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Waldschlößchen: Wieder geht es vors Gericht

Die Elbquerung in Dresden beschäftigt weiter die Juristen.

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Von Thilo Alexe

Dresden. Im Streit um die Dresdner Waldschlößchenbrücke haben drei Naturschutzverbände Sachsens Oberverwaltungsgericht in Bautzen eingeschaltet. Ihr Anwalt Peter Kremer legte am Dienstag erwartungsgemäß Berufung gegen ein Urteil des Dresdner Verwaltungsgerichts vom Oktober ein. Damit müssen die Bautzner Richter die Einschätzung ihrer Dresdner Kollegen überprüfen, wonach das Errichten eines Tunnels die Umwelt stärker schädigen würde als der Brückenbau.

„Wir sind der Ansicht, dass die betroffenen Lebensräume kurz- oder mittelfristig regenerierbar sind im Fall eines Tunnelbaus“, sagte Kremer. Zudem bemängelte er, dass das Dresdner Gericht die drohende Aberkennung des Welterbetitels nicht in seine Abwägung berücksichtigt habe. Der Anwalt rechnet mit einer Verfahrensdauer von bis zu eineinhalb Jahren. Möglich sei zudem, dass der Europäische Gerichtshof und das Bundesverwaltungsgericht in den Brückenstreit einbezogen werden. Sollten die Brückengegner in letzter Instanz recht bekommen, können sie nach Kremers Darstellung den Abriss des Bauwerks verlangen. Achim Weber von der Grünen Liga Sachsen – der Verband ist einer der Kläger – ließ das jedoch offen. Er betonte, dass es noch nicht zu spät sei, um einen Tunnel zu bauen.

Auf den Bau des rund 160 Millionen Euro teuren Brückenprojekts hat das Verfahren bislang keinen Einfluss. Allerdings sei es je nach Prozess-Entwicklung möglich, einen Baustopp zu beantragen, sagte Naturschützer-Anwalt Kremer.