jetzt auch nicht mehr kaschiert.

Wer durch die Fenster ins Gebäude schaut, sieht Brandspuren, vor allem verkohltes Holz, das in der Sonne glänzt. Das Dach der einstigen Gaststätte, die in den 1930ern Offizierskasino war und bis in die 1970er hinein HO-Kulturstätte, war schon 2014 eingebrochen. Nach der Wende war der einstige „Rockschuppen“, in dem ab Ende der 1970er Konzerte von Gruppen wie Renft oder Silly stattgefunden hatten, dem Verfall preisgegeben.

Schon vor einigen Jahren hatten Gemeinde- als auch Kreisverwaltung den Eigentümer aufgefordert, die verfallende Immobilie neben der Bahnstrecke Dresden-Leipzig zu sichern. Dem Drängen war Achim Bönsch dann auch nachgekommen. Der Bayer, der nach eigener Darstellung in den 1990er-Jahren eher zufällig in den Besitz der Immobilie gekommen war, ließ 2017 Gebäudeteile abreißen. Das bekräftigt er im Gespräch mit der SZ, die ihn am Dienstag am Telefon erreicht.

Dass es am Pfingstwochenende in seiner Röderauer Immobilie gebrannt hat, habe er bisher nicht gewusst. „Na, klasse“, kommentiert Bönsch die Nachricht mit ironischem Unterton. „Aber dann hat es hundertprozentig jemand angezündet, oder?“

Tatsächlich ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Ein Zeuge will Jugendliche gesehen haben, die kurz vor dem Brand das Gebäude verlassen hatten, hatte die Polizei bereits am Wochenende mitgeteilt. Tatverdächtige gebe es bislang nicht, die Ermittlungen dauerten an, hieß es am Dienstag auf Nachfrage seitens der Polizei.

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Für Waldschlößchen-Eigentümer Achim Bönsch kommt der Brand offenbar zur Unzeit. Er habe einen Käufer für das Waldschlößchen gehabt, sagt er. Es habe Überlegungen gegeben, wieder ein Dach auf das Gebäude zu machen und es künftig als Verteillager zu nutzen. Um wen es sich bei dem Interessenten handelt, sagte der Unternehmer nicht. Die Sache sei auch noch nicht final gewesen, da die Immobilie für den potenziellen Käufer nicht ideal gelegen sei, so Bönsch.

Was der Brand für die Pläne bedeutet, ist derzeit noch nicht klar. Nach SZ-Informationen soll der Eigentümer das Gebäude nun zunächst wieder sichern. Beim Löscheinsatz waren unter anderem versperrte Türen aufgebrochen worden. (SZ/ewe)