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Wandel in der Passage

Neue Chefs in zwei Geschäften, ein Laden schließt – die Straßburg-Passage verändert sich, bleibt sich aber auch treu.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Matthias Klaus

André Georgi hat seit Anfang Januar einen neuen Job. Er ist der Chef des Lederwarengeschäftes in der Straßburg-Passage. Eigentlich ist der Handelsvertreter ja mit dem Verkauf von hochwertiger Unterhaltungselektronik beschäftigt. Aber nun hat der Dresdner ein zweites Standbein: Leder. „Naja, so ganz von ungefähr kommt das nicht“, sagt er.

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Andrè Georgi ist der neue Chef des Lederwarengeschäftes in der Straßburg-Passage. Anfang des Jahres hat er den Laden übernommen. Es ist nicht die einzige Veränderung in der traditionsreichen Görlitzer Einkaufsmeile.Foto: Nikolai Schmidt
Andrè Georgi ist der neue Chef des Lederwarengeschäftes in der Straßburg-Passage. Anfang des Jahres hat er den Laden übernommen. Es ist nicht die einzige Veränderung in der traditionsreichen Görlitzer Einkaufsmeile.Foto: Nikolai Schmidt © nikolaischmidt.de

Seine Mutter entwickelt und gestaltet Täschnerwaren in der Landeshauptstadt. Über sie kam André Georgi in Kontakt zu den bisherigen Betreibern des Lederwarengeschäftes in der Straßburg-Passage. Sie kommen ebenfalls aus Dresden. Als spruchreif wurde, dass sie das Geschäft in Görlitz abgeben wollten, griff André Georgi zu. Kein Wunder, vor drei Jahren hat er in Görlitz geheiratet, hat Familie hier. Und nun auch noch ein Geschäft.

Der neue Chef des Lederwarenhandels in der Straßburg-Passage – nur eine Veränderung von mehreren, die derzeit hier gerade im Gange sind. Zweites Beispiel: der Klamottenladen John Doe Streetwear. Zum 6. Februar macht er dicht, derzeit läuft der Ausverkauf. Die Umsätze fehlen, heißt es auf Nachfrage der SZ aus dem Geschäft. Eine Angestellte wird wohl arbeitslos. Was aus den Räumlichkeiten werden soll, scheint offen. Nach SZ-Informationen könnten aus dem bisherigen Geschäft zwei gemacht werden. Bestätigt ist das aber bisher nicht. Wilde Gerüchte, zumindest im Internet, machen derweil um das Barbecue-Lokal an der Ecke Passage-Jakobstraße die Runde.

Kein Wunder. Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres verkündet ein kleiner handgeschriebener Zettel an der Tür, dass das Restaurant aus „betriebstechnischen Gründen“ geschlossen bleibt. Zunächst sollte das nur ein Wochenende betreffen, inzwischen sind schon etliche Wochen ins Land gegangen. Das Aus für die schicke Kneipe?

„Nein“, sagt Andreas Nixdorf. Er ist der frühere Küchenchef des Barbecue Görlitz und macht das Lokal wieder auf. „Am 1. März geht es los“, sagt Andreas Nixdorf. Die bisherigen Chefs hätten aufgehört, er das Geschäft übernommen. „Es mussten noch Verträge verhandelt und unterschrieben werden, etwa mit der Brauerei, deshalb verzögert sich die Öffnung“, schildert Andreas Nixdorf.

André Georgi hat das mit seinem Lederwaren-Geschäft sozusagen fließend geschafft. Noch hängt das ovale Schild der bisherigen Betreiber in der Passage. Das soll sich demnächst ändern. Immerhin, der Name „André Georgi“ steht bereits über der Tür. „Die bisherige Filialleiterin ging in den Ruhestand, eine neue Mitarbeiterin wurde eingestellt“, sagt der neue Chef. Neben dem Görlitzer Geschäft hat er ein weiteres in Pirna übernommen. Wenn er nicht seinen eigentlichen Beruf als Handelsvertreter hätte, hätte er wohl den Laden in der Straßburg-Passage nicht zu seinem gemacht, sagt André Georgi. „Reich wird man mit Sicherheit nicht“, schildert er. Aber das Geschäft laufe, rote Zahlen gebe es keine.

In Zukunft möchte er einiges verändern. Was, das soll noch eine Überraschung bleiben – vorerst. „Ich möchte ein paar Marken verändern, ein frisches Design in das Geschäft bringen“, verrät André Georgi schon mal. Auf jeden Fall aber soll der Lederwarenladen ein Lederwarenladen bleiben.