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Platz frei in neuer Wanderhütte

Mitten im Ort und doch am Wegesrand haben die Kleinnaundorfer eine Schutzhütte aufgebaut. Und es gibt noch mehr Ideen rund um Freitals Wegenetz.

Stolze Väter des Erfolgs: Ortsvorsteher Thomas Käfer und Wanderwegewart Ralf Fichtner bei der Eröffnung der Wanderhütte.
Stolze Väter des Erfolgs: Ortsvorsteher Thomas Käfer und Wanderwegewart Ralf Fichtner bei der Eröffnung der Wanderhütte. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der Tisch war mal eine Kabeltrommel. Auf die Seite gekippt, dient sie jetzt als Abstellfläche für die Sektgläser. Gefeiert wird eine neue Wanderhütte in Kleinnaundorf, die der Heimatverein fertiggestellt hat. Sie steht unmittelbar am ehemaligen Freibadgelände, welches heute ein Biotop ist. Hier führt auch der Wanderweg "Rund um Kleinnaundorf" entlang. Eigentlich nicht weiter der Rede wert, möchte man meinen. Doch das Thema Wandern in Freitals Umgebung hat zuletzt großen Zuspruch erfahren.  

Vor allem die Corona-Beschränkungen zwangen viele Freitaler, wieder einmal ihre unmittelbare Umgebung zu Fuß zu erkunden: Zwangsläufig starteten in diesem Frühjahr viele an der eigenen Haustür zu ausgedehnten Spaziergängen und Tagestouren mit dem Rucksack. Und so rückt ein Thema in den Fokus, welches lange außen vor war: Freitals Wanderwegenetz und dessen Ausschilderung.

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Beides ist Aufgabe von Ralf und Marlis Fichtner, die Freitaler Wanderwegewarte. Und sie haben seit ihrem Amtsantritt vor fünf Jahren schon viel bewegt. Rund um die Stadt gibt es etwa 120 Kilometer markierte Wanderwege und dazu etliche Querverbindungen. Das Problem bisher war, dass die markierten Wege streng von A nach B führten. Rundwanderwege mit einem gemeinsamen Ausgangs- und Endpunkt, wie von vielen Wanderern bevorzugt, gab es hingegen keine. Die Fichtners recherchierten und unterhielten sich mit Ortschaftsräten, Freunden, Touristikern. Dann entwickelten sie ein Rundwegekonzept. 

Die erste neu markierte Tour verläuft rund um Kleinnaundorf und verbindet dort unter anderem das Windberggebiet mit dem Bergmannsgrab, den historischen Bahnhöfen der Windbergbahn und dem Kaitzgrund. Die Tour ist mit einer Fichte markiert - was nicht auf den Namen der Wegewarte zurückzuführen ist, sondern das Ortswappen von Kleinnaudorf. Inzwischen sind sieben weitere Touren ausgeschildert. Sie sind der Einfachheit halber durchnummeriert. Eine neunte und letzte Rundwanderung ist in Arbeit. Sie soll im Stadtteil Weißig entstehen und "Klitscherweg" heißen - benannt nach den legendären Weißiger Kartoffelpuffern, die es beim Dorffest immer gibt. Beschrieben sind alle Touren auf der Internetseite der Stadt Freital, wo es auch eine Verlinkung zur Internetplattform Outdooractive gibt.

Ob es an der digitalen Technik lag, dass bereits vor der offiziellen Freigabe etliche Ausflügler den Weg zur neuen Schutzhütte fanden, ist nicht bekannt. In Kleinnaundorf machte jedoch die Story die Runde, dass eine kleine Gruppe aus China schon Rast an der Hütte machte.  Das Blockhäuschen entstand zwischen April und Juli, war aber mindestens seit 2016 geplant. Damals wurde es in Dresden nach mehreren Vandalismusschäden abgebaut. Die Kleinnaundorfer übernahmen die Hölzer gerne und lagerten sie erst einmal ein.

Schließlich machte sich der Heimatverein, angetrieben vom äußerst rührigen Ortsvorsteher Thomas Käfer, im Frühjahr an die Arbeit. Das Fundament der Hütte legte der Baubetrieb Volker Hartlepp kostenlos an. "Es ist beachtlich, was eine Ortsgemeinschaft bewegen kann, wenn sie engagierte Leute hat", freut sich Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg und brachte zur kleinen Eröffnungsfete etwas mit. Es ist ein Gästebuch, in das alle Hüttenbesucher etwas einschreiben dürfen.  

In Kleinnaundorf hofft man nun, dass das Schutzhäuschen gut angenommen und gepflegt wird. Das Dresdner Schicksal solle der Hütte erspart bleiben, so Thomas Käfer.

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