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Wanderweg durch die Heide gesperrt

Die Bahnbrücke am Unterringel in der Dresdener Heide ist nicht mehr nutzbar. Für Wanderer und Radfahrer wird eine Umleitung eingerichtet.

Die Bahnbrücke am Unterringel in der Dresdner Heide sollten Spaziergänger und Radfahrer demnächst meiden. Sie wird wegen aufwendiger Bauarbeiten komplett gesperrt.
Die Bahnbrücke am Unterringel in der Dresdner Heide sollten Spaziergänger und Radfahrer demnächst meiden. Sie wird wegen aufwendiger Bauarbeiten komplett gesperrt. © Steffen Unger

Radeberg. Der „Unterringel“ ist ein beliebter Wanderweg. Er führt von Liegau aus in die Dresdner Heide, nach Radeberg oder auch nach Dresden. An einer Stelle wird der Unterringel zum Nadelöhr. Jeder, der auf die andere Seite der Bahnstrecke zwischen Radeberg und Langebrück will, muss hier rüber. Die nächste Überquerungsmöglichkeit in Richtung Osten befindet sich erst in Radeberg, in Richtung Westen liegt die Unterführung mit dem Weg „Kuhschwanz“, auch etwa einen halben Kilometer weit weg. Jetzt wird die Bahnbrücke für mehrere Wochen gesperrt. Das wird voraussichtlich von Mitte Mai bis Anfang Juli der Fall sein“, teilt Karl Schuricht von der Stadtverwaltung Dresden mit.

Grund ist der schlechte Zustand der Brücke. Schon seit Jahren ist der Weg auf der Brücke durch Sperrzäune eingeengt, da die Brüstungssteine offenbar einsturzgefährdet sind. „Die Standsicherheit und Verkehrssicherheit, auch der unterführenden Gleisanlage, sind gefährdet, sodass jetzt die Stadt eine umfassende Sanierung beauftragen musste“, teilt das Dresdner Rathaus mit. Laut Karl Schuricht ist inzwischen eine Baustraße zur Brücke angelegt. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen dann Mitte Mai. Dabei sollen Gewölbefugen in Ordnung gebracht werden. Seitenwände, Widerlager und die Stirnmauer sollen mit Beton verpresst werden, um die Standsicherheit zu erhöhen. Die Brüstung wird abgebrochen und wieder neu aufgebaut. Außerdem werden neue Stahlbeton- und Ringbalken installiert und eine neue Abdichtung sowie eine Entwässerung angebracht. Knapp 600 000 Euro werden die Arbeiten nach den gegenwärtigen Planungen kosten. Da die Arbeiten oberhalb der Gleise erfolgen, musste die Deutsche Bahn ihr Einverständnis erteilen. Sie hat inzwischen alle Genehmigungen erteilt, auch für umfangreiche Gleissperrungen. Sie sollen vor allem in den Nachtstunden erfolgen. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben, auch wann gegebenenfalls Schienenersatzverkehr eingerichtet wird. Für Wanderer und Radfahrer wird von Mitte Mai bis Anfang Juli eine Umleitung eingerichtet. Sie führt über die Wege Kuhschwanz und Nachtflügel.

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Bedenken, dass die Brücke verschwindet

Ins Rollen gebracht hat die Arbeiten Raimund Pecherz aus Liegau-Augustusbad. Er hat sich an Reinhard Koettnitz, den Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, gewandt. „Ich habe ihn auf einer Bürgerversammlung in Klotzsche darauf angesprochen.“ Auch die Ortsvorsteher von Langebrück und Liegau, Christian Hartmann (CDU) und Gabor Kühnapfel (parteilos) sowie der Radeberger Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) befürchteten, dass sie eines Tages verschwindet. „Wir hatten in der Tat Bedenken, dass die Bahnbrücke als unwichtig eingestuft und nicht erhalten wird“, sagt der Langebrücker Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU) vor einiger Zeit. Bei Gesprächen seien die drei sich einig gewesen, dass die Brücke erhalten werden muss. Schließlich wurde die Stadt Dresden vom Oberverwaltungsgericht Bautzen zur Sanierung der Brücke verpflichtet. Die Deutsche Bahn und die Stadt waren unterschiedlicher Meinung gewesen, wer für die Arbeiten zuständig ist,

Die Bahn hat in den vergangenen Jahren große Summen in die Sanierung von Brücken gesteckt. So hatten Bauleute in der Dresdner Heide bei Klotzsche fast zwei Jahre an der neuen Bahnbrücke über den Nesselgrund gearbeitet. Der Neubau der Brücke über den Nesselgrund war nötig, weil sich das 170 Jahre alte Viadukt in einem schlechten Zustand befand. Der Neubau in Dresden-Klotzsche kostet sechs Millionen Euro. Zuvor war 2015 die historische Bahnbrücke in Langebrück aufwendig saniert worden. Hier wurde die alte Brücke zunächst abgerissen, dann eine Behelfsbrücke errichtet und dann das eigentliche neue Bauwerk hochgezogen. Nach Angaben der Bahn kosteten Abriss und Neuaufbau insgesamt rund 2,5 Millionen Euro.

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