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Wann Bäume zu beschneiden sind

Alte Bräuche und Wettersprüche für den Monat Januar.

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Von Heinz Fischer

In der Zeit der zwölf Nächte um den Jahreswechsel und dem Dreikönigstag waren die sogenannten Raunächte. Sie galten einst als Lostage unter dem Einfluss besonderer Mächte, in denen das Orakel befragt wurde. Im Januar waren Kälte und Schnee gefragt. Der Schnee schütze die Herbstsaat vor Frost. Am Vinzenztag (22.1.) baten die Winzer um gutes Wetter und reiche Ernte. Am 20. Januar war Sebastian ein populärer Heiliger. Er zählte zu den 14 Nothelfern. Er war der Patron der Schützen und Soldaten und wurde um Hilfe bei Seuchen und Pest angerufen. Nach altem Volksglauben stieg ab diesem Tag der Saft in die Bäume. Daher war es falsch, ab dieser Zeit die Bäume zu beschneiden.

Der Januar wurde nach dem römischen Gott Janus benannt, der zwei Gesichter hatte. Sie bezeichneten Anfang und Ende. Er beschützte aber auch Tür und Tor. Im bäuerlichen Leben konnten im Januar Knechte, Mägde und Dienstboten die Arbeitsstelle wechseln, es wurden Zahlungen geleistet und Pachtverträge abgeschlossen.

Auf harten Winters Zucht …

In den Wettersprüchen heißt das: Wenn im Januar die Frucht auf dem Felde wächst, so wird sie teuer. Ist im Januar dick das Eis, gibt’s im Mai einen üppigen Reis. Kommen Hasen und Ammern in die Gärten, will der Winter sich verhärten. Donnert’s im Januar übers Feld, so kommt später große Kält’. Was im Januar an Schnee gefehlt, oft der weiße März erzählt. Wenn zu St. Antoni (17.1.) die Luft ist klar, gibt’s ein trockenes Jahr.

Reichlich Schnee im Januar bringt den Dung fürs ganze Jahr. Gibt’s im Januar Wind vom Osten, wird die Erde lange frosten. Liegt im Winter kahl das Land, zieht’s das Wasser aus dem Land. Regen im Januar doppelte Keime, aber nur halbe Frucht in der Scheune. Bleibt der Winter fern, so nachwintert’s gern. Was mit Frost anfängt geht mit Frost aus. Januarnebel bringt Märzenschnee. Je näher die Hasen dem Dorfe rücken, umso ärger sind des Eismondes Tücken. Auf harten Winters Zucht folgt eine gute Sommerfrucht.