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Waldschule von Sachsenforst brennt nieder

Im „Kleinen Stern“ lernten Kinder und trafen sich Vereine. Jetzt ging das Gebäude in Flammen auf. Die Kriminalpolizei forscht nach Brandursachen.

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Von Reiner Hanke

Ein brenzliger Geruch lag gestern Vormittag immer noch über dem Gelände mit dem Walderlebniszentrum „Kleiner Stern“ in der Massenei zwischen Großröhrsdorf und Seeligstadt. Bis in die frühen Morgenstunden waren hier 70 Feuerwehrleute aus umliegenden Wehren im Einsatz. Dennoch ging der „Kleine Stern“ in einem Flammenmeer unter. Der Großröhrsdorfer Wehr- und Einsatzleiter, Peter Pirschel, spricht von einem Großbrand, wie er ihn schon seit ein paar Jahren nicht mehr erlebt hat. Gegen 20Uhr am Donnerstagabend war seine Wehr alarmiert worden. Zu dieser Zeit zog der Brandgeruch schon bis ins Stadtgebiet von Großröhrsdorf. Ein rötlicher Feuerschein lag über der Massenei.

Als die Großröhrsdorfer Kameraden in der Massenei eintrafen, stand das Schulungsgebäude schon in hellen Flammen, die schon hoch über das Dach hinaus loderten. Menschen befanden sich nicht darin. Das Gebäude war leer und verschlossen. Um aus vollen Rohren löschen zu können, wurden die Drehleiter aus Pulsnitz und vier Tanklöschzüge mit insgesamt über 10000Litern Wasserreserve zusammengezogen. Zusätzlich zum Wasser aus den Hydranten in der Massenei. Denn das Gebäude steht mitten im Masseneiwald: „Wir mussten unbedingt ein Übergreifen der Flammen auf den Wald verhindern“, so Pirschel. Fünf Stunden kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen. Das Feuer wütete derart, dass das Walderlebniszentrum nicht zu retten gewesen sei. Die Dachkonstruktion aus Holz brannte bis auf die Mauern des Gebäudes nieder. Gestern Vormittag tropfte noch immer Löschwasser von den schwarzen Balken. Uwe Borrmeister, der Leiter des Forstbezirkes Neustadt, inspizierte gestern Vormittag die Brandruine Waldschule im Revier Großröhrsdorf. Eigentümer ist der Staatsbetrieb Sachsenforst. Erschreckend sei das Ausmaß der Zerstörung, so Borrmeister: „Es wird nur der Abriss bleiben.“ Vorher müssen allerdings noch die Brandermittler nach der Ursache des Feuers fahnden. Angesichts der Trümmer werde das etwas Zeit in Anspruch nehmen, so die Experten.

Tierpräparate verbrannt

An diesem Wochenende sollten hier die Ergebnisse der geplanten Treibjagd in der Massenei ausgewertet werden: „Das müssen wir an einen anderen Ort verlegen“, so Borrmeister. Einen Anschlag von Jagdgegnern in diesem Zusammenhang schließt er eher aus und sieht auch seinerseits derzeit keine Anhaltspunkte für eine Brandstiftung. Der Schaden könne noch nicht beziffert werden, so Borrmeister, der Forstbezirk sei beim Rechnen. Hin ist alles: Die Küche mit sämtlichen Geräten, die Sanitäranlagen, Schulungs- und Unterkunftsräume mit der gesamten Einrichtung. Auch Forst-Geräte, die hier auf den insgesamt 300 Quadratmetern Fläche gelagert waren. So wurden auch eine ganze Reihe von Tierpräparaten zerstört. Kostspielige Handarbeit, die nicht so leicht zu ersetzen ist. Darunter Vögel, ein Waschbär und Frischlinge. Eine Holzartensammlung und Modelle zu Naturthemen für die pädagogische Arbeit gingen ebenso in den Flammen unter. Forstrevierleiter Ralf Schulze beklagt, dass die jahrelange Arbeit an diesem Walderlebnisort über Nacht zerstört wurde: „Für unsere pädagogische Arbeit ein herber Schlag.“ Ein bedeutender Ort zum Lernen und zur Erholung sei verloren, so Borrmeister. Ob für immer, dass lässt er noch offen. Es sei eine Geldfrage.